
Steven Utley (geboren 10. November 1948 in Fort Knox, Kentucky; gestorben 12. Januar 2013 in Smyrna, Tennessee) war ein US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller, bekannt vor allem als Autor von Science-Fiction-Kurzgeschichten, insbesondere die Serie der Silurian Tales.
Utley wuchs als Kind eines Berufssoldaten unter anderem in Großbritannien und auf Okinawa auf.
Seine erste Kurzgeschichte The Unkindest Cut of All veröffentlichte er 1972 in der US-Ausgabe der Perry-Rhodan-Serie. Utley schrieb in einem Zeitraum von vier Jahrzehnten über 140 Kurzgeschichten, die in verschiedenen SF-Magazinen erschienen, 36 davon gehören zur Silurian Times-Serie, in der Wissenschaftler durch ein Zeitportal in das Erdzeitalter des Silur reisen. Die Geschichten aus dem Silur erschienen 2012 und 2013 gesammelt als The 400-Million-Year Itch und Invisible Kingdoms. Brian Stableford nannte die Serie die „am besten ausgearbeitete Darstellung einer vergangenen Ära in der spekulativen Literatur der Gegenwart.“
Utley schrieb hauptsächlich Kurzgeschichten, Novellen und Miniaturen. Seine Erzählung Custer’s Last Jump (1976), die er zusammen mit Howard Waldrop schrieb, mit dem er mehrfach zusammenarbeitete, wurde für den Nebula Award nominiert. Der Titel spielt auf Custer’s Last Stand an, die berühmte letzte Schlacht George Armstrong Custers am Little Big Horn. Um genau diese Schlacht geht es in der als historischer Text aufgemachten Erzählung, nur dass in dieser Alternativgeschichte die Sioux nicht auf Mustangs reiten, sondern in Eindeckern angreifen. Die Erzählung gehört zusammen mit Black as the Pit, from Pole to Pole (1977, auch mit Howard Waldrop, deutsch als Schwarz wie der Abgrund, von Pol zu Pol) zu den Vorläufern des Steampunk.
Auch mit Lisa Tuttle – wie Waldrop aus Texas – kollaborierte er mehrfach. Beide Autoren gehörten zu der von Utley mitbegründeten Gruppe der Texas’ Turkey City Writers, einer Gruppe von SF-Autoren aus Austin. Zusammen mit Geo. W. Proctor gab er 1976 die Anthologie Lone Star Universe mit Erzählungen texanischer SF-Autoren heraus, in der die erste Veröffentlichung von Bruce Sterling erschien.
Utley bezeichnete sich ironisch als „einen international unbekannten Autor“ und Dietmar Dath schrieb über ihn: „Sein redliches Widerstreben gegen alles Geschlossene, Systematische und Monumentale hat [Utley] vor jener Sorte Karrieresprüngen bewahrt, die man im Kulturbetrieb ‚Durchbruch‘ nennt.“ Und John Clute meinte: „Fast hinterrücks, teilweise da er keine Romane veröffentlichte, kam es dazu, dass Utley als bedeutender Autor wahrgenommen wurde.“
Neben Science-Fiction schrieb Utley auch Gedichte, zeichnete und textete Comics, seine Comicarbeit fiel dabei vor allem in eine Phase in den 1980er Jahren, in der er sich von der SF enttäuscht abgewandt hatte. Sein Comic The Huggybunnies erschien 1982, außerdem schrieb er mehrere Skripts für DC-Comics. Als Lyriker waren für ihn japanische Senryū ein formales Vorbild.
2013 ist Utley im Alter von 64 Jahren gestorben. In deutscher Übersetzung sind ein gutes Dutzend seiner Kurzgeschichten erschienen, verstreut in verschiedenen Anthologien.
Sammlungen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Utley, Steven |
| ALTERNATIVNAMEN | Utley, Steve; Utley, Stephen; Dale, S. (Pseudonym); Holt, Bruce (Pseudonym); Stevens, Joe (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 10. November 1948 |
| GEBURTSORT | Fort Knox, Kentucky |
| STERBEDATUM | 12. Januar 2013 |
| STERBEORT | Smyrna, Tennessee |