Pieve di Cadore

Pieve di Cadore
Pieve di Cadore (Italien)
Pieve di Cadore (Italien)
Staat Italien
Region Venetien
Provinz Belluno (BL)
Koordinaten 46° 26′ N, 12° 22′ OKoordinaten: 46° 25′ 45″ N, 12° 22′ 30″ O
Höhe 878 m s.l.m.
Fläche 66,6 km²
Einwohner 3.588 (31. Dez. 2025)
Fraktionen Nebbiù, Pozzale, Sottocastello, Tai, Damos
Postleitzahl 32044
Vorwahl 0435
ISTAT-Nummer 025039
Bezeichnung der Bewohner pievani
Website Gemeinde-Webseite

Blick auf Pieve di Cadore

Pieve di Cadore (deutsch: Pleif) ist eine Stadt mit 3588 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) in der Provinz Belluno, Italien.

Die Stadt Pieve di Cadore ist der Geburtsort von Tizian, dessen mutmaßliches Geburtshaus besichtigt werden kann.

Geografie

Pieve di Cadore liegt in den Dolomiten am Fuße der Berggruppen der Marmarole und des Antelao in 878 m Höhe rechts des Flusses Piave, wenige Kilometer oberhalb der Einmündung des aus der Gegend von Cortina d’Ampezzo kommenden Flusses Boite. Der Piave ist im Bereich von Pieve di Cadore zum Lago di Centro Cadore aufgestaut.

Die Gemeinde setzt sich neben dem Hauptort aus den Dörfern Nebbiù, Pozzale, Sottocastello und Tai di Cadore zusammen und gilt als Hauptort der Tallandschaft und historischen Region Cadore.

Geschichte

Das Gebiet am Zusammenfluss von Piave und Boite war bereits prähistorisch besiedelt. Die Römer unterwarfen im 2. vorchristlichen Jahrhundert die paläovenetische Vorläufersiedlung Làgole. Im Hochmittelalter war der Ort militärischer Stützpunkt der Signoria da Camino (1138–1335); das von ihr errichtete Kastell existiert nicht mehr.

Zusammen mit den anderen Siedlungen des Cadore gründete Pieve die Magnifica Communità di Cadore, die sich 1338 ein Statut gab, welches 1347 von Bertrand de Saint-Geniès, dem Fürstpatriarchen von Aquileia, anerkannt wurde. Dem überwiegend ladinisch geprägten Land wurde auch unter der Republik Venedig, zu der es von 1420 bis zur napoleonischen Eroberung 1797 gehörte, eine weitgehende Autonomie garantiert.

1808 erhob Kaiser Napoleon I. seinen Außenminister Jean-Baptiste Nompère de Champagny zum Herzog von Cadore.

Nach dem Wiener Kongress wurde Pieve di Cadore, wie ganz Venetien als Teil des neugegründeten Königreichs Lombardo-Venetien der Habsburgermonarchie zugesprochen, fiel jedoch im Laufe des Risorgimento mit dem Prager Frieden (1866) an Italien.

Tourismus und Verkehr

Pieve di Cadore, Hauptort der Provinz Belluno, entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Sommerfrische- und Wintersportort und zugleich zu einem kulturellen Anziehungspunkt durch gezielten „Tizian-Tourismus“, obwohl es nur ein einziges Gemälde des Meisters an seinem Geburtsort gibt.

Der Ort verfügte über einen Bahnhof der Bahnstrecke Belluno–Calalzo.

Sehenswürdigkeiten

Piazza Tiziano mit Palazzo Comunale und Tizian-Statue
Geburtshaus Tizians in Pieve di Cadore

Persönlichkeiten

Siehe auch

Zum Namen: Pieve

Literatur

Commons: Pieve di Cadore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. ↑ Kristian+Ghedina im Munzinger-Archiv, abgerufen am 6. Juli 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)