| 120 mm Mörsergranate Strix | |
|---|---|
| Allgemeine Angaben | |
| Typ | Präzisionsgelenkte Mörsergranate |
| Herkunftsland | |
| Hersteller | Bofors, FFV |
| Entwicklung | 1984 |
| Indienststellung | 1994 |
| Einsatzzeit | im Dienst |
| Stückpreis | ~24.000 US-Dollar |
| Technische Daten | |
| Länge | 84,2 cm, 1,09 m mit Ladungsträger |
| Durchmesser | 120 mm |
| Gefechtsgewicht | 18,2 kg, 23,6 kg mit Ladungsträger |
| Reichweite | 7,5 km |
| Ausstattung | |
| Lenkung | IMU |
| Zielortung | Wärmebildkamera (IIR) |
| Gefechtskopf | Hohlladung |
| Zünder | Aufschlagzünder |
| Waffenplattformen | 120-mm-Mörser |
| Listen zum Thema | |
Strix (oder STRIX) ist eine gelenktes (selbstzielsuchendes) 120-mm-Mörsergranate aus Schweden. Strix war bei ihrer Einführung die weltweit erste serienreife präzisionsgelenkte Mörsergranate.
Die Entwicklung des Strix begann 1980 in Zusammenarbeit von Bofors und der Försvarets Fabriksverk (FFV). Die ersten Exemplare wurden im Oktober 1988 für die Truppenerprobung an die schwedischen Streitkräfte ausgeliefert. Eine Liefervereinbarung wurde 1991 unterzeichnet und die ersten Strix wurden 1994 an die schwedischen Streitkräfte ausgeliefert. Danach konnte die Schweizer Armee als weiterer Kunde gewonnen werden. Dort trägt Strix die Bezeichnung 12 cm Minenwerfer intelligentes Geschoss 96 STRIX (12 cm Mw int G 96 STRIX). Seit Bofors im Jahr 2005 in BAE Systems aufgegangen ist, wird Strix von diesen weiterhin auf dem Exportmarkt angeboten. Bis 2019 wurden rund 4700 Strix zu ein einem Stückpreis von etwa 24.000 US-Dollar hergestellt.
Die Strix ist eine Mörsergranate mit Kaliber 120 mm. Sie hat eine Länge von 84,2 cm und ist 18,2 kg schwer. Hinter der transparenten Granatspitze befindet sich eine Wärmebildkamera. Dahinter sind die Batterien zur Elektrizitätsversorgung, eine Inertiale Messeinheit (IMU) und die Elektronik der Lenkeinheit verbaut. Danach folgt ein Fach mit 12 kleinen Feststoffraketentriebwerken die tangential zu zur Längsachse angeordnet sind und für Kurskorrekturen im Zielanflug benötigt werden. Daran folgt die Hohlladung. Zuhinterst am Heck sind vier Wickelleitwerke eingebracht. Strix wird für den Abschuss mit einem Ladungsträger, einem speziellen Mörsergranaten-Heckteil, in den Mörser geschoben. An dem 1,8 kg wiegenden Ladungsträger werden 1–8 Treibladungen aufgesetzt. Strix wieg zusammen mit dem Ladungsträger sowie 8 Treibladungen 23,6 kg und hat eine Länge von 1,09 m. Um die Schussdistanz zu erhöhen, kann am Heck der Strix-Granate ein 5,4 kg schweres Raketentriebwerk aufgesetzt werden.
Strix wurde entwickelt, um Panzerverbände auf dem Marsch mit präzisem, indirektem Feuer zu bekämpfen. Strix kann bei Tag und Nacht getarnte Ziele entdecken und bekämpfen. Einschränkungen ergeben sich, wenn im Zielgebiet dichter Bodennebel herrscht. Das Geschoss wird aus konventionellen 120-mm-Mörsern der Infanterie verschossen. Daneben kann Strix auch aus den 12 cm Festungsminenwerfern 1959 der Schweizer Armee sowie aus fahrzeuggebundenen Mörsern verschossen werden. Die minimale Schussdistanz liegt bei 1 km. Mit den Standard-Treibladungen auf dem Ladungsträger beträgt die Schussdistanz rund 5 km und mit dem zusätzlichen Raketentriebwerk etwa 7,5 km.
Vor dem Abschuss wird in der Lenkeinheit der Strix-Granate (in der Regel neben dem Mörser) die Aktivierungszeit für die Such- und Lenkphase einprogrammiert. Dies geschieht innerhalb weniger Sekunden durch einen Tabletcomputer, der über ein Datenkabel mit dem Geschoss angeschlossen wird. Dann wird der Ladungsträger mit den Treibladungen und danach die Strix-Granate ins Mörserrohr geschoben. Das optionale Raketentriebwerk wird zwischen der Granate und dem Ladungsträger platziert. Es wird beim Abschuss durch den Rückstoß an die Strix-Granate gekoppelt. Die Strix-Granate wird wie eine konventionelles Mörsergranate auf eine ballistische Flugbahn (Wurfparabel) verschossen. Dabei beträgt die Rückstoßkraft bis zu 40.000 g. Nach dem Verlassen des Mörserrohres entfalten sich am Heck die Wickelleitwerke, welche die Granate während des Fluges stabilisieren. Der Ladungsträger fällt rund 50 m nach dem Verlassen des Rohres auf die Erde zurück. Das Raketentriebwerk zündet mit einem pyrotechnischen Verzögerungssatz. Hat die Granate den Scheitelpunkt der Wurfparabel erreicht, werden das Raketentriebwerk sowie die Schutzhaube des Infrarot-Suchkopfes abgesprengt. Der Suchkopf sucht jetzt mit der Infrarotkamera das unter ihm liegende Gelände nach Zielen ab. Dabei wird die Wärmeausstrahlung von Fahrzeugmotoren in einem kreisförmigen Gebiet mit rund 300 m Durchmesser erfasst. Der Suchkopf arbeitet auf einer Wellenlänge von 3 bis 5 µm und unterscheiden zwischen zerstörten (brennenden) und intakten Fahrzeugen. Sobald ein Ziel erkannt wird, steuert Strix mit Hilfe der seitlichen Raketentriebwerke auf das Ziel zu. Im optimalen Fall trifft Strix den Geschützturm oder den Fahrzeugmotor. Beim Aufschlag zündet der Hohlladungsgefechtskopf. Dieser hat eine Durchschlagsleistung von rund 700 mm Panzerstahl. Der Gefechtskopf soll über genügend Leistung verfügen, um Reaktivpanzerung und die dahinter liegende Hauptpanzerung zu durchschlagen.
Durch den steilen Anflugwinkel ist Strix nur schwer durch abstandsaktive Schutzsysteme zu bekämpfen. Nebelmittelwurfanlagen mit multispektralen Nebelmitteln sowie Infrarot-Tarnnetze können einen Schutz gegen die Strix-Munition bieten. Die Treffererwartung gegen ein fahrendes Ziel soll bei 20 % und gegen ein stehendes Ziel bei 75 % liegen.