Susanne Uhlen

Susanne Uhlen (Ende der 1980er Jahre)
Unterschrift von Susanne Uhlen
Unterschrift von Susanne Uhlen

Susanne Uhlen (eigentlich Susanne Kieling; * 17. Januar 1955 in Potsdam) ist eine deutsche Schauspielerin und Regisseurin.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Susanne Uhlen stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie wurde als Tochter des Schauspieler-Ehepaars Wolfgang Kieling und Gisela Uhlen geboren. Ihre Halbgeschwister Florian Martens und Barbara Bertram ergriffen ebenfalls den Schauspielberuf. Nach der Scheidung ihrer Eltern wuchs sie in West-Berlin bei ihrer Mutter auf, besuchte dort ein Gymnasium bis zur elften Klasse und absolvierte gleichzeitig eine Tanzausbildung in der Ballettschule von Tatjana Gsovsky.

Film und Fernsehen

Ihr Filmdebüt gab Uhlen als Zehnjährige in einer Hauptrolle in dem deutsch-italienischen Kriminalfilm Der Mörder mit dem Seidenschal (1966). Im gleichen Jahr spielte sie die Titelrolle in dem von Rudolf Jugert inszenierten Fernsehfilm Der Fall Angelika. Daran schlossen sich Arbeiten fürs Fernsehen an. 1968 sprach sie die Titelrolle der Märchenplatte Peterchens Mondfahrt ein. In der Literaturverfilmung nach Eric Malpass Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft (1969) war Uhlen in der Rolle der 14-jährigen frühreifen Jenny besetzt. Regie führte Wolfgang Liebeneiner. Im darauffolgenden Jahr war sie in dem Kriminaldrama Engel, die ihre Flügel verbrennen des tschechoslowakischen Regisseurs Zbyněk Brynych zu sehen. Als Kind war sie zudem als Synchronsprecherin tätig.

1975 spielte Uhlen eine der Hauptrollen in der Simmel-Verfilmung Bis zur bitteren Neige. An der Kamera stand Charly Steinberger. Im selben Jahr entstand eine weitere Literaturverfilmung, in der Uhlen besetzt war und Steinberger die Kamera führte: Das Netz mit Mel Ferrer, Elke Sommer und Klaus Kinski nach einem Roman von Hans Habe unter der Regie von Manfred Purzer. In dem Kinodrama Ein Mädchen aus zweiter Hand spielte Uhlen 1976 neben Beatrice Kessler und Henner Quest sowie Annemarie Wendl eine der Hauptrollen.

In der 1983 ausgestrahlten Kinder- und Familienserie Nesthäkchen nach der erfolgreichen gleichnamigen Kinderbuchreihe von Else Ury verkörperte Uhlen das Kindermädchen Lena, das sich um die Kinder der Arztfamilie Braun kümmert. In der Arztserie Praxis Bülowbogen spielte sie in vier Folgen Regine Maerker, die Nichte des von Günter Pfitzmann gespielten Dr. Brockmann. Von 1987 bis 1990 wirkte sie als Kitty Balbeck in 36 Episoden der Fernsehserie Das Erbe der Guldenburgs mit. Von 1991 bis 1993 war sie als Freifrau Henriette von Sydeck in 21 Folgen der Comedy-Fernsehserie Der Hausgeist zu sehen. Neben weiteren Arbeiten fürs Fernsehen wirkte sie auch mehrfach in den Kriminalfilmreihen Tatort, Derrick, Ein Fall für zwei, Der Alte und Siska mit.

Susanne Uhlen (2008)

2009 spielte sie eine durchgehende Rolle in sieben Folgen der Familienserie Geld.Macht.Liebe und war in dem deutsch-österreichischen Spielfilm Island – Herzen im Eis als Architektin besetzt. Zu sehen war sie auch in zwei Verfilmungen von Rosamunde Pilcher, im Traumhotel auf den Malediven, auf dem Traumschiff mit den Zielen Kenia und Thailand, auf der Kreuzfahrt ins Glück nach Australien und als Ferienärztin im Tessin sowie in zwei Folgen der Inga-Lindström-Reihe.

