Systementwicklung

Die Systementwicklung kann in Anlehnung an die Entwicklung biologischer Systeme unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden:

  1. Ontogenese
    1. Das Zusammensetzen, die Montage des Systems aus seinen Bestandteilen. Dies kann streng nach einem vorgegebenen Plan erfolgen oder unter bestimmten Voraussetzungen durch Selbstorganisation. Biologische Systeme sind eine Mischform, da einerseits die DNA Baupläne für einzelne Proteine enthält, andererseits viele Strukturen (Beispiel Gehirn, Knochenbälkchen) auch durch Selbstorganisation entstehen.
    2. Wachstum – Zunahme oder Abnahme der Zahl der Elemente und/oder der Verknüpfungen zwischen den Elementen (Beispiel: Internet).
    3. Vermehrung – Erzeugung von Kopien eines Systems. Dies ist Voraussetzung für Variation und Entwicklung (Evolution) eines Systems. Autopoiese ist zurzeit nur bei Lebewesen möglich.
  2. Phylogenese: Entwurf und Veränderung von Systemen, die dazu führen, dass sie den Erfordernissen besser angepasst sind oder neuen Erfordernissen gerecht werden (Beispiel: Entwicklung der verschiedenen Versionen eines Betriebssystems bei Computern).

Ontogenese von Systemen

Montage nach Plan

In der Technik erfolgt die Montage von Systemen nach vorgegebenen Plänen. Es entstehen Systeme mit genau definierten Eigenschaften. Bei Materialabnutzung werden einzelne Komponenten ersetzt oder das System wird wieder abgebaut und durch ein neues, baugleiches ersetzt.

Selbstorganisation

Beispiele:

Phasen der Ontogenese

Die folgenden Phasen sind in erster Linie charakteristisch für Lebewesen und andere biologische Systeme (zum Beispiel Ökosysteme), d. h. offene, autopoietische, adaptive, dynamische und (bis zu gewissen Grenzen) robuste Systeme.

Typogenese von Systemen

In der Technik erfolgt die Entwicklung eines Systems zielgerichtet auf einen bestimmten Zweck hin. Deshalb wird ein Systementwickler in der Regel die Methodik der Problemanalyse und der Problemlösung anwenden. Biologische Systeme entwickeln sich dagegen nicht zielgerichtet, sondern zufalls- und umweltgesteuert.

In der Regel erfolgt die Entwicklung von Systemen vom Einfachen zum Komplexen (Beispiel: Kutsche – Auto, Einzeller – Vielzeller)