Stermann & Grissemann

Grissemann (links) & Stermann (rechts) bei der Romy-Verleihung 2012

Stermann & Grissemann sind ein deutsch-österreichisches Satiriker-Duo, bestehend aus Dirk Stermann und Christoph Grissemann.

Beide begannen ihre Karriere beim ORF, in dessen Radiosendern Ö3 bzw. FM4 sie seit 1991 gemeinsam die Radiosendung Salon Helga hatten.

1996 folgten erste Fernsehauftritte, die zum Teil im Rahmen der Kunst-Stücke ausgestrahlt wurden. 1998 bis 2011 betrieben sie auch beim deutschen Radio Eins eine Satiresendung. 1998 erschien das erste Buch des Duos und seit 1999 sind sie in eigenen Kabarettprogrammen auf der Bühne zu sehen. Seit 2007 haben Stermann und Grissemann eine eigene Fernsehshow: Willkommen Österreich, die früher im Rahmen der Donnerstag Nacht im ORF ausgestrahlt wurde und seit 18. September 2012 am Dienstagabend, meist um 22 Uhr, in der Satireleiste DIE.NACHT ausgestrahlt wird.

Geschichte

Gemeinsam machten sie unter anderem seit 1991 im ORF die Radiosendung Salon Helga, zuerst auf Ö3 und ab 1995 auf FM4. Zudem moderierten sie auf FM4 ab 1995 jeden Mittwoch um Mitternacht die Live-Datingshow Radio Blume, in der Anrufer einen weiblichen Studiogast umwarben. Seit 1996 waren sie im ORF auch in verschiedenen auf sie zugeschnittenen Fernsehformaten wie z. B. Frau Pepi und die Buben (1996), Schöne Show (1997), Blech oder Blume (1997, die TV-Version von Radio Blume), Suite 16 (1998) oder Kulturkiste (2002) zu sehen.

Im deutschen Hörfunk waren sie – hier als Grissemann & Stermann – zwischen 1998 und 2011 jeden Sonntag, auf Radio Eins (RBB) mit ihren Sendungen Show Royale und Blech oder Blume (Slogan Gute Frau sucht guten Mann und Damenwahl bei Show Royale) vertreten.

Nach dem Regierungswechsel in Österreich im Jahr 2000 (Regierungsbeteiligung der FPÖ) wurden Stermann & Grissemann vom ORF aus politischen Gründen vom Dienst suspendiert. Als Grund dafür wurde angeführt, dass die beiden 1999 in einem satirischen Interview über Jörg Haider gesagt hatten: „Ich glaube, wenn man Haider derzeit stoppen wollte, dann müsste man ihn erschießen.“ Dieses Zitat erregte erst nach der Regierungsbildung großes Aufsehen, nachdem es vom damaligen FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler im österreichischen Nationalrat als „Aufruf zum Mord“ interpretiert wurde. Nachdem die Staatsanwaltschaft die von der FPÖ angeregten Ermittlungen einstellte, wurde einige Monate später die Suspendierung der beiden Satiriker wieder aufgehoben.

Zwischen 1995 und 2002 sendete der Radiosender FM4 parallel zur Fernsehausstrahlung ihren Livekommentar zum Eurovision Song Contest. Nach zehnjähriger Abstinenz kommentierten sie 2012 erneut den Wettbewerb. Die Tonspur wurde neben der Ausstrahlung auf FM4 auch via Zweikanalton bei ORF eins ausgestrahlt.

2002 wollten sie mit ihrem Lied Das schönste Ding der Welt Österreich beim Eurovision Song Contest in Tallinn/Estland vertreten, scheiterten jedoch bei der Vorausscheidung knapp und wurden Zweite hinter Manuel Ortega.

Stermann & Grissemann wurden 2002 mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet.

Ab Oktober 2005 hatten sie außerdem regelmäßige Gastauftritte in der in ORF 1 ausgestrahlten Satiresendung Dorfers Donnerstalk.

Dreharbeiten zu einer Willkommen Österreich-Folge mit Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka im August 2007.

Seit 31. Mai 2007 moderieren sie die Donnerstag-Nacht-Sendung Willkommen Österreich, die ursprünglich als satirische Neuauflage der gleichnamigen ORF-Livesendung gedacht war, sich aber mit der Zeit zu einer Late-Night-Show entwickelte.

Ab dem 3. Februar 2008 war das Duo in seiner Sendung Im Anschluss: Neues aus Waldheim im Bezahlsender Sky Deutschland zu sehen. Nach Ausstrahlung einer Sendung, in dem die mediale Berichterstattung zum Tod Haiders aufs Korn genommen wurde, kam es zu massiven Protesten seitens BZÖ und FPÖ. Als die Radmuttern am Auto ihres Managers gelockert wurden, sagten die beiden 2008 einen geplanten Auftritt an der Universität Klagenfurt ab. Der Politikwissenschaftler Martin Johann Krennbauer führt die Auseinandersetzung um Stermann und Grissemann als Beispiel für politischen Druck auf Kabarettisten an. Anlass war ihre satirische Behandlung der öffentlichen und medialen Reaktionen auf den Tod Jörg Haiders; in der Folge wurde aus den Reihen von BZÖ und FPÖ unter anderem ein Auftrittsverbot der beiden im ORF gefordert. Krennbauer ordnet den Vorgang in seiner Untersuchung in die Diskussion um Formen von Zensur und die Verweigerung medialer Öffentlichkeit gegenüber politischem Kabarett ein.

Im Dezember 2012 moderierte das Duo die erste Ausgabe der nach ihnen benannten satirischen Spielshow Keine Chance – Die Stermann gegen Grissemann Show, welche auf ORF eins ausgestrahlt wurde.

Werke

Kabarett-Programme

Theater

Bücher

CDs

Filme

Es gibt drei Filme, in denen Stermann & Grissemann gemeinsam auftreten. In allen Filmen schrieben sie auch am Drehbuch mit:

DVDs

Preise

Trivia

Beim österreichischen Tatort Unvergessen (Erstausstrahlung am 20. Mai 2013) sieht man, wie ein Kärntner Polizist mit Dartpfeilen auf eine Dartscheibe wirft, auf der ein Foto von Stermann und Grissemann zu sehen ist.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Thomas Lückerath: Premiere startet neue wöchentliche Show. In: DWDL.de. 21. Februar 2008, abgerufen am 28. September 2025.
  2. ↑ BZÖ: BZÖ Kärnten startet Popularbeschwerde gegen ORF, 31. Oktober 2008
  3. ↑ FPÖ: Vilimsky für ORF-Auftrittsverbot von Stermann-Grissemann!, 5. November 2008
  4. ↑ Martin Johann Krennbauer: Politisches Kabarett in Österreich. Diplomarbeit, Universität Wien, Wien 2010, S. 59–61.
  5. ↑ OÖN: Anschlag: Stermann-Grissemann-Kabarett abgesagt, 4. November 2008