| Tamsui 淡水區 | ||
|---|---|---|
Lage Tamsuis in Neu-Taipeh | ||
| Staat: | ||
| Koordinaten: | 25° 10′ N, 121° 26′ O | |
| Höhe: | 10 m | |
| Fläche: | 70,6 km² | |
| Einwohner: | 207.137 (Oktober 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 2.934 Einwohner je km² | |
| Zeitzone: | UTC+8 (Chungyuan-Zeit) | |
| Telefonvorwahl: | (+886) (0)2 | |
| Postleitzahl: | 251 | |
| ISO 3166-2: | TW-NWT | |
| Gemeindeart: | Stadtbezirk von Neu-Taipeh | |
| Webpräsenz: | ||
Tamsui (chinesisch 淡水區, Pinyin Dànshuǐ Qū, Tongyong Pinyin Danshuei Cyu, Pe̍h-ōe-jī Tām-súi/Tām-chúi), auch Tanshui oder Tamshui, ist ein Bezirk der Stadt Neu-Taipeh im Norden Taiwans mit etwa 207.000 Einwohnern (2025). Der früher Huwei (chinesisch 滬尾, Pinyin Hùweǐ) bzw. taiwanisch Hobe (Hō͘-bóe) genannte Ort liegt nordwestlich von Taipeh an der Mündung des Tamsui-Flusses (chinesisch 淡水河) in die Taiwanstraße. Der Südteil des Bezirks gehört zum Yangmingshan-Nationalpark.

Von 1626 bis 1641 war Tamsui von den Spaniern (Spanisch-Formosa) besetzt. Das von ihnen 1628 erbaute Fort Santo Domingo gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Von 1867 bis 1972 befand sich auf dem Gelände das britische Konsulat.
1642 eroberten die Niederländer das Fort und vertrieben die Spanier aus Nordtaiwan. Der Hafenort blieb einige Jahre unter der Herrschaft der Niederländischen Ostindien-Kompanie (niederländisch: Vereenigde Oostindische Compagnie, V.O.C. bzw. VOC), woran der Name des Forts im Volksmund, Hong Mao Cheng (紅毛城, das „Fort der Rothaarigen“), erinnert. Die Niederländer verließen nach ihrer Niederlage gegen Zheng Chenggong (Koxinga) im Jahr 1662 ebenfalls Taiwan.
Nach dem Vertrag von Tianjin im Jahr 1860 öffnete die chinesische Regierung den Hafen für den Außenhandel. Ab 1862 wurden regulär Zölle erhoben. Exportiert wurden vor allem Tee, Kampferholz, Schwefel und Kohle. Handelsfirmen vieler westlicher Länder ließen sich in Tamsui nieder; der Ort wurde zum Einfallstor westlicher Kultur in Taiwan und erlebte eine wirtschaftliche Blütezeit. 1872 traf der Arzt und Missionar George Leslie Mackay in Tamsui ein, wo er das erste westliche Krankenhaus und Schulen eröffnete.
Mitte des 19. Jahrhunderts war Tamsui der wichtigste Hafen Taiwans, aber die Bedeutung verringerte sich im 20. Jahrhundert infolge starker Verlandung, und in der Folge übernahm Keelung die Rolle als wichtigster Hafen im Norden. Die Bevölkerung wandte sich wieder stärker der Landwirtschaft und Fischerei zu, aber aufgrund von Infrastrukturprojekten während der japanischen Kolonialzeit wurde der Ort zu einem lokalen Zentrum für Verwaltung und Kultur.
Nach der Übernahme Taiwans durch die Republik China war Tamsui eine eigenständige Stadtgemeinde (鎮, Zhèn), bis der Ort am 25. Dezember 2010 als Bezirk in die neu gegründete Stadt Neu-Taipeh eingegliedert wurde.
Tamsui ist die nördliche Endstation der Tamsui-Linie der Metro Taipeh und ein beliebter Ausflugsort. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen das Anfang des 17. Jahrhunderts von den Spaniern erbaute Fort Santo Domingo (紅毛城), das historische Oxford College auf dem Gelände der Aletheia-Universität und die Tamsui-Kirche aus dem Jahr 1933.

In Tamsui haben fünf Universitäten ihren Standort, und zwar:
Die Aletheia University ist aus dem ehemaligen von Mackay gegründeten Oxford College hervorgegangen, der ersten westlichen Lehranstalt in Taiwan.
| Tamsui | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Klimadaten von Tamsui aus den Jahren 1981–2010
Quelle: Zentrale Wetterbehörde Taiwans | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||