Steven Kaplan (hebräisch סטיבן קפלן) (* 5. Oktober 1953 in New York, USA) ist ein israelisch-amerikanischer Religionswissenschaftler und Äthiopist. Bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Afrikastudien und vergleichende Religionswissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem. Seine Forschungsarbeit konzentriert sich auf die religiöse und soziale Geschichte Äthiopiens, insbesondere auf sogenannte häretische Bewegungen und deren Beziehung zur Orthodoxie. Kaplan gilt als einer der weltweit führenden Experten für die Beta Israel und hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte dieser Gemeinschaft in Äthiopien sowie zu ihrer Integration in die israelische Gesellschaft vorgelegt.
Seine akademische Laufbahn begann Kaplan mit einem Studium der Judaistik und Nahoststudien an der Brandeis University, wo er 1975 sowohl den Bachelor of Arts (B.A.) als auch den Master of Arts (M.A.) erwarb. Anschließend setzte er seine akademische Ausbildung an der Harvard Divinity School fort und schloss 1977 mit dem Master of Theological Studies (M.T.S.) im Fachbereich Vergleichende Religionswissenschaft ab. Mit einer Arbeit über die Rolle als heilig angesehener Äbte im mittelalterlichen Äthiopien der frühen Salomonischen Dynastie (1270–1468) promovierte er 1982 an der Hebräischen Universität Jerusalem zum Ph.D. in Religionswissenschaft und Afrikastudien. Dort lehrte er ab 1984, zunächst als Lecturer, ab 1989 als Senior Lecturer, ab 1992 als Associate Professor und schließlich von 2004 bis zu seiner Emeritierung als Full Professor.
Zwischen 1990 und 2002 war Kaplan an der Hebräischen Universität Vorsitzender des Instituts für Afrikanische und Asiatische Studien sowie des Fachbereichs Afrikastudien. Während dieser Zeit engagierte er sich auch als Vorsitzender des Ausschusses für Forschungsstudenten (1994–2000), sowie als akademischer Direktor des Graduiertenstudienprogramms an der Rothberg International School (RIS) (1994–1996). 2002 übernahm er die Leitung des akademischen Ausschusses des interdisziplinären Programms für Kulturwissenschaften und wurde zudem stellvertretender Direktor der RIS, eine Position, die er bis 2004 innehalten sollte. Zwischen 2004 und 2006 war Kaplan Dekan an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, nachdem er dort bereits im Frühjahr 2002 für kurze Zeit das Amt des stellvertretenden Dekans an der Fakultät innegehalten hatte.
Kaplan war als Gastwissenschaftler an zahlreichen renommierten akademischen Einrichtungen tätig, darunter die School of Oriental and African Studies (SOAS) der University of London, das Radcliffe Institute der Harvard University, das African Studies Center der Boston University sowie das Department of Religion der University of North Carolina at Chapel Hill. Im Sommersemester 2004 hatte er zudem die Hiob-Ludolf-Gastprofessur an der Universität Hamburg inne. Darüber hinaus engagierte er sich in verschiedenen wissenschaftlichen Großprojekten, unter anderem als Berater des Diaspora Museums in Tel Aviv und als Fachspezialist für die Encyclopaedia Aethiopica. Zudem arbeitete er mit dem israelischen Ministerium für Einwanderungsabsorption zusammen. Zu seinen bedeutendsten Publikationen zählt das 1992 erschienene Werk The Beta Israel (Falasha) in Ethiopia, das als Standardwerk zur Geschichte der Beta Israel vor ihrer Konversion zum normativen Judentum zu Beginn des 20. Jahrhunderts gilt.
Kaplan ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
Steven Kaplan hat im Laufe seiner akademischen Laufbahn hunderte Artikel und mehrere Monographien publiziert, wovon viele als maßgebliche Beiträge zur Äthiopistik erkannt worden sind. Im Folgenden findet eine Auswahl wichtiger Arbeiten.
Herausgeberschaften
Monographien
Artikel
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kaplan, Steven |
| KURZBESCHREIBUNG | israelisch-amerikanischer Äthiopist |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1953 |
| GEBURTSORT | New York, USA |