Die Suardonen (handschriftlich Suardones, Suarines) waren nach Tacitus (Tac. Germ. 40,2) ein den Nerthus-Kult ausübender germanischerStamm, der im nördlichen Jütland lokalisiert wird. Zwar bieten die besseren Germania-Handschriften die Lesart Suarines, jedoch hat sich seit dem 19. Jahrhundert mit Johann Kaspar Zeuß, Karl Müllenhoff und Rudolf MuchSuardones etabliert.
„Dann folgen die Reudigner, Avionen, Anglier, Variner, Eudosen, Suardonen und Nuitonen; ihnen allen gewähren Flüsse oder Wälder Sicherheit. Im einzelnen haben sie nichts Bemerkenswertes, insgesamt aber verehren sie Nerthus, das heißt die Mutter Erde, und glauben, die Göttin nehme teil am Treiben der Menschen...“
– Manfred Fuhrmann, Tacitus Germania Lateinisch/Deutsch, Stuttgart 2007
Die Bedeutung und Etymologie des Namens bleibt nach Friedrich Grünzweig wegen der einzigen Belegstelle bei Tacitus und der Überlieferung der Handschriften unklar.
Literatur
Alf Önnerfors: P. Cornelius Tacitus Germania - De origine et sitv Germanorum liber. B.G.desTeubner, Stuttgart 1983, ISBN 3-519-01838-1.
Rudolf Much: Suardones. In: Johannes Hoops (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde 1. Auflage, Band 4. Karl J. Trübner, Straßburg 1918–19, S. 297f.
Alexander Sitzmann, Friedrich E. Grünzweig: Altgermanische Ethnonyme. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert. (= Philologica Germanica. 29). Fassbaender, Wien 2008, ISBN 978-3-902575-07-4, S. 260f.