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Demokratische Kräfte Syriens | |
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Banner der Demokratischen Kräfte Syriens | |
| Aktiv | 2015 bis 2026 |
| Staat | Syrien |
| Truppenteile | * Armee der Revolutionäre
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| Standort | Qamishli, Ain Issa, Kobanê, Gire Spi, Derik |
| Ehemalige Standorte | Afrin |
| Schlachten | Bürgerkrieg in Syrien |
| Website | https://sdf-press.com/en/ |
| Führung | |
| Kommandeur | Mazlum Abdi |
| Ehemalige Kommandeure |
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Die Demokratischen Kräfte Syriens (DKS; arabisch قوات سوريا الديمقراطية, DMG Quwwāt Sūriyā ad-dīmuqrāṭīya; kurdisch هێزێن سووریەیا دەمۆکراتیک Hêzên Sûriya Demokratîk; reichsaramäisch ܚܝ̈ܠܘܬܐ ܕܣܘܪܝܐ ܕܝܡܩܪܛܝܬܐ; englisch Syrian Democratic Forces; SDF) waren ein am 10. Oktober 2015 gebildetes Militärbündnis im Bürgerkrieg in Syrien, das, angeführt von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten, das in Nord- und Ostsyrien liegende Autonomiegebiet verteidigte.
Komplementär zu dem militärischen Dachbündnis der Demokratischen Kräfte Syriens wurde am 10. Dezember 2015 das politische Dachbündnis des Demokratischen Rats Syriens gegründet und gewählt. Beide sahen sich nach eigenen Angaben dem Ziel eines säkularen, demokratischen und föderal gegliederten Syriens verpflichtet.
Sie wurden unter anderem dafür bekannt und international gelobt, den IS zu schwächen, sowie kämpfende Fraueneinheiten zu besitzen. Ein im September 2020 veröffentlichter Bericht des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) warf den DKS allerdings vor, auch Freiheitsberaubungen begangen zu haben, und sah auch Hinweise auf Folter an Gefängnisinsassen.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 und der Machtübernahme durch den HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa schwand die militärische Stärke der DKS stark. Im Januar 2026 wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung mit der neuen Regierung unter al-Scharaa geschlossen, die die Existenz der DKS bereits einschränkte. Im August 2026 verkündete DKS-Kommandeur Mazlum Abdi die Auflösung der Gruppe, die schließlich in die syrischen staatlichen Institutionen eingegliedert wurde.
Das Militärbündnis SDF bestand aus
Die Schätzungen zur zahlenmäßigen Stärke der SDF variierten stark, eine mittlere Schätzung vom August 2015 für die in der SDF vereinten Milizen belief sich auf 55.000 Kämpfer. General Mazlum Abdi alias Mazlum Kobanê sagte in einem Interview mit CBS im Juni 2018, dass 60.000 Kämpfer unter seinem Kommando stehen.
Wesentlicher militärischer Gegner der SDF war die Organisation Islamischer Staat (IS).
Die SDF wurden vom Zusammenschluss westlicher und sunnitisch-arabischer Staaten unterstützt, der unter Führung der USA ab 2014 Ziele in Syrien aus der Luft angriff (Combined Joint Task Force – Operation Inherent Resolve). Ziel war es damals, die nordsyrische Stadt Rakka und Ramadi im benachbarten Irak in gemeinsamen Kommandoaktionen aus den Händen der dschihadistisch-salafistischen Organisation Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIS) zu befreien, so US-Verteidigungsminister Ashton Carter. Die SDF waren das Ergebnis einer neuen Syrienpolitik der USA; zuvor war ein Programm der US-Regierung zum Aufbau einer arabischen Streitmacht gegen die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad gescheitert und Russland hatte in den Krieg eingegriffen.
Wie US-Medien berichteten, sollten die SDF auch mit Waffen ausgerüstet werden und eine Truppe von mehr als 20.000 Kurden und bis zu 5000 Arabern sollte im Nordosten Syriens gefördert werden. Dabei wurde offen geschrieben, dass es in erster Linie um die YPG geht; die arabischen Beteiligten der SDF seien militärisch schwach, politisch unzuverlässig und dienten nur als Feigenblätter. Für die US-Administration waren die YPG ein wichtiger Partner, obwohl sie der PKK nahestehen, die in den USA als Terrororganisation gilt.
