Study of Man’s Impact on Climate

Die Study of Man's Impact on Climate (SMIC, auf Deutsch etwa „Studie über den Einfluss des Menschen auf das Klima“) war eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema des menschlichen Einflusses auf das Klima, die vom 28. Juni 1971 bis zum 16. Juli 1971 in Stockholm, Schweden, stattfand. Sie befasst sich mit verschiedenen Hypothesen, darunter die Zerstörung der Ozonschicht und die Erwärmung (oder Abkühlung) des Klimas, fasst den aktuellen Wissensstand zu diesen Themen zusammen und fordert – unter Hinweis auf die vielen noch bestehenden Unbekannten – mehr Mittel für die wissenschaftliche Klimaforschung.

Hintergrund

1972 sollte die UN-Umweltkonferenz in Stockholm stattfinden. Im Vorfeld initiierte Carroll L. Wilson 1970 in den USA die Organisation der Study of Critical Environmental Problems (SCEP; auf Deutsch etwa „Studie zu kritischen Umweltproblemen“). Diese befasste sich mit den Umweltproblemen, die in der Öffentlichkeit zunehmend Beachtung fanden, und identifizierte den Klimawandel als eines davon. Wilson war am Massachusetts Institute of Technology (MIT) tätig, ehemaliger Generaldirektor der Atomenergiebehörde und ebenfalls Mitglied des Club of Rome, der an der Ausarbeitung des 1972 veröffentlichten Berichts Die Grenzen des Wachstums beteiligt war. Wilson und das MIT beschlossen, eine neue Konferenz mit dem Titel „Study of Man’s Impact on Climate“ (SMIC) den Risiken einer Veränderung der Atmosphäre und des Klimas zu widmen und eine internationale Koordinierung der Forschung zu diesem Thema anzustoßen – an der SCEP hatten fast ausschließlich amerikanische Forscher teilgenommen.

Die SMIC, die das Risiko des Klimawandels zu den Umweltanliegen zählte, war ebenfalls als Vorbereitung auf die Stockholmer Konferenz gedacht, die im nächsten Jahr stattfinden sollte.

Ablauf und Schlussfolgerungen

Die SMIC-Konferenz wurde vom MIT organisiert und von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften sowie der Königlich Schwedischen Akademie der Ingenieurwissenschaften ausgerichtet. Vom 28. Juni 1971 bis zum 16. Juli 1971, also drei Wochen lang, trafen sich in Stockholm dreißig Forscher (hauptsächlich aus den Atmosphärenwissenschaften) aus vierzehn Ländern. Den Vorsitz der Konferenz hatte Carroll L. Wilson vom MIT.

Die auf der Konferenz anwesenden 37 Forscher (davon zwei Frauen) gaben einen Überblick über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den wichtigsten Mechanismen, über die die Menschheit das Klima beeinflussen kann. Sie beschäftigten sich dabei vor allem mit den Emissionen von Aerosolen, Treibhausgasen (allen voran Kohlendioxid, CO₂) und anderen Schadstoffen in die Atmosphäre (Troposphäre und Stratosphäre) sowie mit Veränderungen der Landnutzung (Abholzung usw.). Die Risiken einer Zerstörung der Ozonschicht und einer Veränderung der durchschnittlichen Lufttemperaturen wurden ebenso berücksichtigt wie die damit verbundenen Auswirkungen oder Mechanismen (Abnahme der Albedo, Abschmelzen der Eiskappen und des arktischen Meereises, Veränderung des Golfstroms usw.).

Bei diesem letzten Punkt standen sich zwei Thesen gegenüber: die einer globalen Abkühlung, die durch den Ausstoß von Aerosolen verursacht wird, die die einfallende Sonnenenergie reflektieren, und die einer globalen Erwärmung als Folge des vom Menschen verursachten CO₂-Ausstoßes, der den Treibhauseffekt verstärkt. Da es an Beweisen mangelte, konnten die Forscher nicht feststellen, welche der beiden Hypothesen am wahrscheinlichsten ist, weshalb sie sich darauf beschränkten, auf das Risiko einer Klimaveränderung hinzuweisen.

Allgemeiner gesagt: Der im selben Jahr veröffentlichte Konferenzbericht mit dem Titel Inadvertent climate modification: Report of the study of Man's impact on climate, verzichtete auf genaue Vorhersagen und hob stattdessen die möglichen Folgen menschlichen Handelns hervor – insbesondere die Emissionen von Aerosolen und Treibhausgasen – sowie die Notwendigkeit weiterer Forschung (deren Kosten der Bericht bezifferte), um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen.

