Steve Froggatt

Steve Froggatt
Personalia
Voller Name Stephen Junior Froggatt
Geburtstag 9. März 1973
Geburtsort Lincoln, England
Größe 178 cm
Position Flügelspieler
Junioren
Jahre Station
Leicester City
1987–1991 Aston Villa
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1991–1994 Aston Villa 35 (2)
1994–1998 Wolverhampton Wanderers 106 (7)
1998–2001 Coventry City 49 (2)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1992–1993 England U21 2 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Stephen Junior „Steve“ Froggatt (* 9. März 1973 in Lincoln) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als trickreicher und antrittschneller Linksaußen war er in den 1990er-Jahren für Aston Villa, die Wolverhampton Wanderers und Coventry City aktiv, musste aber aufgrund einer schweren Knöchelverletzung bereits im Alter von 27 Jahren die aktive Karriere beenden.

Sportlicher Werdegang

Aston Villa

Steve Froggatt, von seinen Mitspielern und Fans häufig nur „Froggy“ genannt, wuchs in Lincolnshire auf und interessierte sich früh für den Fußball. In seiner Jugendzeit war er körperlich eher klein und schmächtig, so dass sein Fokus auf der Schnelligkeit zumeist auf der linken Außenbahn lang. Dabei hatte er sich bereits als Neunjähriger in Mannschaften mit älteren Jugendlichen angeschlossen und sich dort schnell durchgesetzt. Mit 13 Jahren absolvierte er ein Probetraining bei seinem Heimatverein Lincoln City. Die anschließende Absage mit der Begründung, er sei zu klein, wurde für ihn zu einem prägenden Erlebnis. Statt aufzugeben, setzte er seinen Weg fort und erhielt nach einem weiteren Probetraining bei Leicester City dort einen Ausbildungsvertrag. Der entscheidende Schritt folgte durch Dave Richardson, den damaligen Jugendverantwortlichen von Leicester. Als dieser zu Aston Villa wechselte, nahm er den damals 14-jährigen Froggatt mit nach Birmingham. Mit 16 Jahren zog er schließlich in die Region und lebte bei einer irischen Gastfamilie. Es folgte eine zweijährige Ausbildung zum Profi und zu seinem Jahrgang gehörten Spieler wie Bryan Small und Tommy Mooney. Unter Chef-Trainer Graham Taylor erhielt Froggatt schließlich die Möglichkeit, mit der Profimannschaft zu trainieren. Dabei wurde ihm bewusst, wie groß der körperliche Unterschied zu etablierten Profis wie David Platt und Alan McInally noch war. Er arbeitete deshalb intensiv im Kraftraum, um körperlich stärker und robuster zu werden, da seine Schnelligkeit und technischen Fähigkeiten bereits zu seinen größten Stärken gehörten.

Nach Taylors Weggang fand Froggatt unter dessen Nachfolger Ron Atkinson ebenfalls Berücksichtigung und am 26. Dezember 1991 feierte er im Heimspiel gegen West Ham United (3:1) per Einwechslung sein Profidebüt in der höchsten englischen Spielklasse. In den folgenden Wochen wurde er häufiger eingesetzt und überzeugte besonders mit einer starken Leistung gegen den FC Everton, die ihm die Auszeichnung zum „Man of the Match“ einbrachte. Dazu kam sein erstes Tor im Achtelfinale des FA Cup auswärts gegen Swindon Town (2:1). Ein nächster Höhepunkt war sein erstes U21-Länderspiel für England, das auswärts mit 1:0 gegen Spanien gewonnen wurde. Die erste Premier-League-Saison 1992/93 wurde zu einem der sportlichen Höhepunkte seiner Karriere. Die „Villans“ spielten lange Zeit um die Meisterschaft, lagen zwischenzeitlich mit zehn Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und wurden letztlich Vizemeister. Froggatt war inzwischen ein fester Bestandteil der Mannschaft und profitierte besonders von der Unterstützung erfahrener Spieler wie Kevin Richardson, Paul McGrath und Dean Saunders. Als klassischer, linksfüßiger Flügelspieler war Froggatts Spielweise ausgesprochen direkt und offensiv ausgerichtet. Trainer Atkinson ermutigte ihn dabei ausdrücklich dazu, in das „Eins-gegen-eins“ zu gehen. Dabei sollte er helfen, die gegnerischen Abwehrreihen auseinander zu ziehen, mit den dadurch entstehenden Räumen für die einrückenden Angreifer und Mittelfeldspieler.

