In der Mengenlehre postuliert die Suslin-Hypothese (benannt nach dem russischen Mathematiker Michail Jakowlewitsch Suslin) eine spezielle Charakterisierung der Menge der reellen Zahlen. Sie ist in dem üblichen System der Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre weder beweis- noch widerlegbar.
Georg Cantor zeigte folgende ordnungstheoretische Charakterisierung der reellen Zahlen: Eine nichtleere lineare Ordnung ist genau dann isomorph zu falls gilt:
Jede solche lineare Ordnung erfüllt zudem die sogenannte abzählbare Antikettenbedingung:
Der Beweis dieser zusätzlichen Eigenschaft folgt direkt der Separabilität. Suslin stellte 1920 die Hypothese auf, dass auch die Umkehrung gilt, also Separabilität und abzählbare Antikettenbedingung äquivalent sind.
Die Suslin-Hypothese lässt sich also ausdrücken:
Ronald Jensen zeigte 1968, dass in dem Modell der konstruktiblen Mengen die Suslin-Hypothese falsch ist. Mit Hilfe der Forcing-Methode konstruierten Robert M. Solovay und Stanley Tennenbaum 1971 ein Modell, in dem die Hypothese wahr ist, sie ist also weder beweis- noch widerlegbar.