Surab Datunaschwili

Surab Datunaschwili
Nationalität: Georgien Georgien (bis 2018)
Serbien Serbien (seit 2019)
Geburtsdatum: 18. Juni 1991 (35 Jahre)
Geburtsort: Tiflis, Georgische SSR
Stil: Griechisch-Römisch
Gewichtsklasse: bis 87 kg
Medaillen
EM-Medaillen 3 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Teilnehmer für Georgien Georgien
Europameisterschaften
Silber 2013 Tiflis bis 74 kg
Gold 2016 Riga bis 75 kg
Gold 2017 Novi Sad bis 80 kg
Teilnehmer für Serbien Serbien
Europameisterschaften
Gold 2021 Warschau bis 87 kg

Surab Datunaschwili (georgisch ზურაბ დათუნაშვილი; englisch Zurab Datunashvili; * 18. Juni 1991 in Tiflis, Georgische SSR) ist ein ehemaliger georgisch-serbischer Ringer im griechisch-römischen Stil. Er war zuletzt in der Gewichtsklasse bis 87 kg Körpergewicht aktiv. Insgesamt wurde er in drei verschiedenen Gewichtsklassen Europameister (2016, 2017 und 2021). Bis 2018 trat er bei internationalen Wettkämpfen für Georgien an, mit der Annahme der serbischen Staatsbürgerschaft 2019 tritt er für Serbien an.

Werdegang

Surab Datunaschwili begann im Alter von 6 Jahren mit dem Ringen. Zu Beginn seiner Karriere gehörte er einem Ringerclub in Tiflis an, wurde von Viliam Charasow trainiert und spezialisierte sich auf den griechisch-römischen Stil. Der 1,83 Meter große Athlet startete bis 2013 im Weltergewicht, der Gewichtsklasse bis 74 kg Körpergewicht, ab 2014 in der Klasse bis 75 kg und wechselte 2017 in die 80-kg-Klasse. Seit 2020 tritt er bei internationalen Wettkämpfen ausschließlich in der Gewichtsklasse bis 87 kg an.

Seine erste internationale Meisterschaft bestritt er schon im Jahre 2006 im Alter von 15 Jahren, als er bei der Junioren-Europameisterschaft (Altersgruppe Cadets) in Istanbul in der Gewichtsklasse bis 42 kg auf den 12. Platz kam. 2008 startete er, immer noch als „Cadet“, bei der Junioren-Europameisterschaft in Daugavpils in der Gewichtsklasse bis 63 kg und erreichte dabei den 7. Platz. 2011 war dann sein erfolgreichstes Juniorenjahr. Er belegte in diesem Jahr zunächst in Zrenjanin im Weltergewicht hinter Islam Charajew, Russland und Ismail Kocaslan, Türkei den 3. Platz und wenig später wurde er bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Bukarest im Weltergewicht hinter Rafik Manukjan, Armenien sogar Vizeweltmeister der Junioren.

Der erste große Erfolg bei den Senioren gelang ihm dann bereits im Jahre 2012, denn er konnte sich in Sofia für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London qualifizieren. Dabei ließ er so hervorragende Ringer wie Mark Overgaard Madsen, Dänemark und Péter Bácsi, Ungarn, hinter sich. Bei den Olympischen Spielen selbst kam er zu Siegen über Kim Jin-hyeok, Südkorea und Benjamin Errol Provisor, Vereinigte Staaten, verlor dann aber gegen Emin Achmadow aus Aserbaidschan. Da dieser das Finale nicht erreichte, schied er aus, belegte aber noch einen guten 7. Platz.

Im Dezember 2012 wurde Surab Datunaschwili erstmals georgischer Meister im Weltergewicht und vertrat sein Land auch bei der Europameisterschaft im März 2013 in Tiflis. Er war dort in sehr guter Form und besiegte im Weltergewicht Bálint Korpási, Ungarn, Božo Starčević, Kroatien und Pascal Eisele, Deutschland. Im Finale stand er dem Olympiasieger Roman Wlassow aus Russland gegenüber, gegen den er knapp mit 0:2 Runden und 0:2 Punkten verlor. Er wurde damit Vize-Europameister.

Nach einem 3. Platz beim Golden-Grand-Prix in Szombathely in der neuen Gewichtsklasse bis 75 kg hinter Mark Overgaard Madsen, Dänemark und dem Leichtgewichts-Weltmeister von 2011 Saeid Mourad Abdvali, Iran, wurde Surab Datunaschwili einen Monat später auch wieder bei der Europameisterschaft dieses Jahres, die im finnischen Vantaa stattfand, eingesetzt. Er konnte dort aber nicht überzeugen, denn er siegte in seinem ersten Kampf zwar über Jan Rotter aus Deutschland, unterlag aber schon in seinem nächsten Kampf gegen Seref Tüfenk aus der Türkei, womit er ausschied und nur auf den 15. Platz kam. Bei der Weltmeisterschaft im September 2014 in Taschkent erreichte er in der Gewichtsklasse bis 75 kg das Halbfinale, musste in diesem jedoch eine knappe Punktniederlage gegen Arsen Dschulfalakjan aus Armenien hinnehmen. Er unterlag dann auch im Kampf um eine WM-Bronzemedaille gegen Elwin Mursalijew aus Aserbaidschan nach Punkten.

