| Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 14. Dezember 1920, 22. September 1949 (Wiederbegründung) |
| Gründer | Carl Friedrich von Siemens et al. |
| Sitz | Essen |
| Vorläufer | Stifterverband der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft |
| Zweck | Verbesserung des Bildungs- und Innovationssystems |
| Vorsitz | Melanie Maas-Brunner |
| Geschäftsführung | Volker Meyer-Guckel |
| Umsatz | 49,2 Mio. Euro (2025) |
| Beschäftigte | ca. 300 |
| Mitglieder | ca. 3.000 |
| Website | www.stifterverband.org |
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, kurz Stifterverband, ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Hauptsitz in Essen und Hauptstadtbüro in Berlin. Seine Arbeitsgebiete sind die Verbesserung des Bildungs- und Wissenschaftssystems sowie die Stärkung der Innovationskraft in Deutschland. Als Organisation analysiert, berät, fördert und vernetzt der Stifterverband Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Darüber hinaus ist der Stifterverband mit dem Deutschen Stiftungszentrum Treuhänder für rund 670 zumeist wissenschaftsfördernde Stiftungen. Der Stifterverband wurde 1920 als „Stifterverband der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“ gegründet.
Der Stifterverband finanziert sich in erster Linie aus den Zuwendungen seiner Mitglieder und Förderer. 2025 investierte der Stifterverband 31 Millionen Euro in seine Förderprogramme.
Präsidentin des Stifterverbandes ist seit Juni 2026 Melanie Maas-Brunner. Generalsekretär ist seit Januar 2022 Volker Meyer-Guckel.
Bildung & Kompetenzen: Ziel ist es, das deutsche Bildungssystem so weiterzuentwickeln, dass es Menschen mit den notwendigen Kompetenzen für eine sich wandelnde Gesellschaft ausstattet. Schwerpunkte sind die Verbesserung der Lehrkräfteausbildung, die Förderung von MINT-Kompetenzen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die Verbreitung von sogenannten Future Skills – also Zukunftskompetenzen für die digitale und nachhaltige Transformation – sowie die Modernisierung der Hochschullehre.
Kollaborative Forschung & Innovation: Hier steht die Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und Gesellschaft im Mittelpunkt, um Innovationen zu fördern. Themen sind Wissenstransfer, Ausgründungen aus Hochschulen (Science Entrepreneurship), Open Science sowie die politische Gestaltung des Innovationssystems.
Die Partner des Stifterverbandes sind vor allem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung sowie die Studienstiftung des deutschen Volkes.
Des Weiteren ist der Stifterverband Träger:
Mit der im Februar 2024 gestarteten Gemeinschaftsinitiative „Zukunftsmission Bildung“ beschäftigt sich mit strukturellen Herausforderungen im Bildungssystem Deutschlands. Sie bekämpft die MINT-Fachkräftelücke und den zunehmenden Mangel an Lehrkräften in Deutschland. Die Initiative arbeitet in vier thematischen Allianzen: für Lehrkräfte, für MINT-Fachkräfte, für Future Skills und für Schule Plus (Vernetzung schulischer und außerschulischer Bildungsangebote). Ziel ist ein leistungsfähigeres Bildungssystem, das schnell mehr Menschen mit zukunftsrelevanten Kompetenzen ausbildet.
Seit 2015 organisiert der Stifterverband einmal im Jahr den Gipfel für Forschung und Innovation (vormals: Forschungsgipfel) (gemeinsam mit der Leopoldina und der Expertenkommission Forschung und Innovation). Auf dem Gipfel diskutieren rund 400 Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zentrale Themen der Forschungs- und Innovationspolitik in Deutschland.
In enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen deutschen Forschungsorganisationen vergibt der Stifterverband Preisgelder für besonders förderungswürdig erachtete, erfolgreiche Forschungsarbeiten. Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergibt der Stifterverband den Communicator-Preis. Dieser persönliche Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird an Wissenschaftler aus allen Fachgebieten vergeben, die in herausragender Weise die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit sowie die ihres Faches in die Medien und die nicht wissenschaftliche Öffentlichkeit vermitteln. Mit der Helmholtz-Gemeinschaft wird der Erwin-Schrödinger-Preis für interdisziplinäre Forschung seit 1999 jährlich vergeben. Seit 2022 wird gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft der Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes vergeben. Mit ihm werden alle zwei Jahre erfolgreiche Start-ups der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet, die eine besonders positive Auswirkung auf die Gesellschaft haben. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung sowie die Leibniz-Gemeinschaft („Wissenschaftspreis: Gesellschaft braucht Wissenschaft“) haben je einen eigenen entsprechenden Wissenschaftspreis, über dessen Preisträger-Auswahl die internen Gremien der Wissenschaftsgesellschaften eigenständig entscheiden. Gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz wird seit 2006 der Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre vergeben. Gemeinsam mit der Leopoldina vergibt der Stifterverband seit 2009 alle zwei Jahre den Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis. Der Preis zeichnet Wissenschaftler oder Forscherteams aus, die einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bearbeitung gesellschaftlich wichtiger Problembereiche geleistet haben.
Seit 1997 stellt der Stifterverband die Geschäftsstelle des Deutschen Zukunftspreises. Diese kümmert sich um die Beschaffung der erforderlichen Mittel für die Preisvergabe, die Betreuung der Gremien, die Organisation des Auswahlverfahrens und der Preisverleihung.
Von 1970 bis 1979 vergab der Stifterverband einen Sonderpreis bei der jährlichen Verleihung des Adolf-Grimme-Preises.
Um Städte und Stadtregionen zu mehr Leistung und Förderung im Bereich Wissenschaft zu motivieren, rief der Stifterverband von 2004 bis 2013 den Preis Stadt der Wissenschaft aus. Hervorgehoben wurden dabei insbesondere Regionen, in denen Wissenschaft an Wirtschaft und Kultur angebunden sind. Eine wesentliche Rolle dabei spielte auch, dass Wissenschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Die Auszeichnung erhielten bislang:
In der Finalrunde 2013 wurden unter 50 Bewerbern – darunter auch aus Städten, die bereits eine Runde gewonnen haben – zehn Projekte in Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Dresden, Kaiserslautern, Karlsruhe, Münster, Regensburg und Rostock ausgewählt. Den Publikumspreis erhielt schließlich Münster mit dem Projekt „Münsters Originale“, das verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Wissenschaft und Hochschulstudium beinhaltete.
Als empirische Grundlage für seine Arbeit betreibt der Stifterverband eigene Analyse- und Datenprojekte. Dazu gehört das seit 2011 jährlich erscheinende Hochschul-Barometer (gemeinsam mit der Heinz Nixdorf Stiftung), das die Einschätzungen der Hochschulleitungen zur Lage des deutschen Hochschulsystems erhebt, sowie der Gründungsradar, der die Gründungsaktivitäten an deutschen Hochschulen vergleicht. Die Ergebnisse fließen in Empfehlungen für Hochschulen, Unternehmen und die Politik ein. Sie werden unter anderem auf der Seite "Daten-Navigator" veröffentlicht.