Suzanne Eaton

Suzanne Eaton (* 23. Dezember 1959 in Oakland, Kalifornien; † 2. Juli 2019 auf Kreta) war eine US-amerikanische Molekularbiologin, die in Deutschland lebte und arbeitete.

Leben

Eaton war die Tochter eines Elektroingenieurs, der unter anderem an der University of California, Berkeley lehrte und später in der Forschungsabteilung von IBM tätig war. Nach Ende der Schulzeit nahm Eaton ein Gap Year und arbeitete unter anderem als Technikerin in einem Krankenhaus. Anschließend studierte sie bis 1981 Biologie an der Brown University und war von 1981 bis 1983 als Tutorin für Immunologie an der University of California, Los Angeles (UCLA) tätig, wo sie 1988 bei Kathryn Calame im Bereich Mikrobiologie promovierte. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Sydney C. Rittenberg Award for Distinguished Academic Achievement in Microbiology ausgezeichnet.

Von 1988 bis 1993 arbeitete Eaton als Postdoc an der UCLA bei Thomas B. Kornberg und untersuchte dabei Drosophila melanogaster. Ihre Forschung setzte sie anschließend – bis 1997 als Postdoc – am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg in der Forschungsgruppe von Kai Simons fort, wobei ihre Forschungsschwerpunkte im Bereich Zellbiologie und Entwicklungsbiologie lagen.

Eaton kam im Gründungsjahr 2000 an das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), wo sie ab 2001 eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe leitete. Ab 2015 hatte sie die Professur für Developmental Cell Biology of Invertebrates am BIOTEC der TU Dresden inne; die Berufung erfolgte dabei gemeinsam mit dem MPI-CBG.

Eatons Forschungsschwerpunkte lagen unter anderem im Bereich der Gewebemechanik und Gewebeentwicklung (u. a. Untersuchungen zu den Morphogenen Hedgehog und Wingless). Zu ihren Forschungserfolgen gehörte die Entdeckung sogenannter „Argosome“, Transporter-Lipoproteine, mit deren Hilfe zum Beispiel Morphogene lange Strecken zwischen Zellen in Organismen zurücklegen können. Die Ergebnisse wurden 2005 unter dem Titel Lipoprotein particles are required for Hedgehog and Wingless signalling in der Zeitschrift Nature publiziert.

Während einer Tagung in Kolymbari auf Kreta verschwand Eaton; sie wurde zuletzt am 2. Juli lebend gesehen und am 8. Juli 2019 in einer Höhle tot aufgefunden. Die griechische Polizei leitete Mordermittlungen ein. Der Täter, ein 27-jähriger Landwirt und verheirateter Familienvater, wurde im Oktober 2020 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Eaton war mit dem britischen Wissenschaftler Anthony A. Hyman verheiratet, der Ehe entstammen zwei Söhne. Ihr Grab befindet sich auf dem Dresdner Johannisfriedhof.

Publikationen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 Profil von Suzanne Eaton auf mpi-cbg.de (Memento vom 6. Juli 2019 im Internet Archive).
  2. ↑ Nachruf auf Suzanne Eaton. mpg.de, 22. Juli 2019.
  3. 1 2 3 Caitlin Sedwick: Suzanne Eaton: The beautiful logic of development. In: The Journal of Cell Biology, Vol. 202, Nr. 2, S. 184.
  4. ↑ Zu fernen Welten. Suzanne Eaton hat Transporter gefunden, die in alle Winkel des Körpers vordringen. In: Sächsische Zeitung, 23. April 2005, S. m2.
  5. ↑ Statement on the tragic demise of Suzanne Eaton. mpi-cbg.de, 9. Juli 2019.
  6. ↑ Tote Biologin aus Dresden: Polizei auf Kreta schließt Verbrechen nicht aus., Dresdner Neueste Nachrichten vom 9. Juli 2019, abgerufen am 10. Juli 2019.
  7. ↑ Mordfall Suzanne Eaton: Forscherin wurde auf Kreta angefahren, vergewaltigt und getötet. In: Der Tagesspiegel, 16. Juli 2019, abgerufen am 20. Juli 2019
  8. ↑ Lebenslänglich im Mordfall Suzanne Eaton. saechsische.de, 13. Oktober 2020.
  9. ↑ ASCB Profile: Tony Hyman. In: ASCB-Newsletter, November 2012, S. 41 (online).
Personendaten
NAME Eaton, Suzanne
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Molekularbiologin
GEBURTSDATUM 23. Dezember 1959
GEBURTSORT Oakland, Kalifornien
STERBEDATUM 2. Juli 2019
STERBEORT Kreta