Permutationsmatrizen der direkten Summe (links) und der schiefen Summe (rechts) zweier Permutationen
Eine Summe von Permutationen ist in der Kombinatorik eine Verknüpfung zweier Permutationen, durch die eine neue Permutation entsteht. Die Länge der Ergebnispermutation entspricht dabei der Summe der Längen der beiden Ausgangspermutationen. Man unterscheidet zwei Möglichkeiten der Summenbildung, die direkte Summe und die schiefe Summe. Bei der direkten Summe wird die zweite Permutation verschoben an die erste angehängt, bei der schiefen Summe die erste Permutation verschoben der zweiten vorangestellt. Die zugehörigen Permutationsmatrizen weisen eine entsprechende Blockstruktur auf.
Die Bildung rein direkter oder rein schiefer Summen von Permutationen ist assoziativ, für gemischte direkte und schiefe Summen gilt jedoch das Assoziativgesetz im Allgemeinen nicht. Summen komplementärer oder reverser Permutationen lassen sich durch Summen der Ausgangspermutationen darstellen. Auch die Inverse einer Summe von Permutationen ergibt sich als Summe von Inversen. Direkte und schiefe Summen von Permutationen spielen eine wichtige Rolle bei der Zerlegung von Permutationen in ihre Grundbausteine und bei der Charakterisierung separabler Permutationen.
definiert. In Tupelschreibweise wird demnach bei einer direkten Summe die zweite Permutation um verschoben an die erste angehängt und bei einer schiefen Summe die erste Permutation um verschoben der zweiten vorangestellt.
Ist die zur Permutation zugehörige Permutationsmatrix, dann ist die Permutationsmatrix der direkten Summe zweier Permutationen und eine Blockmatrix der Form
und die Permutationsmatrix der entsprechenden schiefen Summe eine Blockmatrix der Form
.
Hierbei steht jeweils für eine Nullmatrix passender Größe. Sind beispielsweise und , dann ergibt sich
und .
Eigenschaften
Assoziativität
Assoziativität direkter Summen von Permutationen
Die Bildung rein direkter und rein schiefer Summen ist assoziativ, das heißt für Permutationen , und gilt
und
.
Für gemischte direkte und schiefe Summen gilt jedoch das Assoziativgesetz im Allgemeinen nicht, wie das Beispiel
zeigt. Auch das Kommutativgesetz ist im Allgemeinen nicht erfüllt.
Symmetrien
Horizontale and vertikale Spiegelungen der Summe der Permutationen (3,2,1) und (1,2,3)
Die zu einer Permutation komplementäre Permutation ist . Für das Komplement der Summe zweier Permutationen und gilt
sowie
.
Entsprechend ist die zu einer Permutation reverse Permutation. Für die Reverse der Summe zweier Permutationen und gilt
sowie
.
Die zugehörigen Permutationsmatrizen sind entsprechend an einer horizontalen beziehungsweise vertikalen Achse gespiegelt.
Inverse
Für die Inverse der Summe zweier Permutationen und ergibt sich
Blockstrukturierung der Permutationsmatrix der separablen Permutation (4,3,5,1,2,7,8,6)
Direkte und schiefe Summen spielen in der Kombinatorik eine wichtige Rolle bei der Zerlegung von Permutationen in ihre Grundbausteine. Eine solche Zerlegung ist allerdings aufgrund der Assoziativität der Summenbildung nicht notwendigerweise eindeutig. Diejenigen Permutationen, die sich vollständig als direkte oder schiefe Summe trivialer Permutationen darstellen lassen, heißen separable Permutationen. Die Anzahl separabler Permutationen der Länge wird durch die (großen) Schröder-Zahlen angegeben (Folge A006318 in OEIS). Separable Permutationen zeichnen sich durch eine spezielle rekursive Blockstrukturierung der zugehörigen Permutationsmatrizen aus. Sie werden unter anderem in der Sortierungstheorie untersucht.
Direkte und schiefe Summen treten auch beim Studium von Permutationsmustern (englischpermutation pattern) auf. Die Zerlegung von Permutationen in nicht weiter zerlegbare Teilpermutationen erlaubt die Charakterisierung und Aufzählung bestimmter Patternklassen.