
Als Tagless (eng. für etwa „etikettenlos“), ohne Label oder Label frei bezeichnet in der Textilindustrie eine Fertigungsweise für Produkte, die keine eingenähten Etiketten oder Label aufweisen, wie sie etwa für Wasch- und Pflegeanleitungen, Angaben zur Konfektionsgröße und materielle Zusammensetzung des Produktes gemäß Textilkennzeichnungsgesetz üblich sind. Statt des Labels werden die Kleidungsstücke durch etikettenlosen Druck gekennzeichnet. So werden Abfall, Lieferzeiten und Lagerbestände reduziert. Die Methode ist mit relativ geringen Anlaufkosten verbunden. Die jeweiligen Angaben werden stattdessen im Tampondruck, Siebdruck oder per Wärmeübertragungsverfahren an entsprechender Stelle auf die Innenseite des Textils aufgebracht.
Bei den Wärmetransferetiketten wird der Text bzw. die Grafiken digital auf ein Wärmetransferpapier gedruckt. Mit Hitze wird danach das Etikett auf den Textilien fixiert. Beim Siebdruck wird das Label direkt auf die Kleidung gedruckt. Dies ist kostengünstiger als der Thermotransferdruck. Jedoch muss der Druck trocknen und das Etikett ist eher dick und rau. Der Tampondruck hat den Vorteil, dass eine dünne Farbschicht aufgetragen wird. Sie zieht teilweise in den Stoff ein.
Ein Vorteil für Kundschaft, die sich an eingenähten Etiketten stört und diese heraustrennen müsste, besteht in der Vermeidung der Gefahr von Löchern in den Textilien. Andererseits gab es Fälle, in denen Menschen empfindlich auf die Chemikalien des Drucks reagiert haben, so dass gerade bei kleinen Kindern Aufmerksamkeit geboten ist.