US-Präsident Barack Obama genehmigte am 30. Oktober 2015 die Entsendung einer „kleinen Einheit von US-Spezialkräften“, höchstens 50 Soldaten, in den Norden Syriens. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats: „Die Änderungen, die wir vollziehen, kann man mit dem beschreiben, was ich die ‚drei Rs‘ nenne – Rakka, Ramadi und Raids.“ Im Jahre 2018 sollen laut CBS etwa 2000 US-Soldaten in verschiedenen Basen zur Unterstützung der SDF in Nordsyrien stationiert worden sein.
Die ideologisch islamistisch ausgerichteten syrischen Oppositionsgruppen in der Nationalkoalition syrischer Revolutions- und Oppositionskräfte opponierten, unterstützt von der Türkei, gegen die internationale Unterstützung der säkularen SDF.
Zwischen dem 30. Oktober und dem 13. November 2015 eroberten die SDF im Osten des Gouvernements al-Hasaka über 1300 km² vom IS zurück. Der Schwerpunkt lag auf der Befreiung der Städte al-Haul und al-Chatuniya, wodurch auch wichtige Nachschubwege des IS gekappt wurden. Zeitgleich mit dieser Eroberung wurde im Irak die Stadt Sindschar durch kurdische Einheiten befreit.
Am 19. Februar 2016 wurde die Stadt asch-Schaddadi durch die SDF eingenommen und so der IS aus der letzten großen Stadt des Gouvernements al-Hasaka verdrängt.
Am 24. Mai 2016 starteten die SDF die Offensive zur „Befreiung von Nord-Raqqa“. Dabei wurden sie durch Spezialkräfte der US-Armee unterstützt. Am 1. Juni starteten die SDF zusätzlich eine groß angelegte Offensive in Richtung der Stadt Manbidsch westlich des Euphrats. Manbidsch wurde nach etwa zweimonatigen Kämpfen am 13. August erobert.
Türkische Truppen und mit ihnen verbündete Rebellen griffen am 24. August 2016 von Karkamış aus Dscharabulus an, um zu verhindern, dass SDF-Kämpfer den Ort einnehmen. Gleichzeitig erreichten türkische Diplomaten, dass die USA dem SDF die Unterstützung entziehen, sollten SDF-Kämpfer weiter vorrücken oder sich weigern, sich auf die östliche Seite des Euphrat zurückzuziehen und das zuvor eroberte Manbidsch den Türken zu überlassen.
Am 6. November 2016 begann die SDF eine großangelegte Offensive, um Raqqa einzukreisen und zu belagern. In mehreren Phasen konnte die SDF bis Mai 2017 mehrere hundert Dörfer einnehmen und sich entlang des Assadsees der Stadt Raqqa nähern. Mitte März 2017 setzten einige SDF-Truppen westlich von ath-Thaura über den Euphrat und griffen den IS in ath-Thaura an. Am 10. Mai 2017 erklärte der SDF die vollständige Kontrolle über die Stadt ath-Thaura und die wichtige Tabqa-Talsperre. Raqqa, das nördlich des Euphrats liegt, war nun von drei Seiten eingeschlossen. Alle Brücken über den Fluss sind ebenfalls zerstört worden. Anfang Juni 2017 verkündete die SDF den Start des Angriffs auf die Stadt selbst. Am 17. Oktober 2017 verkündete SDF Sprecher Talo Silo, dass die Schlacht um ar-Raqqa beendet und die Kampfhandlungen eingestellt seien. Der SDF würde noch Sprengfallen räumen und nach Schläferzellen suchen.
Am 25. August 2017 erklärte die SDF, dass sie innert Wochen eine Offensive in Richtung Deir ez-Zor beginnen werden. Im September 2017 begann die Offensive.
