| Summer Works 2009 | ||||
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| Studioalbum von Rivière Composers’ Pool – Kent Carter, Etienne Rolin, Albrecht Maurer & Theo Jörgensmann | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Emanem | ||||
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Format(e) |
3 CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
28 | |||
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2:56:24 | ||||
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Besetzung |
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Kent Carter | ||||
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Studio(s) |
Juillaguet, Kirche von Sers | |||
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Summer Works 2009 ist ein Musikalbum des Rivière Composers’ Pool, bestehend aus Kent Carter, Etienne Rolin, Albrecht Maurer und Theo Jörgensmann. Die Ende August und Mitte September 2009 in Juillaguet und Sers im Département Charente in verschiedenen Besetzungen entstandenen Aufnahmen erschienen 2010 in einer 3-CD-Edition auf dem britischen Label Emanem.
Das Album enthält drei Sessions, bei denen der Bassist Kent Carter in verschiedenen Kombinationen mit dem Geiger Albrecht Maurer und den Holzbläsern Etienne Rolin und Theo Jörgensmann spielte. Auf CD1, die am 27. August im Studio in Juillaget aufgenommen wurde, untersuchen Carter, Jörgensmann und Maurer „die dreieckige Entwicklung der Musik“, so Raul d'Gama Rose. CD 2 beginnt mit einer Reihe von Stücken des Duo Carter/Rolin, wobei Rolin auch das selten verwendete Bassetthorn spielt. Im Anschluss an die Duo-Session schließt sich ein siebenteiliges, ausgedehntes Stück an, die „Summer Works Suite“, in der alle vier Musiker (außer im dritten Teil) in der Kirche von Sers zusammenkommen. CD 3 enthält eine Live-Aufnahme des „The Summer Works Concert“, ebenfalls am 28. August 2009 in der Kirche von Sers. Vermutlich ist dies eine Weiterentwicklung der früheren Fassung, der „Summer Works Suite“. Außer dem Titel gibt es dazu keine weiteren Hinweise.
Zwischen Carter und jedem der anderen drei sowie zwischen den Deutschen Jörgensmann und Maurer (Melencolia) bestanden langjährige Verbindungen, aber dies war das erste Mal, dass alle vier zusammen spielten (es war auch die erste Begegnung zwischen Rolin und Jörgensmann). Das Album wird durch eine Duo-Session von Carter und Rolin vervollständigt, die am 14. September 2009 aufgenommen wurde.
CD 1
CD 2
CD 3 – The Summer Works Concert
Die Kompositionen stammen von Albrecht Maurer (1-1 bis 1-10, 2-8, 2-9, 2-11 bis 3-4), Etienne Rolin (2-1 bis 3-4), Kent Carter (1-1 bis 1-8, 1-10 bis 2-9, 2-10 bis 3-4), Theo Jörgensmann (1-1 bis 1-9, 2-8 bis 3-4).
Die Titel 1-1 bis 1-10 entstanden bei der ersten Studio-Session, aufgenommen am 27. August in Juillaguet, die Titel 2-1 bis 2-7 bei der zweiten Studio-Session, aufgenommen am 14. September in Juillaguet. Die Titel 2-8 bis 2-14 wurden am 28. August in der Kirche von Sers vor dem Konzert aufgenommen. Die Titek 3-1 bis 3-4 sind ein Konzertmitschnitt vom 28. August aus der Kirche von Sers.
Summer Works 2009 ist womöglich eines der eindrucksvollsten Zeugnisse spontan komponierter zeitgenössischer Musik seit Steve Lacy vor fast vier Jahrzehnten seine ersten Werke in Europa präsentierte, meint Raul d'Gama Rose in All About Jazz. Die Musik widersetze sich jeder Logik – wie können zwei, drei oder vier so unterschiedliche Individuen einer Meinung sein? Und wie könnten die Musiker wissen, woher jede Idee kommt, ohne zu wissen, wohin sie führe, und sie dennoch dorthin bringen? Sie zeuge von einer Musikalität jenseits bloßer Sympathie; von Ideen, die sich augenblicklich verbinden und eine neue Sprache erfinden, um ihre noch unentdeckte Literatur zu erschaffen. Die Musik sei so unmittelbar und so kraftvoll in ihrer Wirkung, dass sie einem den Atem raube und gleichzeitig das siebte Chakra im Scheitel öffne. Der Bassist Kent Carter, ein ehemaliger Schüler von keinem Geringeren als Lacy, entdeckte hier in verschiedenen Kombinationen mit dem Geiger Albrecht Maurer und den Holzbläsern Etienne Rolin und Theo Jörgensmann, dass parallele Linien aus künstlerischen Leben sich nicht einfach in der Unendlichkeit treffen würden, sondern sich tatsächlich endlos auf und ab winden und wie DNA-Bilder tanzen, während sie fast nach Belieben unglaublich kreativ würden.
Alle vier seien erfahrene Improvisatoren – eigentlich spontane Komponisten – und ihre Sommerwerke enthielten keinerlei vorab festgelegte Strukturen, schrieb John Eyles (All About Jazz). Wie Rolin anmerkt: „Die Vertrautheit untereinander gab allen Anwesenden das Selbstvertrauen, über die auf Papier notierten persönlichen Wünsche hinauszugehen … Die Tatsache, dass diese besondere Besetzung für uns alle neu war, hielt uns mehr als nur auf Trab.“ Entscheidend sei, dass sich dieses Gleichgewicht zwischen Vertrautheit und Frische in der Musik widerspiegle. Die Alben gäben in puncto Qualität in nichts nach – was wirklich ein großes Lob ist. Es sei leicht zu verstehen, warum „Summer Works 2009“ als Dreifach-CD-Album veröffentlicht wurde; hier gebe es so viel hervorragende Musik, dass schon eine Reduzierung auf ein Doppel-CD-Album bedeutet hätte, auf einige wertvolle Perlen zu verzichten.
Aufschlussreich sei, wie aus den kleineren Zusammenkünften der Musiker Ideen entstünden, die sich schließlich zur Titelsuite zusammenfügen, meint Ken Waxman (JazzWord). In den aufeinanderfolgenden Stücken „Music for a Ghost Story“ und „Dance to This“ würden Jörgensmann, Carter und Maurer weitreichende Modulationen zu einem capriccioartigen Paradestück aufbauen, das Jörgensmanns fliegende Glissandi, Carters Saitenschläge und Maurers Portamento-Läufe umfasst. Diese Elemente kommen in der Suite, die eine ganze [die dritte] CD ausfüllt, gut zur Geltung. Ausgehend von der Exposition, in der Rolins gebrochene Oktaven auf dem Bassetthorn, Jörgensmanns chanterähnliche Atemgeräusche auf der Klarinette, energiegeladene Viola-Linien und Sul-tasto-Läufe des Basses das Thema erweitern, würden die Variationen Episoden für Quartett, Trio, Duo und Solo durchlaufen. Wenn die Klarinette Altissimo-Schreie von sich gebe, werde sie durch Carters Sul-tasto-Stops beruhigt; während rasante Violinenglissandi die Bühne für Licks im mittleren Register bereiten. Abgesehen von Belcanto oder dissonanten Klangfarben schalte der Höhepunkt auf Klarinettenglissandi herunter, die alles in ein sanftes, diminuendo-artiges Finale münden ließen.