Auch die Saison 1993/94 begann sportlich vielversprechend. Allerdings wurde sie zunehmend von Verletzungen überschattet. Bereits im März 1992 hatte ihn nach einem schweren Foul von Darren Peacock im Spiel gegen die Queens Park Rangers eine Bänderverletzung am Sprunggelenk für zunächst zwei Monate außer Gefecht gesetzt. Hinzu kamen Probleme im Zusammenhang mit einem starken Wachstumsschub. In dieser Phase entwickelte er das sogenannte Osgood-Schlatter-Syndrom, das wiederholt Beschwerden an den Knien verursachte. Mehrere operative Eingriffe und längere Ausfallzeiten erschwerten fortan seine weitere Entwicklung. Besonders bitter war für ihn die Saison 1993/94 des Ligapokal-Gewinns. Obwohl er in den sechs Ligaspielen vor dem Finale zum Einsatz gekommen war und auch im Halbfinal-Hinspiel gegen die Tranmere Rovers gestanden hatte, spielte er beim Endspiel selbst keine Rolle und erhielt letztlich auch keine Siegermedaille. Diese Entscheidung traf ihn persönlich sehr, obwohl er die sportliche Entscheidung von Trainer Atkinson im Rückblick akzeptierte. Im Sommer 1994 kam es zusätzlich zu Schwierigkeiten bei den Vertragsverhandlungen. Froggatt fühlte sich mittlerweile als etablierter Erstligaspieler und erwartete deshalb ein entsprechendes Vertragsangebot. Das zunächst unterbreitete Angebot empfand er jedoch als unangemessen. In dieser Situation meldete sich Graham Taylor, der inzwischen Trainer des Zweitligisten Wolverhampton Wanderers geworden war. Aufgrund der engen persönlichen Verbindung zu seinem früheren Trainer sagte Froggatt schließlich zu und entschied sich dabei gegen einen möglichen Wechsel zum FC Liverpool, der letztlich aber auch nicht zustande kam.

Wolverhampton Wanderers und Coventry City

Bei Wolverhampton entwickelte er sich erneut zu einem wichtigen Spieler. Die Mannschaft spielte um den Aufstieg und lag zwischenzeitlich auf einem direkten Aufstiegsplatz. Nach der Winterpause wurde das Team jedoch von einer erheblichen Verletzungsserie getroffen. Froggatt selbst und mehrere Mitspieler fielen aus, wodurch die Mannschaft ihre gute Ausgangsposition verlor. Am Ende erreichte Wolverhampton lediglich die Play-offs, scheiterte dort und verpasste den Aufstieg. Auch in den folgenden Jahren wurde der ersehnte Premier-League-Aufstieg verpasst. Ein besonderer Moment seiner Zeit bei den „Wolves“ war jedoch im April 1998 das FA-Cup-Halbfinale gegen den FC Arsenal (0:1), das er ausgerechnet im Villa Park bestreiten durfte und ein sehr emotionales und freudiges Erlebnis für ihn war.

Im Oktober 1998 bot sich dann die Möglichkeit zum Wechsel in die Premier League zu Coventry City. Hier fügte er sich im Team von Trainer Gordon Strachan mit 23 Ligapartien in der Saison 1998/99 gut ein und vor allem der später verpflichtete Robbie Keane profitierte von ihm über Assists. Ein später Höhepunkt in seiner Laufbahn war im November 1999 die Berufung in den englischen A-Kader durch Nationaltrainer Kevin Keegan. Die Nominierung kam für ihn völlig überraschend und obwohl er nicht zum Einsatz kam, gehörte er zum Kader für zwei prestigeträchtige Spiele gegen Schottland. Nur wenig später verletzte er sich im Februar 2000 im Zweikampf mit Nicky Summerbee gegen den AFC Sunderland derart schwer am Knöchel, dass er in der Folge nach einer Reihe von Operationen im Alter von 27 Jahren seine Karriere beenden musste – trotz einiger Comebackversuche, darunter auch ein Einsatz im Villa Park gegen Aston Villa.

Titel/Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ England Under21: 1990-2000 (EnglandFootballOnline)
  2. ↑ Steve Froggatt (Aston Villa Database)
  3. 1 2 Steve FROGGATT - Coventry City - League Appearances (Sporting Heroes)
  4. 1 2 Justin Talks Villa: STEVE FROGGATT INTERVIEW (YouTube)
  5. 1 2 Claret & Blue: STEVE FROGGATT IN HIS BEST ASTON VILLA INTERVIEW EVER (YouTube)
  6. ↑ Unused Players (EnglandFootballOnline)
  7. ↑ Froggatt breaks Summerbee silence (BBC Sport)