Sylvie Chaperon (geboren 1961 in Paris) ist eine französische Historikerin für Frauengeschichte, Gender Studies und die Ursprünge der Sexualwissenschaft.
Sylvie Chaperon stammt – eigenen Angaben zufolge – aus einer traditionellen, katholischen, rechtsgerichteten und bürgerlichen Familie und entdeckte den Feminismus in der Oberschule. Sie schrieb sich an der Universität für Geschichte ein und studierte die Feminisierung der IUT (Technische Hochschulen) bei Jean Bouvier an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, die Vorstellung von den Unterschieden zwischen den Geschlechtern in der Malerei des 18. Jahrhunderts bei Jean-Louis Flandrin an der École des hautes études en sciences sociales und schließlich bei Michelle Perrot auf dem Campus Pierre-et-Marie-Curie in Jussieu die Frauenbewegungen in Frankreich von 1945 bis 1970.
Als Agrégée d’histoire (1988) unterrichtete sie sieben Jahre lang an einem Gymnasium in Goussainville. 1993 bestand sie die Aufnahmeprüfung für das Europäische Hochschulinstitut und erhielt ein Stipendium des Außenministeriums. Sie verbrachte drei Jahre in Florenz, um sich unter der Leitung von Michelle Perrot ihrer Dissertation zu widmen, die sie 1989 begonnen hatte. Die 1990er Jahre waren geprägt vom Beginn der Geschlechterforschung und der Idee, dass das Geschlecht das soziale Geschlecht bestimmt und nicht umgekehrt. In diesem Zusammenhang verteidigte Sylvie Chaperon 1996 ihre Doktorarbeit Le creux de la vague, féminisme et mouvement de femmes en France de 1945 à 1970 (Die Talsohle, Feminismus und Frauenbewegung in Frankreich von 1945 bis 1970). Sie zeigte die entscheidende Rolle von Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht für die Wiedergeburt und Neudefinition des Feminismus in Frankreich auf.
Seit 2000 ist sie Professorin für zeitgenössische Geschlechtergeschichte an der Université Toulouse–Jean Jaurès. Seit 2007 ist sie zur Leitung von Forschungsarbeiten berechtigt. Ihre Forschungsarbeiten im Labor FRAMESPA befassen sich mit der Geschichte der Frauen und der Geschichte der Sexualität. Zum 50. Jahrestag der Veröffentlichung von de Beauvoirs Das andere Geschlecht leitete Chaperon die Tagungsberichte über dessen weltweite Rezeption und Einfluss auf den Feminismus. Diese Tagung fand 1999 an der Sorbonne statt. Die 2002 veröffentlichten Tagungsberichte umfassen 70 Beiträge.
Zusammen mit Christelle Taraud leitete sie das Seminar „Historische Ansätze zur Sexualität“ an der Universität Paris I und zusammen mit einer nach Olympe de Gouges benannten Gruppe das Seminar „Geschlecht und Geschichte“ an der Universität Toulouse.
Chaperon veröffentlichte zwei wichtige Werke, Les années Beauvoir (Die Jahre Beauvoir) im Jahr 2000 und Les origines de la sexologie (Die Ursprünge der Sexualwissenschaft) im Jahr 2007.
2017 leitete sie zusammen mit Christine Bard die Veröffentlichung des Dictionnaire des féministes : France, XVIIIe – XXIe siècle.
Chaperon hat mit ihrem Partner Gaël Binot zwei Kinder.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Chaperon, Sylvie |
| KURZBESCHREIBUNG | französische Historikerin |
| GEBURTSDATUM | 1961 |
| GEBURTSORT | Paris |