| Entstehung | 2. Oktober 1945 | |
| Auflösung | 13. Oktober 1945 | |
| Spitzenwindgeschwindigkeit |
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| Niedrigster Luftdruck | ≤ 969 hPa (mbar) | |
| Tote | 377 Tote 74 Vermisste | |
| Sachschäden | 100 Millionen US-$ (1945) | |
| Betroffene Gebiete |
Ryūkyū-Inseln Kyūshū | |
| Saisonübersicht: Pazifische Taifunsaison 1945 | ||
Der Taifun Louise, in Japan auch als Akune-Taifun (japanisch 阿久根台風, Akune Taifū) bezeichnet, war ein tropischer Wirbelsturm, der im Oktober 1945, nur rund einen Monat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, auf den Süden Japans traf. Er forderte mindestens 377 Todesopfer und 74 Vermisste, möglicherweise sogar deutlich mehr als 500 Todesopfer, und verursachte teils beträchtliche Schäden auf den Ryūkyū-Inseln. Es handelte sich um den zwölften Taifun der pazifischen Taifunsaison des Jahres 1945.
Der Taifun bildete sich ab dem 2. Oktober 1945 östlich von Saipan zunächst als ein Tiefdruckgebiet. Der Sturm zog dann auf einem nordwestlichen Kurs in Richtung der Ryūkyū-Inseln, wobei er beständig an Intensität gewann. Am 8. Oktober 1945 traf der Taifun auf die Präfektur Okinawa, verharrte dann dort kurzzeitig, bevor er auf eine nördliche Richtung eindrehte und in Richtung Südjapan beziehungsweise Kyūshū weiterzog. Am 10. Oktober 1945, gegen 14:00 Uhr, erreichte der Taifun im Gebiet um die Stadt Akune in der Präfektur Kagoshima die japanischen Hauptinseln. Nahe der Stadt Makurazaki wurden dabei Spitzenböen von 185 km/h gemessen. Der Wirbelsturm zog auf einem nordöstlichen Kurs diagonal über Kyūshū hinweg, durchquerte die Region Chūgoku und die Präfektur Hyōgo und zog dann auf das Japanische Meer hinaus. Dort, etwa auf der Höhe der Tsugaru-Straße, löste sich der Sturm dann bis zum 13. Oktober 1945 auf.
Der Taifun brachte starke Regenfälle mit sich, welche in den betroffenen Gebieten Erdrutsche und Überschwemmungen verursachten. Obgleich der Taifun gemessen an den Windgeschwindigkeiten nur ein durchschnittlich starker Sturm war, wurden die Folgen des Taifuns dadurch verstärkt, als dass der Sturm auf ein Land traf, welches noch stark unter den unmittelbaren Kriegsauswirkungen litt. So wurden etwa in der Stadt Hiroshima, welche am 6. August 1945 durch einen Kernwaffeneinsatz zerstört worden war, behelfsmäßig errichtete Brücken über den Fluss Ōta durch Überschwemmungen weggerissen. Hinzu kamen schwere Schäden in der Landwirtschaft, vor allem in der Präfektur Hyōgo, was die infolge des Krieges ohnehin bereits stark angespannte Ernährungssituation im vergleichsweise harten und kalten Winter 1945/46 weiter verschärfte. (Darüber, inwieweit dieser Umstand die Opferzahlen durch Hunger und Mangelernährung noch erhöhte, gibt es keine gesicherten Angaben.)
Nach offiziellen Angaben verursachte der Taifun in Japan 377 Todesopfer und 74 Vermisste. Insgesamt 6181 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Die Sachschäden wurden auf 187 Millionen Yen in der Wertstellung von 1945 beziffert. Infolge der enormen Inflation in Japan unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine Umrechnung diesbezüglich schwierig, im Minimum dürfte dieser Wert jedoch heutzutage (2026) circa 15 Milliarden Yen entsprechen, was wiederum etwa 100 Millionen US-Dollar entspräche. (Dieser Wert wird auch im Informationsblock genutzt.)
Im Seegebiet um die Ryūkyū-Inseln, besonders auch im Bereich der Okinawa-Inseln, lagen zu diesem Zeitpunkt noch hunderte Schiffe – vor allem Tanker, Material- und Truppentransporter, Werkstattschiffe, Landungsschiffe und kleinere Kriegsschiffe – der United States Navy, des Army Transport Service (ATS), der United States Coast Guard sowie der War Shipping Administration. Diese Schiffe waren nach der Eroberung Okinawas seit Sommer 1945 unter anderem für die geplante, aber infolge des Kriegsendes abgesagte alliierte Großlandung auf Japan (siehe Operation Downfall) zusammengezogen worden.

Nach den gravierenden Auswirkungen des Taifuns Cobra im Dezember 1944 hatten die Amerikaner Wetterstationen unter anderem auf den Marianen eingerichtet, diese hatten den Taifun Louise zwar korrekt erfasst, waren jedoch davon ausgegangen, dass der Sturm seinen Weg in Richtung Taiwan fortsetzen würde. Stattdessen jedoch drehte der Taifun überraschend in Richtung Norden ein und traf ab dem 8. Oktober 1945 auf die Ryūkyū-Inseln. Der Sturm entwickelte dabei bereits Windgeschwindigkeiten von bis zu 148 km/h und schob eine Flutwelle von rund neun bis zehn Metern Höhe vor sich her.
Viele der vor der Küste von Okinawa liegenden US-Schiffe, vor allem im Bereich der „Buckner Bay“, wurden durch die Wellen und den Wind auf die Küste oder auf Riffe gedrückt oder kenterten. Insgesamt gingen zwölf Schiffe verloren, darunter auch die Liberty-Frachter Brockholst Livingston, Harrington Emerson und Jack Singer, das Werkstattschiff Nestor, der umgebaute Transportzerstörer (APD) Greene, der Minensuch-Zerstörer Southard, der Küstenwachkutter CG-83301 sowie die schnellen U-Boot-Jäger PC-590, PC-814 und PC-1128. Weitere 222 Schiffe verschiedener Typen erlitten Beschädigungen, diese waren größtenteils auf Grund gelaufen. Die personellen Verluste unter den US-Schiffsbesatzungen beliefen sich auf 36 Tote, 47 Vermisste und rund 100 Verletzte. Darüber hinaus richtete der Sturm auch schwere Schäden auf der Insel selbst an und zerstörte dort zahlreiche sogenannte Quonsetbaracken, in denen das US-Personal untergebracht war. Da diese Baracken jedoch aus standardisierten Baugruppen bestanden und schnell zu errichten waren, konnten die schlimmsten Schäden innerhalb von etwa einer Woche wieder behoben werden.