Im Anschluss an das Theologiestudium arbeitete er als HR-Manager und Personalleiter unter anderem für die Konzerne Bertelsmann und Würth. Für MHP, die Unternehmensberatung des Porsche-Konzerns, leitete er sieben Jahre lang den Bereich „New Work“.
Anpalagan war als Musiker unter dem Pseudonym Stevie Jay Teil der Rockband microClocks, mit der er sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus positionierte.
Journalistisches Wirken
Als Journalist und Autor schreibt Anpalagan zu den Themen Gesellschaft und Innenpolitik mit dem Schwerpunkt auf politischen Extremismus. Von 2020 bis 2021 schrieb er die Kolumne Der Feind steht rechts im Neuen Deutschland. Zudem schrieb er von 2020 bis 2022 Beiträge für die Frankfurter Rundschau. Seit 2024 kommentiert er in seiner Kolumne für den Stern das innenpolitische Geschehen. Für das politische Feuilleton der Zeit schreibt er über Heimat und Identität. Gemeinsam mit der Journalistin Nicole Diekmann moderierte er für den SWR den Podcast Gegen jede Überzeugung.
Stephan Anpalagan ist regelmäßiger Gesprächspartner für Radio- und Fernsehformate. Er ist in Talkshows und Interviewsendungen zu sehen, wo er zur Zukunft der Demokratie, zum Kampf gegen Extremismus und zur Stärkung zivilgesellschaftlichen Engagements spricht. Auf Veranstaltungen wie der Lit.Cologne, den Römerberggesprächen und den Weimarer Gesprächen hält er Vorträge und moderiert Diskussionsrunden.
Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW
Stephan Anpalagan ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, wo er Polizisten in den Fächern „Ethik“ und „Interkulturelle Kompetenz“ ausbildet.
Auf den Tweet eines Polizeigewerkschafters, der Bodo Ramelow als „führenden Genossen der SED-Nachfolgepartei“ bezeichnete, antwortete Anpalagan 2023 mit den Worten, Mitglieder der „Gestapo-Nachfolgeorganisation“ sollten „kleinere Brötchen backen“. Der Tweet wurde kontrovers diskutiert.
Bücher
Im Jahr 2023 erschien Anpalagans Buch „Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft“ beim S. Fischer Verlag und wurde breit rezipiert. Die Bundeszentrale für politische Bildung nahm das Buch im Jahr 2024 in ihre Schriftenreihe auf und verlegt es seitdem in einer eigenen Ausgabe.
Anpalagans zweites Buch Für den Frieden. Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung zur Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht erschien am 27. Mai 2026 ebenfalls im S. Fischer Verlag. Auch dieses wurde in zahlreichen Medien besprochen und diskutiert.
Werke
Bücher
Kampf und Sehnsucht in der Mitte der Gesellschaft. S. Fischer, Frankfurt am Main 2023, ISBN 978-3-10-397198-9.
Für den Frieden. Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung. S. Fischer, Frankfurt am Main 2026, ISBN 978-3-10-397757-8.
Aufsätze
Verharmlosung, Hilflosigkeit, Verständnis. In Kleffner, Heike / Meisner Matthias (Hg.): Fehlender Mindestabstand. Die Coronakrise und die Netzwerke der Demokratiefeinde. Herder, Freiburg im Breisgau 2021: S. 307–315, ISBN 978-3-451-39037-1.
Einzelfälle. In: Feltes, Thomas / Plank, Holger (Hg.): Rassismus, Rechtsextremismus, Polizeigewalt. Beiträge für und über eine rechtschaffen(d)e, demokratische Bürgerpolizei. Schriftenreihe Polizieren. Polizei, Wissenschaft und Gesellschaft, Bd. 14. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt a. M. 2021: S. 75–83, ISBN 978-3-86676-678-5.
Wie fühlt es sich an, wenn man Sayed, Alaa oder Ahmad heißt? In Daniel, Matthias / Weichert Stephan (Hg.): Resilienter Journalismus: Wie wir den öffentlichen Diskurs widerstandsfähiger machen. Herbert von Halem 2022: S. 81–90, ISBN 978-3-869-62631-4
Spiegelbild der Gesellschaft. In Kleffner, Heike / Meisner Matthias (Hg.): Staatsgewalt. Wie rechtsradikale Netzwerke die Sicherheitsbehörden unterwandern. Herder, Freiburg im Breisgau 2023: S. 224–235, ISBN 978-3-451-39596-3.
↑Florian Kappelsberger:Veranstaltungsreihe im Osten: Das Gespräch kommt auf die Coronapandemie – und der Saal wird unruhig. In: Der Spiegel. 22.September 2024, ISSN2195-1349 (spiegel.de[abgerufen am 25.Mai 2026]).
↑Theologe gegen Kriegsdienstverweigerung: „Wer seine eigenen Söhne nicht gibt, liefert die Kinder der anderen aus“. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN1865-2263 (tagesspiegel.de[abgerufen am 11.Juni 2026]).
↑Markus Feldenkirchen:Spitzengespräch zur Wehrpflicht: »Ich halte unser nationales Gemeinwesen nicht für verteidigungswert« (Kopie). In: Der Spiegel. 11.Juni 2026, ISSN2195-1349 (spiegel.de[abgerufen am 11.Juni 2026]).