| IT:U Interdisciplinary Transformation University Austria | |
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| Gründung | 1. Juli 2022 |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | |
| Bundesland | |
| Land | |
| Gründungspräsidentin | Stefanie Lindstaedt |
| Netzwerke | Eurasia-Pacific Uninet (EPU), Uninovis |
| Website | https://it-u.at/en/ |
Die Interdisciplinary Transformation University Austria (als Abkürzung wird im Gesetz IT:U angeführt) ist eine technische Universität für Digitalisierung und digitale Transformation mit Sitz in Linz (Österreich). Sie ist eine der ersten öffentlichen Universitäten in Europa mit Fokus auf die digitale Transformation von Industrie, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.
In Linz bestand bereits vor Gründung der oberösterreichischen Landesuniversität, der Johannes-Kepler-Universität (JKU), für sehr kurze Zeit eine akademische technische Bildungseinrichtung, die Technische Hochschule Linz. Diese existierte nur von 1943 bis 1945.
Technische Fächer wurden in Oberösterreich auf akademischer Ebene ab 1969 durch die Technisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der JKU Linz sowie ab 1993 durch die Fachhochschule Oberösterreich angeboten. Den Wunsch nach einem eigenständigen universitären akademischen Angebot in Oberösterreich, insbesondere einer Technischen Universität, äußerten sowohl die regionale Wirtschaft als auch die Landespolitik.
Im Sommer 2020 kündigte die österreichische Bundesregierung die Gründung einer neuen technischen Universität an. Die daraufhin bestellte, unabhängige Konzeptgruppe legte im Jahr 2022 das erste wissenschaftliche Konzept für die neue Digitalisierungs-TU vor. Im Juli 2022 trat das Bundesgesetz über die Gründung des Institute of Digital Sciences Austria (IDSA) als erste rechtliche Grundlage für die neue Digital-TU in Kraft. Im Oktober 2022 erfolgte die Konstituierung des Gründungskonvents durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Dieses einigte sich im Juni 2023 auf die strategischen Grundsätze in der Gründungsphase und somit auf die konkrete Ausrichtung der neuen Universität.
Im März 2023 wurde Stefanie Lindstaedt vom Gründungskonvent zur Gründungspräsidentin gewählt. Mitte Juli 2023 äußerte Stefanie Lindtstaedt in einem Medienbericht, sie strebe eine Änderung des Namens an, da ihrer Meinung nach die gesetzlich festgelegte Bezeichnung Institute of Digital Sciences Austria zu Verwechslungen führen könnte. Am 27. November 2023 wurde die neue Bezeichnung der Universität als ITU – Interdisciplinary Transformation University vorgestellt. Die IT:U setzte in Kooperation mit dem Ars Electronica Center das Projekt Founding Lab um.
Im Juli 2024 trat das neue Bundesgesetz über das Institute of Digital Sciences Austria (Interdisciplinary Transformation University) in Kraft und löste das bisherige Gründungsgesetz als Rechtsgrundlage ab.
Mit Beginn des Herbst-/Wintersemesters 2024/25 forschten elf neu berufene Gründungsprofessoren an der IT:U, außerdem startete das zweite Doktoratsstudium Computational X zusätzlich zum ersten Doktoratsstudium Digital Transformation in Learning, welches in Kooperation zwischen IT:U und JKU konzipiert wurde. Ende 2024 wurde die IT:U Mitglied des Complexity Science Hub. Im Herbst 2025 startete das erste Masterprogramm "Interdisciplinary Computing" an der IT:U. Ab 2029/30 ist der Start der ersten Bachelorstudien geplant. Bis zum Studienjahr 2036/2037 soll die Universität 5000 Studierende und bis 2036/37 etwa 150 Professoren und Äquivalente haben.
Die IT:U bietet interdisziplinäre Master- und Doktoratsstudien mit Schwerpunkt auf Technologie, Wirtschaft, Recht und Gesellschaft an. Die akademische Ausbildung folgt einem projektbasierten Lernansatz, der darauf abzielt, technologische Innovationen in globale Transformationsprozesse einzuordnen und praktisch anwendbar zu machen.
Das Masterstudium Master of Science in Interdisciplinary Computing ist auf die Gestaltung der digitalen Transformation ausgerichtet und setzt den Schwerpunkt auf Themenfelder wie Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Nachhaltige Transformation und digitale Ökonomie. Die Spezialisierungen im Masterstudium umfassen "Designing Interactions", "Digital Earth, Society, and Networks", "Digital Humanities, Health, and Life Sciences" und "Future Industries".