2015 nahm Datunaschwili an den Europaspielen in Baku teil. In der 75-kg-Klasse unterlag er nach einigen Siegen in den Vorrunden Elvin Mürsəliyev und im Kampf um Bronze dem Russen Tschingis Labasanow. In demselben Jahr erreichte er bei den Weltmeisterschaften in Paradise Rang 15.

Bei den Europameisterschaften 2016 in Riga erreichte er in der Gewichtsklasse bis 75 kg das Finale, in dem er Viktor Nemeš aus Serbien besiegte. Damit gewann er die Goldmedaille und wurde erstmals Europameister. Zudem qualifizierte er sich durch den Sieg für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Bei diesen schied er nach einer Niederlage gegen Dosschan Kartikow aus Kasachstan im ersten Kampf aus.

2017 trat Surab Datunaschwili bei den Europameisterschaften in der 80-kg-Klasse an und wurde in dieser erneut Europameister. Im Finale besiegte er den Belarussen Radik Kulijew. In derselben Gewichtsklasse belegte er bei den Weltmeisterschaften 2017 in Paris den 5. Platz.

Im Jahr 2019 kam es zum Zerwürfnis mit dem georgischen Ringerverband und dessen Präsidenten Gega Gegeschidsis. In der Folge wechselte Surab Datunaschwili nach Serbien und nahm die serbische Staatsbürgerschaft an.

Datunaschwili erster internationaler Wettkampf unter serbischer Flagge waren die Europameisterschaften 2020 in Rom. Bei diesen kam er in der Gewichtsklasse bis 87 kg nicht über die erste Runde hinaus und wurde 11. Im Folgejahr lief es für ihn besser bei den Europameisterschaften in Warschau. Bei diesen konnte er Gold erringen und besiegte auf dem Weg dahin unter anderem Schan Belenjuk und Denis Kudla. Die Europameisterschaft sicherte ihm erneut einen Platz bei den Olympischen Spielen. Bei diesen traf er in Tokio in der 87-kg-Klasse in der ersten Runde auf den Ukrainer Schan Belenjuk, dem er dieses Mal jedoch unterlag. In der Hoffnungsrunde folgten dann Siege über Bachir Sid Azara aus Algerien und den Kroaten Ivan Huklek, wodurch sich Datunaschwili eine Bronzemedaille sichern konnte.

Ebenfalls im Jahr 2021 fanden die Weltmeisterschaften in Oslo statt, bei denen Surab Datunaschwili im Finale Kiryl Maskewitsch gegenüberstand. Er konnte siegen und wurde erstmals Weltmeister. 2022 konnte er diesen Erfolg wiederholen und wurde in Belgrad erneut Weltmeisterschaftssieger in der Klasse bis 87 kg Körpergewicht.

2023 beendete seiner Karriere. Im gleichen Jahr leitete die International Testing Agency (ITA) Untersuchungen gegenüber Dantunaschwili ein unter dem Vorwurf eine Dopingprobe im Januar 2022 manipuliert zu haben. Er wurde schließlich vom Internationaler Sportgerichtshof zu einer rückwirkenden Sperre von 5 Jahren verurteilt sowie zur Streichung aller Ergebnisse zwischen dem 27. Mai und dem 11. April 2023. Davon betroffen waren unter anderem seine beiden Weltmeistertitel sowie die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen. Der Einspruch Datunaschwilis wurde schließlich vom CAS abgewiesen.

