Beschränkter Operator

In der Mathematik werden lineare Abbildungen zwischen normierten Vektorräumen als beschränkte (lineare) Operatoren bezeichnet, wenn ihre Operatornorm endlich ist. Lineare Operatoren sind genau dann beschränkt, wenn sie stetig sind, weshalb beschränkte lineare Operatoren oft als stetige (lineare) Operatoren bezeichnet werden.

Definitionen

Seien und normierte Vektorräume. Ein linearer Operator ist eine lineare Abbildung .

Ein beschränkter Operator ist ein linearer Operator, für den es ein mit für alle gibt.

Die kleinste Konstante mit für alle wird als Norm von bezeichnet. Für sie gilt

und für alle die Ungleichung

.

Stetigkeit

Ein linearer Operator ist genau dann beschränkt, wenn er stetig ist, also eine der folgenden äquivalenten Bedingungen erfüllt:

,

Beschränkte lineare Operatoren werden deshalb oft als stetige lineare Operatoren bezeichnet. Wenn die Linearität vorausgesetzt wird, spricht man häufig auch nur von stetigen Operatoren oder beschränkten Operatoren. Ist der Bildraum der Skalarenkörper, sagt man Funktional statt Operator.

Weiterhin sind die folgenden Aussagen äquivalent:

Beispiele

Der Raum der stetigen Operatoren

Seien normierte Vektorräume. Dann ist

mit der Operatornorm ein normierter Vektorraum.

Wenn vollständig ist, dann ist auch vollständig.

Wenn ein dichter Unterraum und vollständig ist, dann hat jeder stetige Operator eine eindeutige stetige Fortsetzung mit .

Beschränkte lineare Operatoren zwischen topologischen Vektorräumen

Analog zu obiger Definition nennt man einen linearen Operator zwischen topologischen Vektorräumen und beschränkt, falls das Bild jeder beschränkten Teilmenge beschränkt ist.

Falls und zusätzlich lokalkonvexe Vektorräume sind, so ist jeder beschränkte Operator stetig, genau dann, wenn ein bornologischer Raum ist.

Beschränkte Abbildungen zwischen topologischen Vektorräumen

Teilweise werden in der deutschen Literatur nicht lineare Abbildungen zwischen Vektorräumen auch als (nicht lineare) Operatoren bezeichnet.

Sind also und topologische Vektorräume, so heißt eine Abbildung beschränkt, wenn das Bild jeder beschränkten Teilmenge beschränkt ist.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Norbert Adasch, Bruno Ernst, Dieter Keim: Topological Vector Spaces. The Theory Without Convexity Conditions (= Lecture Notes in Mathematics. 639). Springer, Berlin u. a. 1978, ISBN 3-540-08662-5, S. 60.
  2. ↑ Klaus Deimling: Nichtlineare Gleichungen und Abbildungsgrade. Springer, Berlin u. a. 1974, ISBN 3-540-06888-0.