Steve Previn

Steve Previn, eigentl. Wolf Stefan Privin (* 21. Oktober 1920 in Berlin; † 12. Juli 1993 in Palm Desert, Kalifornien, Vereinigte Staaten), war ein deutschstämmiger, US-amerikanischer Film- und Fernsehregisseur.

Leben und Wirken

Wolf Priwin, der Sohn des Juristen Jakob Privin (1885–1963) und der Charlotte Privin, geb. Epstein (1891–1986) und ältere Bruder des Komponisten, Dirigenten und mehrfachen Grammy- und Oscar-Preisträgers Andreas Privin (in den USA: André Previn), wurde, angesichts des virulent gewordenen Antisemitismus in Deutschland, von seinen Eltern im Januar 1936 in die Vereinigten Staaten verschifft, wo er bei einem Freund der Familie aufwuchs. Inmitten des Zweiten Weltkriegs knüpfte er, mittlerweile zu Steve Previn amerikanisiert, erste Kontakte zur Filmwirtschaft in Hollywood und wurde 1943 von der Produktionsfirma MGM in deren Schnittabteilung übernommen. 1950 kehrte Previn nach Europa zurück, schnitt eine in Frankreich aufgenommene französisch-amerikanischen Produktion mit Simone Signoret in der weiblichen Hauptrolle und erhielt im Jahr darauf das Angebot, mehrere Folgen der Science-Fiction-Fernsehserie Captain Video and His Video Rangers zu inszenieren. Kurz darauf hatte sich Previn mit Sherlock Holmes und Foreign Intrigue als TV-Serienregisseur etabliert.

1960 wechselte Steve Previn zur Walt Disney Company, für die er in den kommenden drei Jahren mehrere Filme in Europa drehte, die dort in den Kinosälen und in den USA als Mehrteiler im Fernsehen liefen. Darunter befand sich auch eine Inszenierung über die Wiener Sängerknaben (Ein Gruß aus Wien) und eine sentimentale Johann Strauss-Biografie (Liebe im 3/4-Takt). Der österreichische Filmproduzent Karl Spiehs nutzte die Anwesenheit des Hollywood-Regisseurs in Wien und verpflichtete ihn im Anschluss daran als Regisseur des Lustspiels Ist Geraldine ein Engel?. Da der Film floppte, kehrte Previn in die USA zurück, und beendete seine Regiekarriere weitgehend. 1965 wechselte der Deutsch-Amerikaner in das Filmmanagement und wirkte fortan für die Fernsehabteilung von Londons Eon Productions, im Jahr darauf ging er zur Londoner Dependance der Paramount Pictures. 1967 einigte man sich auf Previn als Produzent bei dem überaus aufwendig produzierten Kriegsfilm mit internationaler Starbesetzung Die Schlacht an der Neretva. 1970 wechselte er als Firmenmanager in die Produktion von Commonwealth United Entertainment, im selben Jahrzehnt wirkte er, ohne namentliche Nennung, an der Herstellung mehrerer zumeist in England entstandenen Unterhaltungskinofilme der American International Pictures mit.

Im Juli 1993 nahm sich Steve Previn nach langen Jahren der Beschäftigungslosigkeit in seinem Altersruhesitz Kalifornien mit einem Gewehrschuss das Leben.

Filmografie

Als Fernsehregisseur, wenn nicht anders angegeben

Einzelnachweise

  1. ↑ Einbürgerungsantrag Wolf Stefan Priwin vom 9. August 1940 sowie Angaben bei Find a Grave . Der Nachname des Vaters lautet auf dessen Heiratsurkunde und den Einbürgerungsanträgen in der Eltern eindeutig Privin.
  2. ↑ eine andere Quelle nennt den 9. Juli
  3. ↑ Audiointerview mit Previn vom Januar 1962
  4. ↑ Roman Schliesser: Die Supernase. Karl Spiehs und seine Filme, Verlag Carl Ueberreuter, Wien 2006, S. 73

Literatur

Personendaten
NAME Previn, Steve
ALTERNATIVNAMEN Privin, Wolf Stefan (Geburtsname); Priwin, Wolf Stefan
KURZBESCHREIBUNG deutschstämmiger, US-amerikanischer Film- und Fernsehregisseur
GEBURTSDATUM 21. Oktober 1920
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 12. Juli 1993
STERBEORT Palm Desert, Kalifornien, Vereinigte Staaten