Internationale Erfolge

JahrPlatzWettbewerbGewichtsklasseErgebnisse
200612.Junioren-EM (Cadets) in Istanbulbis 42 kgSieger: Churschud Babaschow, Aserbaidschan vor Karapet Sargisjan, Armenien
20087.Junioren-EM (Cadets) in Daugavpilsbis 63 kgSieger: Tschingis Labasanow, Russland vor Jaroslaw Kandarsch, Belarus
20109.Golden-Grand-Prix in TiflisWelterSieger: Giorgi Cirekidse, Georgien vor Aschkat Dilmuchamedow, Kasachstan
20113.Junioren-EM in ZrenjaninWelterhinter Islam Charajew, Russland und Ismail Kocaslan, Türkei
20112.Junioren-WM in BukarestWelterhinter Rafik Manuchjan, Armenien, vor Michail Kornilow, Russland und Arkadiusz Kulynicz, Polen
20123.„Dan-Kolow & Nikola-Petrow“-Memorial in SofiaWelterhinter Ilian Georgiew, Bulgarien und Manuchar Tschadaia, Georgien
20121.Olympia-Qualif.-Turnier in SofiaWeltervor Mark Overgaard Madsen, Dänemark, Péter Bácsi, Ungarn und Ilian Georgiew
20129.Großer Preis von Deutschland in DortmundWelterSieger: Božo Starčević, Kroatien vor Manuchar Tschadaia und Moises Valtteri, Finnland
20127.OS in LondonWelternach Siegen über Kim Jin-hyeok, Südkorea und Benjamin Errol Provisor, USA und einer Niederlage gegen Emin Achmadow, Aserbaidschan
201211.Präsidenten-Cup von Kasachstan in AstanaWelterSieger: Konstantin Schipajew, Russland vor Doschan Kartikow, Kasachstan
20132.EM in TiflisWelternach Siegen über Bálint Korpási, Ungarn, Božo Starčević und Pascal Eisele, Deutschland und einer Niederlage gegen Roman Wlassow, Russland
20141.Golden-Grand-Prix in Parisbis 75 kgvor Mateusz Lukasz Wolny, Polen, Manuchar Tschadaia, Georgien und Piotr Przepiorka, Polen
20143.Golden-Grand-Prix in Szombathelybis 75 kghinter Mark Overgaard Madsen, Dänemark und Saeid Mourad Abdvali, Iran
201415.EM in Vantaabis 75 kgnach einem Sieg über Jan Rotter, Deutschland und einer Niederlage gegen Seref Tüfenk, Türkei
20145.WM in Taschkentbis 75 kgnach Siegen über Arkadiusz Kulynycz, Polen, Waleri Palenski, Belarus, Jawor Janakiew, Bulgarien und Gurpeet Singh, Indien und Niederlagen gegen Arsen Dschulfalakjan, Armenien und Elwin Mursalijew, Aserbaidschan
20151.„Ljubomir Ivanović Gedža“-Turnier in Belgradbis 80 kgvor Ramazan Abatscharajew, Russland
20155.Europaspiele in Bakubis 75 kgnach Siegen über Petr Novák, Tschechien, Emrah Kuş, Türkei und Jawor Janakiew, Bulgarien sowie Niederlagen gegen Elvin Mürsəliyev, Aserbaidschan und Tschingis Labasanow, Russland
201513.WM in Paradisebis 75 kgnach Siegen über Aleksandrs Višņakovs, Lettland, Yang Bin, China, und einer Niederlage gegen Saeid Mourad Abdvali, Iran
20161.EM in Rigabis 75 kgnach Siegen über Karapet Tschaljan, Armenien, Elvin Mürsəliyev und Viktor Nemeš, Serbien
201618.OS in Rio de Janeirobis 75 kgnach einer Niederlage gegen Dosschan Kartikow, Kasachstan
20171.„Iwan Poddubny“-Turnier in Moskaubis 80 kgvor Adlan Akijew, Russland
20171.EM in Novi Sadbis 80 kgnach Siegen über Petr Novák, Adlan Akijew, Russland und Radik Kulijew, Belarus
20175.WM in Parisbis 80 kgnach Siegen über Bachir Sid Azara, Algerien, Božo Starčević, Kroatien und Michael Wagner, Österreich sowie Niederlagen gegen Maksim Manukjan, Armenien und Pascal Eisele, Deutschland
20188.EM in Kaspijskbis 82 kgnach einem Sieg über Edgar Babayan, Polen und einer Niederlage gegen Rafiq Hüseynov, Aserbaidschan
202011.EM in Rombis 87 kgNiederlage gegen Eividas Stankevicius, Litauen
20203.Welt-Cup in Belgradbis 87 kgnach Siegen über Atabek Azisbekow, Kasachstan und István Takács, Ungarn, einer Niederlage gegen Kiryl Maskewitsch, Belarus und einem Sieg über Fabio Parisi, Italien
20211.„Dan-Kolow“- & „Nikola-Petrow“-Turnier in Plowdiwbis 87 kgvor Mahdi Fallah, Iran
20211.EM in Warschaubis 87 kgSiege über Schan Belenjuk, Ukraine, Denis Kudla, Deutschland und Kiryl Maskewitsch

Georgische Meisterschaften

JahrPlatzGewichtsklasseErgebnisse
20121.Weltervor Ushangi Chitiaschwili, Schmagi Guliaschwili und Genadi Gogischwili
Erläuterungen
Commons: Surab Datunaschwili – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Georgian Wrestler Zura Datunashvili Becomes World Champion For 2nd Time. In: georgiatoday.ge. 12. September 2022, abgerufen am 5. September 2023 (englisch).
  2. ↑ International Testing Agency-The ITA acknowledges CAS ADD decision sanctioning wrestler Zurabi Datunashvili for anti-doping rule violations. In: International Testing Agency. Abgerufen am 12. August 2026 (britisches Englisch).
  3. ↑ International Testing Agency-CAS confirms five-year ban imposed on Serbian wrestler Zurabi Datunashvili. In: International Testing Agency. Abgerufen am 12. August 2026 (britisches Englisch).
Personendaten
NAME Datunaschwili, Surab
ALTERNATIVNAMEN დათუნაშვილი, ზურაბ (georgisch); Datunashvili, Zurab (englisch)
KURZBESCHREIBUNG serbischer Ringer georgischer Herkunft
GEBURTSDATUM 18. Juni 1991
GEBURTSORT Tiflis, Georgien