Schallplattenorchester

Odeon-Orchester, „Lothringer-Marsch (Marche Lorraine)“ (Louis Ganne), ca. 1910

Schallplattenorchester (auch Studioorchester genannt) sind meist nicht ständig zusammenspielende (Ad-hoc-)Orchester zum Zwecke von Schallplattenaufnahmen. Die Orchestermusiker werden entweder dauerhaft oder sogar nur projektweise verpflichtet; sie spielen hauptberuflich in anderen Orchestern oder sind als freischaffende Musiker oder gar Solisten tätig. Selten wurden aber auch Orchester auf Dauer geschaffen, so das Philharmonia Orchestra von 1945 bis 1964.

Bis in die 1920er Jahre waren für Tonaufnahmen Orchester ohne eigene Namensnennung üblich, da das bis etwa 1925 übliche akustische Aufnahmeverfahren ohnehin den Orchesterklang stark verstümmelte. Benannt wurde dann nach dem Label (Odeon-Orchester), dem Dirigenten (Leopold Stokowski und sein Orchester) oder es blieb gar völlig unbenannt (… und/mit Orchester). Später wurde meist nur noch der Name des Labels verwendet (Columbia Symphony Orchestra, RCA Victor Symphony Orchestra), selten aber auch ein neutraler Name (Philharmonia Orchestra). Die Hochzeit für solche Formationen ging bis circa 1965.

Gründe, die gegen die Verpflichtung eines regulären Orchesters sprachen, waren:

Zu unterscheiden von speziell zusammengestellten Schallplattenorchestern sind die Fälle, in denen komplette Symphonieorchester, meist aufgrund anderer Vertragsbindungen, nur unter anderem Namen Schallplattenaufnahmen machten. Beispiele:

Einzelnachweise

  1. ↑ Philharmonia Orchestra: History, abgerufen am 9. Juli 2015
  2. ↑ Peter Uehling: Karajan. Eine Biographie. 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek 2008, ISBN 3-499-62287-4.
  3. ↑ Emanuel Eckardt: Mäzene und Sponsoren. In: Die Zeit, 2003, Nr. 1.