Takemitsu Morikawa (* 1969) ist ein japanischer Soziologe und Ökonom, der auch im deutschen Sprachraum tätig ist. Er ist Professor für Soziologie an der Keiō-Universität in Tokio, Permanent visiting fellow beim Forum Internationale Wissenschaft an der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, assoziiertes Mitglied des Franz Oppenheimer Center for the History of Economy and Society an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Auch nach der Berufung zur Keio University fuhr er die Privatdozentur an der Universität Luzern bis 2022 weiter. Von 2019 bis 2024 gehörte er zum Vorstand der neu gegründeten Sektion Soziologiegeschichte der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Seit 2022 und 2025 ist er Mitherausgeber der internationalen Zeitschrift sociologia internationalis bzw. associate editor der Kybernetes.
Morikawa studierte als Vollstipendiat an der Keio-Universität in Tokio Wirtschaftswissenschaften und -geschichte sowie Ideengeschichte der Sozialwissenschaften. Seit 1997 führte er seine Studien mit einem Promotionsstipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) an der Universität Kassel in Deutschland weiter. Nach der Promotion in Soziologie 2001 (1. Gutachter: Johannes Weiß; 2. Gutachter: Wolfdietrich Schmied-Kowarzik) war er bis 2004 als Research Fellow der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) in der Graduate School of Arts and Sciences, Department for Interdisciplinary Cultural Studies der University of Tokyo, tätig. Er betreute von 2005 bis 2007 das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „Interkulturelle Vermittlung. Zur Bedeutung und Wirkung von Mori Ôgai im Prozess der kulturellen Modernisierung Japans“ in der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Kulturforschung der Universität Kassel, dann von 2009 bis 2013 das vom Schweizerischer Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt „Transformation der Liebessemantik in Japan. Von der Frühen Neuzeit in die Neuzeit“ am Soziologischen Seminar der Universität Luzern. Im Januar 2012 habilitierte er sich an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern (1. Gutachter: Rudolf Stichweh; 2. Gutachter: Johannes Weiß; 3. Gutachter: Harald Meyer; 4. Gutachter: Karl-Siegbert Rehberg).
Morikawa lehrte seit 1998 als Lehrbeauftragter, nach der Habilitation als Privatdozent, Soziologie, Ethnologie, Japanologie und Philosophie an den Universitäten Kassel, Heidelberg, Luzern, Zürich, Freiburg i. B., Basel, Fribourg, Wien sowie in Japan an den Universitäten Osaka, Toyo, Keio und an der University of Tokyo. Nach der Lehrstuhlvertretung für Gesellschaftsvergleich und Gesellschaft Japans an der Universität Duisburg-Essen 2017/18 ist er seit April 2018 Professor für Soziologie an der Keio University. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Themen soziologische Theorien, Soziologiegeschichte, Wissenssoziologie, Kultursoziologie und Weltgesellschaftsstudien.
Monographien
Editionen
Aufsätze (Auswahl)
| Personendaten | |
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| NAME | Morikawa, Takemitsu |
| KURZBESCHREIBUNG | japanischer Soziologe |
| GEBURTSDATUM | 1969 |