Über das Leben von Sunzi ist wenig bekannt. Er wurde als Sohn einer adeligen Familie im damaligen Reich Qi im historischen Le’an (乐安) geboren, dem heutigen Kreis Huimin in der Provinz Shandong, nach anderen Quellen war sein Geburtsort der Staat Wu. Sunzi lebte zwischen ca. 534v.Chr. und 453v.Chr., also in der Übergangsperiode zur Zeit der Frühlings- und Herbstannalen (770–476v.Chr.). Er starb in Gusu (姑苏) im Staat Wu – heute Wuzhong, ein Bezirk der heutigen Stadt Suzhou.
Sein Buch „Die Kunst des Krieges“ (孙子兵法–„Sunzi über die Kriegskunst“) gilt als eines der frühesten Bücher über Strategie und ist bis zum heutigen Tage eines der bedeutendsten Werke zu diesem Thema. Aus stilistischen und inhaltlichen Gründen wird teilweise vermutet, dass das Buch auch später entstanden sein könnte, als die vermuteten Lebensdaten des Autors nahelegen.
Nachfahren
Einer der Nachfahren von Sunzi war Sun Bin, ein Militärstratege, der ebenfalls ein Buch über die Kriegskunst (孙膑兵法, Sūn Bìn bīngfǎ–„Sun Bin über Kriegskunst“) schrieb.
Werke und Übersetzungen
Joseph-Marie Amiot: Art militaire des Chinois, ou Recueil d'anciens traités sur la guerre, composés avant l'ere chrétienne, par différents généraux chinois... Traduit en franc̜ois, par le P. Amiot, Didot, Paris 1772.
Bruno Navarra: Das Buch vom Kriege: der Militär-Klassiker der Chinesen – mit Bildern nach chinesischen Originalen. Boll und Pickardt, Berlin 1910 (Digitalisat); Neuauflage als Hörbuch: Sun Tzu: Die Kunst des Krieges – Der Klassiker der Konfliktstrategie. (mit einer Einleitung von Jörg Lehmann, Sprecher: Uwe Neumann. Audio-CD, Laufzeit 62 min.) Vocalbar-Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-939696-00-5.
Ssun-ds’: Traktat über die Kriegskunst.Verlag des Ministeriums für Nationale Verteidigung, Berlin (DDR) 1957. Übersetzung aus dem Chinesischen ins Russische von J.I. Sidorenko, Übersetzung aus dem Russischen ins Deutsche von Ina Balcerowiak.
Sunzi: Die Kunst des Krieges. Herausgegeben und mit einem Vorwort von James Clavell, aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., 1988 und weitere Auflagen, ISBN 3-426-66645-6. (Diese Ausgabe beruht auf der Übersetzung von Lionel Giles 1910, herausgegeben und verändert von James Clavell 1983).
Sun Tsu: Über die Kriegskunst. (Übersetzung Klaus Leibnitz) Info-Verlag-Gesellschaft, Karlsruhe 1989, ISBN 3-88190-038-1 (erste deutsche Direktübersetzung).
Sun-Tzu: The Art of Warfare – The First English Translation Incorporating the Recently Discovered Yin-ch’üeh-shan Texts. (Edited by Roger T. Ames. Translated with an Introduction and Commentary) Ballantine, New York 1993, ISBN 0-345-36239-X.
Sun Tsu: Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft. Die Kunst des Krieges. Piper, München/Zürich 2001, ISBN 3-492-23330-9. Herausgegeben von Thomas Cleary (enthält viele Kommentare alter chinesischer Autoren, die direkt in den Text eingestreut sind; der Originaltext kann also nicht flüssig gelesen werden)
Sun Zi: Die Kunst des Krieges. Taschen, Köln 2006, ISBN 3-8228-5650-9 (Samuel B. Griffith ist ein US-amerikanischer Militärhistoriker. Die neue illustrierte Ausgabe ist eine Übersetzung aus dem Englischen bei Evergreen).
Sunzi: Über die Kriegskunst, Sun Bin: Über die Kriegskunst. (in der Übersetzung von Zhong Yingjie) Verlag Volkschina, Beijing 1994, ISBN 7-80065-508-3 (mit einer Übersetzung ins moderne Chinesisch); 2007: überarbeitete Neuauflage ohne chinesischen Text: Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 2007, ISBN 978-7-119-04486-6; 2009: zweisprachige Neuauflage, Verlag für Militärwissenschaft (军事科学出版社), Beijing 2009, ISBN 978-7-80237-250-4.
Sunzi: Die Kunst des Krieges. (Aus dem Chinesischen übertragen und mit einem Nachwort von Volker Klöpsch) Insel, Frankfurt am Main/Leipzig 2009, ISBN 978-3-458-35116-0.
von Senger, Harro: Meister Suns Kriegskanon. Aus dem Chinesischen übersetzt und kommentiert von Harro von Senger. (= Reclams Universalbibliothek Nr. 18841) Reclam, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-018841-5.
Literatur
Derek M. C. Yuen: Deciphering Sun Tzu: How to Read the Art of War. Oxford University Press, New York 2014, ISBN 978-0-19-937351-2.
Susan Richter: Sunzi bingfa in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Untersuchung zum missglückten Wissenstransfer. In: Militär & Geschichte, Nr. 81/2016, ISSN2199-1545, S.69–97.
Sima Qian: Sunzi und Wu Qi. In: Gregor Kneussel (Übersetzung): Aus den Aufzeichnungen des Chronisten (Shiji). Band1, Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 2015, ISBN 978-7-119-09676-6, S.83–159.
↑
Das Bildnis von Sun Wu (chinesisch孫武/孙武, PinyinSūn Wǔ) aus dem Bildband Qīnggōngdiàn Cánghuàběn (清宮殿藏畫本/清宫殿藏画本), 1994.
↑Le’an (樂安/乐安, Lè'ān), ein historischer Ort im antiken China.
↑Gusu (姑蘇/姑苏, Gūsū), ein historischer Ort im antiken China.
↑
Das Werk Sunzi Bingfa (孫子兵法/孙子兵法, Sūnzǐ Bīngfǎ–„Sunzi über die Kriegskunst“), im Westen meist als „Die Kunst des Krieges“ bekannt.
↑Vgl. Harro von Senger, Nachwort, in: Sun Zi. Die Kunst des Krieges, Ditzingen 2021, S. 125 f., mit Verweisen auf die Textüberlieferung und neuere Forschung.
↑
Das Werk Sun Bin Bingfa (孫臏兵法/孙膑兵法, Sūn Bìn Bīngfǎ–„Sun Bin über die Kriegskunst“) stammt vom Sun Bin dem Sohn Sunzis.