Tageteae

Tageteae

Tagetes lemmonii

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Tageteae
Wissenschaftlicher Name
Tageteae
Cass.

Die Tageteae sind eine Tribus in der Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae). Sie enthält 16 bis 23 Gattungen mit etwa 216 Arten. Das Zentrum der Artenvielfalt ist das trockene mexikanische Hochland.

Beschreibung

Illustration aus Flore des serres et des jardins de l'Europe von Comaclinium montanum

Vegetative Merkmale

Die Arten der Tageteae sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder verholzende Pflanzen, die als Sträucher bis selten kleine Bäume wachsen. Sie wachsen meist terrestrisch, selten aquatisch. Einige Gattungen (Flaveria, Pectis) gehören zu den C4-Pflanzen.

Die Laubblätter sind wechselständig oder gegenständig angeordnet. Die einfache, gefiederte oder doppelt gefiederte Blattspreite ist im Umriss fadenförmig bis breit eiförmig. Am Blattrand, oder verstreut über die Blattspreite sitzen häufig durchscheinende Öldrüsen.

Generative Merkmale

In unterschiedlich aufgebauten Gesamtblütenständen stehen die körbchenförmigen Blütenstände zusammen, manchmal stehen die Blütenkörbe einzeln. Die Hülle der Körbchen ist einfach, „kuppelig“ oder halbkugelig, gelegentlich mit Außenhülle. Die Hüllblätter der Körbchenhülle stehen in einer bis fünf Reihen, sie sind untereinander gleich oder werden nach außen hin größer. Sie sind meistens drüsig, oft mit ovalen, manchmal strichförmigen durchscheinenden Drüsen. Der Körbchenboden trägt gelegentlich Schuppen, Borsten oder Spreublätter. Die Körbchen enthalten innen Röhrenblüten, die von einem Ring aus zweilappigen Zungenblüten umgeben sind, der selten fehlen kann. Die Scheibenblüten sind zwittrig, manchmal einige funktional rein männlich. Die Blüten sind meist fünfzählig (selten drei- oder sechszählig), in der Regel radiärsymmetrisch, selten etwas zygomorph. Die Anhängsel der Staubbeutel sind tragen gewöhnlich keine Drüsenhaare, sie sind in der Regel verfestigt, indem ihre innere Zellschicht (Endothecium) als Sklereide mit ein bis zwei (selten bis vier) polaren Verdickungen verstärkt sind.

Die Achänen sind zylindrisch oder spindelförmig, nur selten abgeflacht und schwarz, selten braun, gefärbt. Sie sind streifig, locker bis dicht behaart, meist mit der Behaarung an der Basis und der Spitze verdichtet und in der Regel erkennbar gestielt. Der Pappus besteht aus wenigen bis mäßig vielen Schuppen oder Borsten, manchmal ist er zu einem Schuppenkranz zurückgebildet oder fehlt ganz.

Verbreitung

Die Tribus Tageteae ist in der Neuen Welt verbreitet und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Mexiko und den südlichen USA. Gattungen kommen außerdem im tropischen bis gemäßigten Südamerika (mit der nur in Peru vorkommenden Gattung Schizotrichia) und auf karibischen Inseln (mit den auf Kuba endemischen Gattungen Harnackia und Lescaillea) vor. Nur eine Art, Flaveria australasica kommt in Australien vor. Einige Arten, insbesondere aus der Gattung Tagetes (Studentenblumen) sind beliebte Zierpflanzen und als solche weltweit verbreitet worden, teilweise sind sie später als Neophyten verwildert.

Systematik

Die Tribus Tageteae wurde 1819 durch Alexandre Henri Gabriel de Cassini in Journal de Physique, de Chimie, d'Histoire Naturelle et des Arts, Band 88, Seite 162 aufgestellt.

Mit Ausnahme der artenreichen Gattungen Pectis (etwa 90 Arten), Tagetes (etwa 55 Arten) und Porophyllum (etwa 28 Arten) umfasst sie vor allem artenarme oder monotypische Gattungen. Die früher übliche Aufteilung in Subtriben wird durch molekulare Analysen nicht unterstützt.

Die Tribus Tageteae enthält 16 bis 23 Gattungen mit etwa 216 Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Dennis J. Loockerman, Billie L. Turner, Robert K Jansen: Phylogenetic relationships within the Tageteae (Asteraceae) based on nuclear ribosomal ITS and chloroplast ndhF gene sequences. In: Systematic Botany, Volume 28, Issue 1, 2003, S. 191–207. doi:10.1043/0363-6445-28.1.191 (zurzeit nicht erreichbar) Volltext auf BioOne.
  2. 1 2 3 4 5 J.Panero: XXII Tribe Tagetae. in A. A. Anderberg et al.: Compositae. In: J. W. Kadereit, C. Jeffrey (Hrsg.): Flowering Plants, Eudicots, Asterales. Volume VIII in K. Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Springer Verlag Berlin etc. 2007, ISBN 978-3-540-31050-1, S. 420–431.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Asteraceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19, 20 und 21 - Magnoliophyta: Asteraceae, Oxford University Press, New York und Oxford. 30. Juni 2006, ISBN 0-19-530565-5.
  4. 1 2 Debra R. Hansen, Robert K. Jansen, Rowan F. Sage, Jose Luis Villaseñor, Beryl B. Simpson: Molecular Phylogeny of Pectis (Tageteae, Asteraceae), a C 4 Genus of the Neotropics, and its Sister Genus Porophyllum. In: Lundellia, Volume 19, Issue 1, Februar 2018, S. 6–38. doi:10.25224/1097-993X-19.1.6
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