| Sung | ||||
|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Kris Tiner & Cathlene Pineda | ||||
|
Veröffent- |
||||
|
Aufnahme |
||||
|
Orenda Records | ||||
|
Format(e) |
LP, Download | |||
|
Titel (Anzahl) |
8 | |||
|
30:55 | ||||
|
Besetzung |
||||
|
Studio(s) |
Tritone Recording, Glendale, CA | |||
| ||||
Sung ist ein Musikalbum von Kris Tiner und Cathlene Pineda. Die am 25. Juli 2025 im Tritone Recording Studio in Glendale (Kalifornien) entstandenen Aufnahmen erschienen am 29. Mai 2026 auf Orenda Records.
Das Album enthält acht kurze Duette des Trompeters Kris Tiner und der Pianistin Cathlene Pineda. Beide haben mehr als 15 Jahre gemeinsam gespielt, zunächst in Pinedas Quartett sowie in Ensembles unter der Leitung von Vinny Golia, einer Schlüsselfigur der Avantgarde-Szene von Los Angeles, und des Jazz-Produzenten Chris Schlarb. Im Laufe der Zeit führten ihre musikalische Verbindung zum Duo-Format; bei gemeinsamen Konzerten widmeten sie sich eigenen Kompositionen, Improvisationen sowie Arrangements aus dem Repertoire des amerikanischen Jazz und Folk.
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Titel von Kris Tiner (Titel 1, 3, 7) und Cathlene Pineda (Titel 2, 5, 6, 8).
Dies sei die Art von Aufnahmen, bei denen plötzliche emotionale Höhepunkte einen fragen lassen: „Woher zum Teufel kam das denn her?“, meint Dave Sumner (Daily Bandcamp). Diese Duo-Session des Trompeters Kris Tiner und der Pianistin Cathlene Pineda basiere auf tiefgreifenden Gefühlen, und so sei es kaum verwunderlich, dass sie eine ähnliche Wirkung auf ihre Zuhörer habe. Selbst jene Stücke, die etwas von einer beschwingten oder überschwänglichen Stimmung hätten – wie „New Build“ und „Something Has Shifted“ –, strahlten Töne aus, die von tiefer Selbstreflexion geprägt seien. „Wenn der Mond gerade vor deinem Fenster steht, während du zuhörst, dann war es die Anziehungskraft dieses Albums, die ihn in deine Umlaufbahn gebracht hat“.

Sung sei ein zutiefst intimes Album des aus Südkalifornien stammenden Duos für Trompete und Klavier; jeder Moment dieser Kammerjazz-Aufnahme würde die enge persönliche Verbindung zwischen den beiden Musikern widerspiegeln, meint Gary Whitehouse im Blog A Green Man. Die Aufnahme von Sung sei von hervorragender Qualität und verbinde auf wunderbare Weise die Einflüsse des Duos – insbesondere Duke Ellington, Charlie Haden und Kenny Wheeler aus dem Jazz sowie Chopin und Igor Strawinsky aus der Welt der klassischen Musik. Wheelers Einfluss sei vor allem bei den beiden Eröffnungsstücken „Wheeler Song“ und „LPJ“ spürbar. Bei ersterem liege dies auf der Hand: Tiner habe diese lyrische Ballade zu Ehren eines seiner wichtigsten Vorbilder und Mentoren komponiert, während Pinedas Spiel eine ausgeprägte klassische Note aufweise. Letzteres Stück schrieb Pineda nach dem Tod eines engen Freundes aus Kindertagen. Tiner würde die Melodie hierbei mit einem Dämpfer spielen, der wie ein „Cup-Mute“ (Becherdämpfer) klinge – ein Klang, der den Rezensenten sofort an Wheelers spätere Aufnahmen erinnerte. Beides seien einfach wunderbare Stücke.
Tiners Spiel auf dem warm klingenden Stück „New Build“ erinnere an Ralph Alessis kontrollierten, ausdrucksstarken Stil, so Whitehouse weiter. Dieses und weitere Stücke der zweiten Programmhälfte seien als Reaktion auf die verheerenden Brände im Raum Los Angeles im Januar 2025 entstanden; „New Build“ sei eine hoffnungsvolle Reflexion darüber, wie sich die Gemeinschaft von Altadena in der Zeit danach gegenseitig unterstützt habe. Die anderen Kompositionen – „PreInterPost“, „Something Has Shifted“ und „Displaced“ – würden sich auf unterschiedliche Weise mit den Bränden und deren Folgen auseinandersetzen. Das gesamte Album sei ein wunderbares Beispiel für die Kraft der Musik, … nicht etwa zu heilen – das wäre ein Klischee –, sondern sowohl dem Interpreten als auch dem Hörer dabei zu helfen, unterschiedlichste Emotionen zu verarbeiten.