Nachdem türkische Truppen Ende Januar 2018 in der kurdisch-syrischen Provinz Afrin eingefallen waren, die zunächst ausschließlich von der YPG verteidigt wurde, sah sich die kurdische Führung gezwungen, immer mehr Kräfte aus dem SDF abzuziehen und sie nach Afrin oder in das ebenfalls bedrohte Manbidsch zu schicken, dessen Eroberung der türkische Präsident mehrfach angekündigt hatte. Der Abzug von kurdischen Kämpfern aus der Region bei Deir ez-Zor schwächte den Kampfwert der verbliebenen Truppen erheblich. Die wenigen verbliebenen kurdischen SDF-Kämpfer, die arabischen Teile des SDF und ihre amerikanischen Berater waren zu schwach, um weiter Offensivaktionen gegen die Reste des IS am Euphrat durchzuführen, und sie mussten sich auf die Verteidigung beschränken, während nur die US-Luftwaffe weiter offensiv blieb. Im Mai 2018 begann eine neue Offensive gegen den IS in Deir ez-Zor, bei welcher weite Teile im Osten Syriens eingenommen werden konnten. Im Oktober griffen die türkischen Streitkräfte im syrischen Staatsgebiet gelegene Ortschaften bei Kobane sowie auch die Ortschaft Tel Abyad an, worauf die SDF bekannt gab, dass sie die Offensive gegen den IS erneut aussetzen werden.
Die SDF hat im Verlauf des Kampfes gegen den IS mehrere europäische IS-Kämpfer gefangen genommen. Es wird darüber verhandelt, welche und ob man diese Kämpfer in ihre Herkunftsstaaten zurückführen kann. Am 26. Juli 2018 übergab die YPJ zwei US-Bürger dem FBI. Dabei handelte es sich um eine Witwe eines IS-Scharfschützen mit ihren Kindern sowie um einen Mann, der in den USA wegen der materiellen Unterstützung des IS verurteilt wurde.
Im Zuge der Angriffe der syrischen Übergangsregierung und türkisch unterstützter Gruppen Anfang 2026, die unter anderem gezielt Gefangenenlager für IS-Angehörige betrafen, soll etwa in al-Hol 1.500 IS-Kämpfern die Flucht gelungen sein.
Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 und der Machtübernahme durch den HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa wurde im März 2025 grundsätzlich vereinbart, die SDF in die neue Syrische Armee zu integrieren. Verzögerungen in der Implementation der Vereinbarung führten zu gegenseitigen Schuldzuweisungen und sporadischen Kämpfen zwischen den SDF und den Regierungskräften. Im Januar 2026 startete die Übergangsregierung eine militärische Offensive gegen die SDF in Nordostsyrien. Am 18. Januar wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung geschlossen.
Am 27. März 2026 gaben die SDF bekannt, dass Çia Kobani (Haji Mohamed Nebo) seine Tätigkeit als Stellvertretender Kommandant der 60. Division der syrischen Armee aufgenommen habe. Innerhalb dieser Division sollten drei Brigaden mit den Standorten Qamischli, al-Hasakah und al-Malikiyah gebildet werden, die aus ehemaligen SDF-Kämpfern bestehen würden. Eine vierte Brigade mit Standort in Kobane sollte in eine Armeedivision der Provinz Aleppo inkorporiert werden. Bis Anfang Juli waren rund 6.000 SDF-Kämpfer als Soldaten bei der Armee registriert und bezogen Gehälter vom Staat. Davon hatten 1.170 Kämpfer der Militärbasis Qamischli hatten bereits ein Militärtraining in an-Nabk durchlaufen. Rund 4.000 SDF-Kämpfer wurden hingegen Teil der Polizeikräfte der Internal Security Forces.
Im Juni 2026 berichtete der New Arab, dass für weitere rund 8.000 SDF-Kämpfer eine Lösung gesucht werde, da die für die Eingliederung in die neuen Brigaden vorgesehene Anzahl an Posten bereits ausgeschöpft sei. Al-Monitor bezifferte die Zahl dieser Kämpfer mit ungewisser Zukunft mit 10.000 Personen, sie umfasse auch Mitglieder der Frauenverteidigungseinheiten.
Am 26. August 2026 verkündete DKS-Kommandeur Mazlum Abdi nach Diskussionen in Damaskus, dass die Eingliederung in die staatliche Armee abgeschlossen sei, und erklärte die SDF für aufgelöst.