„It is clear to us that without additional research and monitoring programs the scientific community will not be able to provide the firm answers which society may need if large-scale, and possibly irreversible, inadvertent modification of the climate is to be avoided.“

„Für uns ist klar: Ohne zusätzliche Forschung und Überwachungsprogramme wird die Wissenschaft nicht in der Lage sein, die fundierten Antworten zu liefern, die die Gesellschaft möglicherweise braucht, um unbeabsichtigte, großräumige und möglicherweise irreversible Klimaveränderungen zu verhindern.“

Auf der UN-Umweltkonferenz in Stockholm gehört der SMIC-Bericht zur empfohlenen Literatur.

Liste der Teilnehmenden

Die folgende Liste führt die teilnehmenden Personen auf, unterteilt nach ihrer Funktion und fachlichen Zugehörigkeit.

Leitung & Sekretariat

Director

Associate Director

Joint Secretaries

Physik & Meteorologie

Chemie & Atmosphäre

Ozeanographie & Umwelt

Verwaltung & Forschungsinstitute

Weitere Teilnehmende

Berater (Consultants)

Research Staff & Support Staff (Forschungs- und Unterstützungspersonal)

Literatur

Anmerkungen

  1. ↑ Der Konferenzbericht geht insbesondere auf die Ergebnisse des Klimamodells von Manabe und Wetherald aus dem Jahr 1967 (aktualisiert 1971) ein, das die Klimasensitivität auf 2 °C schätzt, was angesichts des durchschnittlichen jährlichen Anstiegs der CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu einem Anstieg der Durchschnittstemperatur um 0,5 °C zwischen 1958 und 1971 führte.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Paul Warde, Libby Robin, Sverker Sörlin: The Environment : A History of the Idea. Johns Hopkins University Press, 2018, ISBN 978-1-4214-2679-2, Climate Meets Environment, S. 119–120, 137–138 (englisch).
  2. 1 2 Jean-Baptiste Fressoz: Sans transition : Une nouvelle histoire de l'énergie. Éditions du Seuil, 2024, ISBN 978-2-02-153855-7, S. 239–247 (französisch).
  3. 1 2 Bert Bolin: A History of the Science and Politics of Climate Change. Cambridge University Press, 2007, ISBN 978-0-511-72173-1, S. 27–28, doi:10.1017/CBO9780511721731 (englisch).
  4. 1 2 3 4 Joshua P. Howe: Behind the Curve : Science and the Politics of Global Warming. University of Washington Press, 2014, ISBN 0-295-80509-9, S. 57, 73–76 (englisch).
  5. 1 2 3 4 5 Spencer R. Weart: The Discovery of Global Warming. Harvard University Press, 2008, ISBN 0-674-03189-X, S. 67–68, 105 (englisch).
  6. 1 2 3 4 William M. Kellogg: Mankind's impact on climate: The evolution of an awareness. In: Climatic Change. Nr. 10, April 1987, S. 120–122, doi:10.1007/BF00140251 (englisch).
  7. ↑ R. C. S.: Inadvertent climate modification: Report of the study of Man's impact on climate. Sponsored by Massachusetts Institute of Technology. In: Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society. Band 98, Nr. 417, 1972, S. 708–709, doi:10.1002/qj.49709841724 (englisch).
  8. ↑ David M. Ludlum: Inadvertent Climate Modification. In: Weatherwise. Band 24, Nr. 5, Oktober 1971, doi:10.1080/00431672.1971.9931545 (englisch).
  9. 1 2 William H. Matthews, William Kellogg, G. D. Robinson: Global Environment: Man's Impact on the Climate. In: Science. Band 176, Nr. 4030, 7. April 1972, S. 38 (englisch, 1 S.).
  10. 1 2 Inadvertent Climate Modification. Report of the Study of Man's Impact on Climate (SMIC). M. I. T. Press, Cambridge, Mass. 1971, ISBN 978-0-262-19101-2, S. xxiv (englisch).
  11. 1 2 William H. Matthews: Climatic effects of man's activities. In: International Journal of Environmental Studies. Band 4, Nr. 1-4, 1973, S. 283–289, doi:10.1080/00207237308709575 (englisch).
  12. ↑ S. George Philander: Encyclopedia of Global Warming and Climate Change. SAGE Publishing, 2012, ISBN 978-1-4129-9261-9, Chronology, S. XXXIX (englisch).
  13. ↑ Inadvertent Climate Modification. Report of the Study of Man's Impact on Climate (SMIC). M. I. T. Press, Cambridge, Mass. 1971, ISBN 978-0-262-19101-2, S. xix–xxi (englisch).

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