
Docken dienten im Bauwesen den Dachdeckern insbesondere im norddeutschen Raum als Hilfsmittel, um das Eindringen von Schlagregen, Flugschnee usw. unter eine Dachdeckung aus Hohlpfannen zu verhindern, bevor sich Falzziegel oder Unterspannbahnen zu diesem Zweck verbreiteten.
Der Begriff Docke meint nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm ein zusammengedrehtes Bündel. Dementsprechend bestanden Docken ursprünglich aus Stroh, die als Strohdocken handwerklich zu kleinen „Bündelchen“ gebunden und unter die einzelnen Dachziegel geschoben wurden. In diesem Sinne erscheint der Begriff der Docken in Baurechnungen sowie Bauordnungen seit dem 16. Jahrhundert und wird im 18. Jahrhundert in der Oeconomischen Encyclopädie von Johann Georg Krünitz beschrieben. Strohdocken gehörten früher regelmäßig zu Hohlpfannendeckungen.
Der eigentlich von Strohdocken herrührende Begriff hat sich auf Pappdocken übertragen, die bei anderem Material und anderer Beschaffenheit dieselbe bautechnische Funktion erfüllen und ebenfalls eine historische Bautechnik darstellen. Pappdocken bestehen aus zugeschnittenenen, gefalteten Dachpappebahnen, die unter jede einzelne Hohlpfanne geschoben wurden. Die nackten, weichen Bitumen-Dachbahnen schließen Fugen der Dachziegel und führen durch ein Verkleben außerdem zu einer gewissen Windsogsicherung.
Auch ein Mörtelverstrich, d. h. das Vermörteln von Längsfugen und Überlappungsbereichen der Dachziegel war üblich. In anderen Regionen mit Biberschwanzdeckungen wurden die Stoßfugen der einfachen Deckung mit untergelegten „Dachspänen“ (d. h. hölzernen Spließen) abgedichtet. Im Mittel- und Hochgebirge wurden auch massive Unterdächer aus Brettschalungen (teilweise zusätzlich mit einer durchgehenden Schicht Dachpappe) verbaut.

Strohdocken bestehen aus geknickten oder abgebundenen Strohbündeln bzw. -büscheln von etwa 40 cm Länge und 4 cm Durchmesser, die unter die Hohlpfanne auf die Dachlatten gebunden oder gelegt wurden. Die unten gespreizten Enden der Strohbündel dienten als abdichtendes, weiches Auflager der früher von Hand stets etwas unregelmäßig geformten Dachziegel und reichten unter der Vorderkante des Dachziegels ein paar Zentimeter heraus.
Durch das von außen sichtbare Herausschauen der Strohdocken aus der eigentlich feuersicheren Ziegeldeckung entstand eine Brandgefahr bei Funkenflug. Diese Gefährdung war Ursache für die zahlreiche Nennung von Strohdocken in historischen Bauordnungen. So wurde insbesondere in eng bebauten Städten die Verwendung von Strohdocken häufig eingeschränkt oder verboten.
Unter besonderen Voraussetzungen bei Baudenkmälern und zur Demonstration historischer Bautechniken werden Strohdocken noch heute von speziell ausgebildeten Dachdeckern eingesetzt.
Pappdocken waren auf das Maß des Dachziegel- bzw. Dachsteins abgestimmt. Sie wurden auf der jeweils vorhergehenden Dachziegelreihe mit Überdeckung und der nächstfolgenden Dachlatte verlegt. Die Dachziegel-/steine folgten unmittelbar danach. Anschließend wurde das überstehende Ende der Docke um die Köpfe der Dachziegel geschlagen, die nächste Docke folgte usw.
Pappdocken entsprechen heute nicht mehr dem anerkannten Stand der Technik.
Gleichwohl sind Pappdocken in Norddeutschland nach wie vor erhältlich und werden dort auch heute noch verarbeitet. Der ausführende Dachdeckerbetrieb muss sich eine objektbezogene Genehmigung des Dachziegel-/-steinherstellers einholen, um die Garantieansprüche nicht zu verlieren.