Das Doktoratsstudium umfasst zwei PhD Programme (Computational X, Digital Transformation in Learning) und ist auf eine interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit ausgelegt. Sie fördert die internationale Vernetzung und die Bearbeitung von Forschungsfragen an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen.
Die interdisziplinären Forschungsschwerpunkte an der IT:U decken unter anderem folgende Bereiche ab:
Die Forschung orientiert sich an internationalen Standards wie den DORA-Prinzipien und der Koalition zur Reform der Forschungsbewertung (COARA) Zu den bekannten Forschenden gehören unter anderem Peter Balazs und Beatrix Hiesmayr.
Seit 2025 ist die IT:U Mitglied von Eurasia-Pacific Uninet (EPU), das österreichische Hochschulen mit Partnerinstitutionen in Asien verbindet. Im Rahmen des PhD Programms Digital Transformation in Learning arbeitet die IT:U mit der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) zusammen.
Das International Strategic Advisory Board (ISAB) berät die Universität bei der strategischen Ausrichtung. Es setzt sich aus internationalen Experten, darunter Tuula Teeri (Aalto University), York Sure-Vetter (Karlsruhe Institute of Technology) und Moshe Y. Vardi zusammen. Zur Verknüpfung von Wissenschaft und industrieller Praxis wurde das Industry Sounding Board eingerichtet. Es bringt führende Unternehmen wie Voestalpine, Fronius, Keba und Dynatrace zusammen, um an der Gestaltung interdisziplinärer Studienprogramme mitzuwirken.
Die IT:U hat ihren physischen Standort in Linz. Die IT:U mietet in ihrer Anfangsphase leerstehende Flächen der Johannes-Kepler-Universität. Im Herbst 2025 vergrößert die IT:U ihre Räumlichkeiten um das ehemalige Apple-Büro in Linz, diese wurden bis 2029 angemietet. Der neue Universitätscampus soll bis 2036 in mehreren Baustufen entstehen und östlich des bestehenden JKU-Campus in Linz liegen.
Sabine Seidler, damalige Vorsitzende der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) kritisierte das Modell der IDSA-Gründung, weil sie den universalen Charakter der Neugründung nicht erkennen könne und keinen Bedarf für sie sieht. Die oberösterreichische Landesorganisation der NEOS lehnt das Finanzierungskonzept ab, da dieses die Finanzierung anderer österreichischer Hochschulen zu sehr beschneide und zudem intransparent sei. Der Rechnungshof Österreich kritisierte die juristische Ausführung, konkret die Vermeidung des Universitätsgesetzes als Grundlage des Institutes. Der Verfassungsdienst urteilte, dass den Studenten rechtliche Nachteile im Vergleich zu Studenten ordentlicher Universitäten entstehen, da die Rechtsbeziehung zwischen Studenten und IDSA eine privatrechtliche ist. Diese ist in § 9 Abs. 3 des Gesetzes ausdrücklich festgehalten.
Der Senat der JKU und die Kunstuniversität Linz wiesen mit großer Sorge auf die Öffnung für politischen Einfluss und die verringerte Unabhängigkeit des IDSA hin sowie die Gefährdung der Freiheit von Wissenschaft und Lehre durch Ausgrenzung der Angestellten vom regulären Kollektivvertrag für Universitäten. Der Betriebsrat der JKU warnte vor einem Umbau des österreichischen Universitätssystems und wies den Gesetzesentwurf vollumfänglich zurück. Die Studienvertretung der JKU ortete durch die Gründung einer öffentlichen Universität außerhalb des Universitätsgesetzes einer eklatanten Benachteiligung der Studierenden. Kritik gab es außerdem von zahlreichen weiteren Universitäten und Stakeholdern, so etwa von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria), verschiedenen Arbeitskreisen für Gleichbehandlungsfragen, dem Verband der Professorinnen und Professoren der österreichischen Universitäten (UPV), der Industriellenvereinigung, der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und der Senatsvorsitzendenkonferenz.
Im Frühjahr 2025 sprachen sich mehrere Politiker für die IT:U aus. Etwa betonten der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer, der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie die Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, dass nach wie vor Linz als Sitz der IT:U vorgesehen ist, und sie hier einen geeigneten ein Standort finden wollen. Stelzer bezeichnet die Universität als neues Zentrum für Wissenschaft, Forschung und Bildung, und als große Chance für den Standort aber auch die ganze Republik.
Koordinaten: 48° 20′ 14″ N, 14° 19′ 4″ O