
Stenospermokarpie ist in der Karpologie eine Form der Fruchtentwicklung, bei der nach einer Befruchtung die Samenentwicklung nur teilweise abläuft und Samen(reste) eventuell absterben. Dies kann zu Früchten mit beim Verzehr kaum wahrnehmbaren degenerierten Samen ohne lignifizierte Hülle bzw. scheinbarer Kernlosigkeit führen. Dies ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, da es ein für Tafelobst oft sehr populäres Merkmal darstellt. Beispielsweise haben entsprechende Rebsorten für Tafel- oder Trockenobst einen Marktanteil von 85 %. Entsprechende gezielte (Neu-)Züchtungen wurden durch die Entwicklung von Techniken der Embryorettung ab dem 18. Jahrhundert möglich.
Im Unterschied zu Stenospermokarpie bezeichnet Parthenokarpie die Bildung von Früchten trotz ausbleibender Befruchtung, wobei auch keine Samenreste mehr gebildet werden können.