
Franz Sylvester Jordan (selten auch Silvester Jordan; * 30. Dezember 1792 in Omes bei Axams, Tirol; † 15. April 1861 in Kassel) war ein deutscher Jurist und liberaler Politiker. Er war Professor des Staatsrechts an der Universität Marburg, Mitglied der Kurhessischen Ständeversammlung und 1848/49 Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.

Nach Gymnasialabschluss am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München im Jahre 1812 studierte Jordan Philosophie, Rechtswissenschaften und Kameralwissenschaften an der Universität Wien und der Universität Landshut. Er wurde in Landshut sowohl in Philosophie (1815) als auch in Rechtswissenschaften (1817) promoviert. Anschließend war er am Landgericht Landshut und als Anwaltsvertreter beim Oberappellationsgerichtsadvokaten Meinel in München tätig. Jordan habilitierte sich 1820 an der Universität Heidelberg und wurde im Jahr darauf als außerordentlicher, ab 1822 ordentlicher Professor für Staatsrecht an die Universität Marburg berufen. Dort amtierte er fünfmal als Dekan. Er hielt Vorlesungen im Staatsrecht, Lehenrecht, Kriminalprozess, Zivilprozess und ein juristisches Praktikum (bis 1839), in einigen Semestern auch Völkerrecht, Kriminalrecht und Deutsches Privatrecht. 1825/26 leitete er als Prorektor die Universität. 1827 wurde er erstmals in eine kurhessische Regierungskommission zur Überprüfung der Gesetzgebung berufen.
Bald darauf kam Jordan aufgrund seiner publizistischen Arbeit in Konflikt mit der Landesregierung, insbesondere nachdem er nach den Unruhen 1830 erstmals als Vertreter der Universität Marburg in den konstituierenden Landtag des Kurfürstentums entsandt worden war. Er trug maßgeblich zur Erarbeitung der Verfassung von 1831 und damit zur Schaffung der kurhessischen Ständeversammlung bei. 1831/32 zählte er im Kasseler Landtag zu den entschiedenen Liberalen. 1832 wurde ihm der Urlaub zur Ausübung des Abgeordnetenmandats verweigert, und ab 1833 stand er unter Polizeiaufsicht. 1839 wurde er wegen angeblicher Beteiligung an der Vorbereitung des Frankfurter Wachensturms 1833 und weiterer sogenannter revolutionärer Umtriebe im Umfeld von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig in Untersuchungshaft genommen, 1843 zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt und auf dem Marburger Schloss inhaftiert. 1845 hob das Oberappellationsgericht Kassel dieses Urteil auf, und Jordan kam frei.
1848 gehörte Jordan dem Frankfurter Vorparlament als Vizepräsident an und wurde in den Siebzehnerausschuss berufen. Vom 18. Juli 1848 bis zum 20. Mai 1849 war er als Nachfolger Heinrich Henkels Abgeordneter für den Kreis Fritzlar in der Frankfurter Nationalversammlung. Dort zählte er zu den Fraktionen Württemberger Hof und Landsberg im (linken) Zentrum des Parlaments. Als Vertreter der Städte des Schwalmstroms gehörte er 1848/49 erneut dem kurhessischen Landtag an. Gleichzeitig war er als Bundestagsgesandter Vertreter Kurhessens bei der Provisorischen Zentralgewalt. 1850 gehörte Jordan dem Schiedsgericht des Erfurter Unionsparlaments an und wurde anschließend in den Ruhestand versetzt.
Jordan wurde 1819 „auf hoher See“ unter der Bürgschaft eines schottischen Großmeisters in die Freimaurerei aufgenommen; am 9. September 1820 wurde er von der Freimaurerloge Sokrates zur Standhaftigkeit in Frankfurt am Main angenommen.
Jordan heiratete 1821 in Marburg Marie Staudinger († 1832), nach deren Tod heiratete er Pauline Wigand (1810–1885), die Tochter des Archivars und Rechtshistorikers Paul Wigand.


| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jordan, Sylvester |
| ALTERNATIVNAMEN | Jordan, Franz Sylvester (vollständiger Name); Jordan, Silvester |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-österreichischer Jurist und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 30. Dezember 1792 |
| GEBURTSORT | Omes bei Axams |
| STERBEDATUM | 15. April 1861 |
| STERBEORT | Kassel |