Susanne Heine

Susanne Heine (* 17. Jänner 1942 in Prag) ist eine österreichische Theologin und Religionspädagogin. Sie ist Professorin für Praktische Theologie und Religionspsychologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Heine ist eine Vertreterin der feministischen Theologie.

Leben

Susanne Heine wuchs in Innsbruck auf und maturierte 1960 in Wien. Von 1961 bis 1966 absolvierte sie ein Studium der Evangelischen Theologie in Bonn und Wien sowie ein Studium der Philosophie bei Erich Heintel in Wien, das sie mit dem Magisterium abschloss. Nach der kirchlichen Ausbildung (Vikariat) von 1966 bis 1968 erfolgte 1968 die Ordination zum Geistlichen Amt der Lutherischen Kirche in Österreich.

Von 1968 bis 1979 war sie Assistentin am Institut für Neutestamentliche Wissenschaft in Wien und promovierte 1973 zum Doktor der Theologie mit einer hermeneutischen Arbeit zur paulinischen Theologie. 1979 folgte die Habilitation für Religionspädagogik mit einer Biblischen Fachdidaktik zum Neuen Testament. Von 1984 bis 1990 leitete sie das neu errichtete „Institut für Religionspädagogik“ an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Wien.

1990 nahm sie den Ruf an die Theologische Fakultät der Universität Zürich an als Professorin für Praktische Theologie und Religionspsychologie. 1996 kehrte sie an die Universität Wien zurück, wo sie das Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie bis zu ihrer Emeritierung 2010 leitete.

Gastprofessuren und -vorträge führten sie nach Deutschland, Großbritannien, Istanbul, Ägypten und in die USA sowie nach West- und Ostafrika im Rahmen von Konsultationen der „Commission on Faith and Order“ des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Von 1996 bis 2002 war sie zweite Vorsitzende der „Europäischen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie“, von 1998 bis 2009 Vorstandsmitglied der „International Association for the Psychology of Religion“, von 1997 bis 2006 Mitglied des Akademischen Senates der Universität Wien, von 2005 bis 2009 Stellvertretende Vorsitzende der Curricularkommission des Senates der Universität Wien, von 2000 bis 2012 Mitglied des Kuratoriums des Europäischen Forums Alpbach.

Von 2008 bis 2014 war sie Vortragende in Wien und Ankara im Rahmen von Schulungen des Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, Task Force „Dialog der Kulturen“ für türkische Religionsbeauftragte, Dialogbeauftragte und Frauenbeauftragte der IGGiÖ, von 2007 bis 2013 unterrichtete sie an der „Islamischen Religionspädagogischen Akademie“, dann „Privater Studiengang für das Lehramt für Islamische Religion an Pflichtschulen“ (IRPA), von 2006 bis 2014 im Rahmen des Masterstudiums „Islamische Religionspädagogik“ der Universität Wien.

Susanne Heine hat gemeinsam mit Tarafa Baghajati seit 2014 den Vorsitz der 2006 gegründete „Plattform Christen und Muslime“ inne. Sie gilt außerdem als Vertreterin der feministischen Theologie. Das Ziel derselben sei laut Heine „ganz allgemein, Frauen zur verdienten Geltung zu bringen“. Dieses Anliegen gelte „in der Bibel ebenso wie in allen anderen theologischen Disziplinen.“

Publikationen (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Personenseite zu Susanne Heine. (Memento vom 23. Februar 2016 im Internet Archive) Österreichische Gesellschaft für Literatur, März 2002.
  2. 1 2 3 Univ.-Prof. em. Dr. Susanne Heine auf den Seiten der Universität Wien
  3. ↑ Prof. em. Dr. Susanne Heine auf NZZ Podium
  4. ↑ Wolfgang Brezinka: Pädagogik in Österreich. Die Geschichte des Faches an den Universitäten vom 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2000, Seite 754.
  5. ↑ Vorstand 2014–2017 (Memento des Originals vom 6. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Website der Plattform Christen und Muslime, abgerufen am 6. März 2016.
  6. ↑ Sabine Aßmann: Frau im Fokus: Feminismus und Theologie. In: Religion ORF.at. Österreichischer Rundfunk, 7. März 2017, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  7. ↑ Wilhelm Hartel-Preis an Susanne Heine. (Memento vom 4. Februar 2013 im Internet Archive) ÖAW, Presseinformation am 9. Oktober 2007.
  8. ↑ Theologischer Preis an Religionspsychologin Heine. In: ORF. 3. August 2023, abgerufen am 19. August 2023.
  9. ↑ Menschenrechte und Religionsdialog: Anas-Schakfeh-Preis vergeben. 10. September 2024, abgerufen am 16. Oktober 2025.
Personendaten
NAME Heine, Susanne
KURZBESCHREIBUNG österreichische evangelische Theologin
GEBURTSDATUM 17. Januar 1942
GEBURTSORT Prag