| Strandwinde oder Strandwindenblatt | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Strandwinde oder Strandwindenblatt (Calystegia soldanella) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Calystegia soldanella | ||||||||||||
| (L.) R.Br. |
Die Strandwinde (Calystegia soldanella; synonym Convolvulus soldanella L.) oder Kohlwinde ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zaunwinden (Calystegia) in der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die auch Meer-Kohlwinde (früher lateinisch brassica marina) genannte Art ist weltweit in der Nähe der Meere verbreitet.
Die Strandwinde ist eine unbehaarte, ausdauernde Pflanze, die ein Rhizom als Überdauerungsorgan bildet. Die Stängel sind niederliegend und werden bis zu 60 cm lang. Die Blattspreite hat eine Länge von 1 bis 3 cm, ist 1,5- bis 2-mal breiter als lang, nierenförmig und leicht fleischig.
Die Blütenstandsstiele sind 3 bis 6 cm lang und überragen damit meist die sie begleitenden Laubblätter. Die Vorblätter sind 7 bis 16 mm lang, 5 bis 10 mm breit, eiförmig bis mehr oder weniger rund, die Spitze ist gekerbt bis stumpf. Sie setzen direkt unterhalb des Kelches an und umschließen ihn mehr oder weniger, so dass sie flach oder den Kelch umfassend geformt sind. Die Kelchblätter sind 10 bis 16 mm lang, Die Krone ist pink gefärbt und 32 bis 52 mm lang.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Die Strandwinde wurzelt bis 1,5 Meter tief.

Die Art ist weltweit, vor allem in temperierten bis subtropischen Regionen in Küstennähe zu finden, meist unterhalb von 50 m Meereshöhe. Sie bevorzugt sandige Meeresufer und Küstenstrände. Sie kommt in Europa vor in Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Deutschland, Belgien, Niederlande, Dänemark, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei, außerdem ist sie laut Floraweb heimisch an den Küsten Japans. Sie ist in Deutschland eine Charakterart des Elymo-Ammophiletum aus dem Verband der Strandhafer-Weißdünen-Gesellschaften (Ammophilion arenariae). Die Art ist in Deutschland streng gesetzlich geschützt. Sie ist nach Floraweb in Deutschland vom Aussterben bedroht.
Das Kraut der Strandwinde (im Mittelalter lateinisch auch Soldanella) wurde früher als Herba Soldanellae sive Brassicae marinae in den Handel gebracht und unter anderem als Diuretikum verwendet.
Für die Strandwinde bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Meerglöcklein, Meerkohl (bereits 1587 erwähnt), Meerwinde und Seekohl.
Die Strandwinde wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 159 als Convolvulus soldanella erstbeschrieben. Das Epitheton soldanella sollte an die Gattung Alpenglöckchen (Soldanella) wegen der Ähnlichkeit der Blätter erinnern. Linné hatte das Epitheton aus Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen, der die Art als Soldanella maritima minor bezeichnet hatte. Die Art wurde 1819 von Johann Jacob Roemer und Joseph August Schultes in Systema Vegetabilium, ed. 15[bis] Band 4 Seite 184 als Calystegia soldanella (L.) Roem. & Schult. in die Gattung Calystegia gestellt. Die Art wurde von Robert Brown 1810 in Prodromus Florae Novae Hollandiae et Insulae van-Diemen nicht als Calystegia soldanella in die Gattung Calystegia gestellt.