Talmberg

Wappen derer von Talmberg

Das Herrengeschlecht der Talmberg, auch Thalenberg, Tallenberg (tschechisch Talmberkové auch z Talmberka) ist dem gemeinsamen Seerosenwappen nach Teil des Gesamthauses Kaunitz und gleichen Stammes mit den schlesischen Stosch (Adelsgeschlecht), von Augezdecz, von Kaunitz, von Martinic, Richnowsky von Reichenau und den Černčický von Kácov, deren gemeinsame Vorfahren von den Werschowitz, einem Zweig der Přemysliden stammen sollen.

Geschichte

Als Stammvater der Talmberg wird Hrozniata von Auzicz (Uzice bei Kuttenberg in Ostböhmen) betrachtet, in den Urkunden 1284 bis 1291 Burggraf des Schlosses in Prag. Sein Sohn oder Neffe Wilhelm war zu Ende des 13. Jahrhunderts auf der namensgebenden Burg Thalenberg bei Ratay (Rataje Hrazene) bei Kuttenberg ansässig.

Mit Dionys (Diwiss) genannt Jankowsky von Thalenberg ab 1385 auf Jankow (nördlich von Tabor) beginnt die ununterbrochene Stammfolge der Freiherrn von Thalenberg in Böhmen. Er führte vom Ende des 15. Jahrhunderts an nur mehr das Prädikat als Familiennamen. Dieser variiert in den Schreibweise in den verschiedenen Formen von Thalenberg, Talenberg, Tallenberg, Tallberg bis zu dem tschechischen Talmberka. Die Träger des Seerosen-Wappens nahmen in der ältesten Herrenstandsordnung vom Jahr 1501 den 28. Rang ein. Auch bei Paul Stranskys Respublica Bojema, erschienen in Leyden 1634, wird die Familie unter den Herrenstandsgeschlechtern aufgeführt.

Von den Geschlechtern in Böhmen, deren Genealogie bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, ist das der Talmberg nach dem Historiker Frantisek Palacký in seiner Herkunft eines der geheimnisvollsten. Er vermutete eine gemeinsame Herkunft mit den Herren von Kounitz. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte den Angehörigen die Burg Talmberg bei Ratais an der Sasau in Mittelböhmen, wo die ältere Linie zu Rataje, die jüngere Linie zu Jankow und das Haus Smilkau ansässig waren. Sie nahmen wichtige Funktionen an böhmischen Gerichten wahr und dienten als Burggrafen. Während des Ständeaufstandes von 1618 warteten sie in der Mehrzahl auf der Seite der Habsburger den Ausgang ab und wurden schließlich für ihre Loyalität belohnt, verblieben im Herrenstand und wurden von Enteignungen verschont. In den Konfikationsakten vom Jahr 1622 wird Adam Freiherr von Talmberg genannt. Ende des 16. Jahrhunderts teilten sich diese in zwei Zweige auf, von denen die Smilkau von Talmberg Ende des 17. Jahrhunderts, die Talmberg auf Wlaschim 1735 im Mannesstamm erloschen sind.

Wappen

In Rot zwei silberne Seerosenpflanzen ("Lekna"), jede mit einem großen Blatt einwärts gegeneinander gebogen, unten mit den Wurzeln sich kreuzend. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein offener roter Flug, belegt mit dem Schildbild.

Persönlichkeiten

Die Linie ist danach unterbrochen. Erwähnt werden später die Brüder

Nach einer erneuten, nicht nachgewiesenen Ahnenfolge sind folgende Personen schriftlich nachgewiesen: Jeschek (1355–1374) und Wilhelm (1355–1382). Diwisch (nachgewiesen 1397 bis 1414) war Herr auf Burg Talmberg, ihm folgte Ulrich (1417) und Stephan (nachgewiesen um 1444). Daneben existierten die Brüder Prokop (nachgewiesen 1417–1437) mit seinen Söhnen Milota, Zawisch und Alesch (nachgewiesen 1437). Brüder des Prokops ohne Nennung von Nachkommen waren Diwisch (nachgewiesen 1431–1455) und Hynek (nachgewiesen 1437–1465), Herr auf Talmberg. Vítek war Herr auf Slatiňany, nahm 1440 an der Tschaslauer Versammlung teil und fiel 1448 in Prag ein. Er hatte zwei Söhne, Matthäus und Vítek. 1459 wurde ein gewisser Diwisch von Talmberg als Königsmarschall genannt, dessen Sitz ebenfalls Slatiňany war. In der Folgezeit wurden mehrere Zweige genannt.

Jankovský von Talmberg

Talmberg von Smilkov

Talmberg von Wlaschim

Einzelnachweise

  1. ↑ siehe: Die Wappen des böhmischen Adels. J. Siebmacher’s grosses Wappenbuch, Band 30, Neustadt an der Aisch, 1979, Kaunitz (z Kounic) S. 129, Wappentafel 64, Stammwappen mit den geschrägten Seerosenstengeln, ISBN 3 87947 030 8
  2. ↑ siehe: Roman von Procházka: Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien, Neustadt an der Aisch, 1973, S. 314–319, dort: Thalenberg (in Böhmen) (Jankowsky von Tallenberg, z Talmberka) mit Herkunft, Beschreibung des Wappens und den Stammfolgen: Haus Wlaschim; Ältere Linie (Ratay); Jüngere Linie (Jankow) und das Haus Schmilkau, ISBN 3 7686 5002 2
  3. ↑ im Prager Gubernialarchiv, Fascikel C 215.
  4. ↑ Roman von Procházka: Genealogisches Handbuch erloschener böhmischer Herrenstandsfamilien, Neustadt an der Aisch, 1973; Thalenberg (in Böhmen), (Jankowsky von Tallenberg, z Talmberka) S. 315, ISBN 3 7686 5002 2
  5. ↑ Die Wappen des böhmischen Adels. J. Siebmacher’s grosses Wappenbuch, 1979 Neustadt an der Aisch, Talmberg Herren von Cerncicky, S. 268 f. Tallenberg Wappentafel 120, ISBN 3 87947 030 8