
Das Stift Ilfeld mit der früheren Klosterschule Ilfeld ist ein evangelisches Stift in der Verwaltung der Klosterkammer Hannover. Es umfasst einen Besitz von mehr als 1.500 Hektar Forsten im Landkreis Nordhausen in Thüringen.
1190 wurde das Kloster Ilfeld der Prämonstratenser gegründet. 1546 wurde in den Gebäuden des aufgehobenen Klosters eine evangelische Klosterschule errichtet. Michael Neander setzte hier als Schulleiter ab 1550 die Schwerpunkte und Grundlagen für die spätere Tradition aufbauend auf den Vorstellungen des Reformators Philipp Melanchthon. Mit Aussterben der Territorialherren im Mannesstamm in der Grafschaft Hohnstein 1593 versuchte sich Herzog Heinrich Julius von Wolfenbüttel deren Erbe zu sichern und geriet so mit den konkurrierenden Grafen zu Stolberg in Streit, der erst 1632 vor dem Reichskammergericht entschieden wurde. Der Dreißigjährige Krieg brachte 1622 mit der Katholischen Partei die Restauration der Verhältnisse im Stift Ilfeld und 1629 zogen die Prämonstratenser in ihr altes Kloster wieder ein. Sie wurden jedoch bereits 1631 von herannahenden schwedischen Truppen zur Flucht veranlasst. Die Welfen erhielten 1632 das Stift Ilfeld als „Milde Stiftung“. Diese Exklave wurde bereits seit 1559 von Hannover aus verwaltet. Die Milde Stiftung sollte sich später 1803 beim Reichsdeputationshauptschluss als Vorteil erweisen, da so eine Säkularisation nicht erfolgen konnte. 1633 richtete der protestantische Abt Cajus das Akademische Gymnasium wieder ein. Seit 1823 befindet sich das Stift Ilfeld als Sondervermögen in der Verwaltung der Klosterkammer in Hannover. Die Inanspruchnahme der Gebäude für die Verwaltung des Rüstungsbetriebes Mittelwerk GmbH führte ab 1943 zu einer Verlagerung eines Teils des Schulbetriebs an die Napola Ballenstedt und 1944 zu einer völligen Einstellung des Schulbetriebes in Ilfeld. Mit den Erträgen des Stifts werden heute pädagogische und kirchliche Projekte gefördert. Die Klosterkammer arbeitet weiter an Plänen für ein neues Ilfelder Gymnasium.
In einem Rezess von 1639 erhielten die Herzöge von Braunschweig die bischöflichen Rechte über das Stift, während die Grafen von Stolberg die Vogtei und die Jurisdiktion über Rektor, Konrektor und Verwalter erhielten. 1777 wurde in einem neuen Vergleich bestimmt, dass Stolberg lediglich die Patronatsrechte über Kirche und Pfarre behielt, während Kurhannover alle Rechte der Grafen gegenüber dem Stift für sich beanspruchte. Seitdem war das Stiftsamt ein landesherrliches Amt, also eine landesherrliche Verwaltungsbehörde und ein erstinstanzliches Gericht. Dem Stiftsamtmann war meist das so genannte Hoheitskommissariat übertragen, das die landesherrlichen Hoheitsrecht in der Grafschaft zu beaufsichtigen hatte.
Im Königreich Westphalen wurde das Amt aufgehoben. Das Stift Ilfeld war danach lediglich eine Domäne. Nach dem Ende der Franzosenzeit wurde das Stiftsamt wiederhergestellt. 1822 verzichteten die Grafen von Stolberg auch auf ihre Rechte am Stift mit Ausnahme der Besetzung der Hälfte der Alumnatsstellen. Damit verfügte das Stiftsamt in seinem Gebiet über die landesherrlichen Hoheitsrechte, die Zivil- und Kriminaljurisdiktion und die Verwaltung des umfangreichen Vermögens außerhalb des Königreichs Hannover. Die Appellationen gegen Urteile des stiftischen Gerichts gingen an die landesherrliche Justizkanzlei Göttingen.
Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft. Mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend wurde das königlich hannoversches Amtsgericht Hohnstein für die Rechtsprechung gegründet. Es umfasste das Amt Hohnstein zu Neustadt unterm Hohnstein. Das Stiftsamt Ilfeld ging im Amt Hohnstein auf, welches die Verwaltungsaufgaben übernahm.
Seitdem war das Stiftsamt Ilfeld ein unter der Aufsicht der Klosterkammer in Hannover stehendes Domänenamt.
Koordinaten: 51° 35′ 6″ N, 10° 47′ 13″ O