Uhlen betätigte sich auch als Hörspielsprecherin, so übernahm sie etwa von 2010 bis 2013 für das Hörspiellabel Titania Medien tragende Rollen in den Reihen Gruselkabinett, Sherlock Holmes und Titania Special.

Theater

Auf der Theaterbühne spielte Uhlen, oft an der Seite von Herbert Herrmann, in Boulevard-Komödien mit. Sie hatte Hauptrollen am Münchner Residenztheater und in Berlin im Theater am Kurfürstendamm und im Renaissancetheater. Aufs Theatermetier verlegte sie sich in den letzten Jahren zunehmend, wobei sie auch unter ihrem bürgerlichen Namen Susanne Kieling Regie führte.

Soziales Engagement

Sozial engagiert Uhlen sich bei World Vision Deutschland für nachhaltige Armutsbekämpfung und spendet dafür auch einen Teil ihrer Gage. Sie setzt sich für den Tierschutz ein und unterstützt die Welttierschutzgesellschaft. So begleitete sie den Verein auf einem der Einsätze nach Thailand. Im Mai 2017 gab Uhlen bekannt, künftig nicht mehr als Schauspielerin tätig sein zu wollen. Nach einer überstandenen schweren Erkrankung wolle sie sich ausschließlich dem Tierschutz widmen.

Privates

Im Alter von 16 Jahren heiratete Susanne Uhlen im schottischen Gretna Green einen Studenten. Die Ehe wurde kurze Zeit später annulliert. Sie hat zwei Söhne, einen aus der 1984 geschiedenen Ehe mit dem Kameramann Charly Steinberger und einen weiteren aus ihrer langjährigen Beziehung mit dem Schauspieler Herbert Herrmann. Mit ihrem zweiten Ehemann lebt sie in Köln.

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

Literatur

Commons: Susanne Uhlen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Susanne Uhlen im Munzinger-Archiv, abgerufen am 15. Februar 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. ↑ Neuer Film-Kurier Nr. 158: Bis zur bitteren Neige – Susanne Uhlen, Oktober-Folge 1975, S. 7, Verlag Neues Filmprogramm, Wien.
  3. 1 2 Susanne Uhlen Autoreninfo auf dem Presseportal von randomhouse.de. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  4. 1 2 3 4 5 Susanne Uhlen (Darstellerin). In: Hoerspielforscher.de. Abgerufen am 15. Dezember 2024 (Rubrik Mitwirkende).
  5. 1 2 Vorhang auf für Susanne Kieling (Memento vom 8. Januar 2016 im Internet Archive) In: Komödie im Bayerischen Hof Abgerufen am 17. Juni 2019.
  6. 1 2 3 Susanne Uhlen: Führt zum zweiten Mal Regie In: bunte.de vom 8. November 2012, abgerufen am 17. Juni 2019.
  7. ↑ Susanne Uhlen: Wo ist ihr ganzes Geld geblieben? In: Die neue Frau vom 21. April 2010, Seite 58.
  8. ↑ World Vision sucht vorbildhafte Projekte für Kinder - Deutscher Kinderpreis ausgelobt. In: osthessen-news.de. 10. Dezember 2009, abgerufen am 26. Dezember 2024.
  9. ↑ Welttierschutzgesellschaft e. V. | Tierschutz fängt beim Menschen an. Abgerufen am 11. Mai 2017.
  10. ↑ „Tieren zu helfen ist mir ein wirkliches Bedürfnis“ | Welttierschutzgesellschaft e. V. Abgerufen am 11. Mai 2017.
  11. ↑ Susanne Uhlen beendet ihre Karriere. Auf: focus.de vom 12. Mai 2017. Abgerufen am 17. Juni 2019.
  12. ↑ Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart, S. 1045
  13. ↑ Über Susanne Uhlen. In: weltbild.de. Abgerufen am 22. November 2022.
  14. ↑ ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 13. Februar 2023.
  15. ↑ WDR: Hörspiel "Tod eines Fußballers" von Eva Lia Reinegger. 2. Februar 2023, abgerufen am 13. Februar 2023.