Susan Hefuna (* 1962 in Berlin) ist eine deutsch-ägyptische Künstlerin.
Susan Hefuna studierte an Kunstakademien in Deutschland und schloss 1992 am Institut für Neue Medien an der Städelschule in Frankfurt am Main unter Peter Weibel ihre postgraduierten-Ausbildung ab. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf, Kairo und New York City. An der Hochschule Pforzheim ist sie Professorin für Audiovisuelle Medien im Bereich der Künstlerischen Grundlagen. Hefuna bedient sich bei ihren Arbeiten verschiedener künstlerischer Medien, wie der Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installation, dem Video und der Performance. Sowohl ihr deutsches als auch ihr ägyptisches Erbe drücken sich in ihren Arbeiten aus, die verschiedene Traditionen und Eigenheiten reflektieren. Eine immer wiederkehrende Inspiration für Hefunas Arbeiten ist die Maschrabiyya, ein filigran aus Holz geschnitztes oder aus Stein gemeißeltes Gitterpaneel oder Fenstergitter, wie man es in der traditionellen ägyptischen Architektur findet. Dieses Motiv erschien zum ersten Mal in ihren Zeichnungen 1990 und in ihren Fotografien, die 1999 auf den Straßen Kairos mit einer Lochkamera entstanden. 2003 begann sie mit traditionellen ägyptischen Handwerkern zu arbeiten, um dreidimensionale skulpturale Gitterpaneele herzustellen. Hefunas erste Einzelausstellung in Ägypten 1992 war ein Schlüsselerlebnis. Das Motiv der Maschrabiyya in ihren abstrakten Fotografien wurde vom ägyptischen Publikum sofort erkannt. Die internationale Beachtung ihrer Zeichnungen erreichte 2009 bei der 53. Biennale von Venedig einen Höhepunkt, als in der Ausstellung mit dem Titel „Fare Mondi“ („Weltenmachen“) in den Giardini und dem Arsenale etwa 300 ihrer mehrschichtigen Tusch- und Bleistiftzeichnungen auf Transparentpapier gezeigt wurden.
Hefunas Werk wurde in internationalen Ausstellungen gezeigt. Die Projekte sind in der aufwendig gestalteten Trilogie „Pars Pro Toto“ dokumentiert. Die 3 Volumes über Susan Hefunas Werk wurden herausgegeben von Hans Ulrich Obrist und erschienen im Kehrer Verlag. Weitere wichtige Publikationen über ihr Werk sind Susan Hefuna: xcultural codes mit einem Text von Negar Azimi, erschienen im Kehrer Verlag 2004 und Susan Hefuna: navigation xcultural mit Texten von Tayfun Belgin und Leonard Emmerling, erschienen im Kehrer Verlag 2001. Im Dezember 2010 war Susan Hefunas Werk die Coverstory im Art Review, London. Der Artikel wurde von Mark Rappolt verfasst. Im Magazin Flash Art erschien auch im Dezember 2010 ein Text von Bettina Mathes über Susan Hefuna. Von 2010 bis 2013 kooperierte die Künstlerin mit dem Choreographen Luca Veggetti für das Projekt „Notationotations“ zwischen Zeichnung und Tanz. Die Uraufführung der Performance fand im September 2013 im Drawing Center NYC statt. Die Einzelausstellung „Susan Hefuna: another place“ wurde von Hoor al-Qasimi, Sharjah Art Foundation, UAE 2014 kuratiert und im Text von Bettina Mathes in Universe in Universe beschrieben.
Hefuna hielt Vorlesungen an der Helwan-Universität (Kairo); Goldsmiths, University of London; Michaelis School of Fine Art, Universität Kapstadt, Südafrika; Zayed University Abu Dhabi, UAE; Universität Stellenbosch, Südafrika; SVA, NYC und der Hochschule für Gestaltung (HfG) Pforzheim.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hefuna, Susan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-ägyptische Künstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1962 |
| GEBURTSORT | Berlin |