Tarnowskie Góry

Tarnowskie Góry
Wappen von Tarnowskie Góry
Tarnowskie Góry (Polen)
Tarnowskie Góry (Polen)
Tarnowskie Góry
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Tarnogórski
Fläche: 83,47 km²
Geographische Lage: 50° 27′ N, 18° 51′ OKoordinaten: 50° 27′ 0″ N, 18° 51′ 0″ O
Höhe: 320 m n.p.m.
Einwohner: 61.321
(1. Jan. 2024)
Postleitzahl: 42-600 bis 42-680
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: STA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Bytom–Lubliniec
Eisenbahn: Katowice–Herby Nowe/Kluczbork
Tarnowskie Góry–Zawiercie
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Gminagliederung: 11 Stadtbezirke
Einwohner: 61.321
(1. Jan. 2024)
Gemeindenummer (GUS): 2413041
Verwaltung (Stand: 2006)
Bürgermeister: Arkadiusz Czech
Adresse: ul. Rynek 4
42-600 Tarnowskie Góry
Webpräsenz: www.tarnowskiegory.pl

Tarnowskie Góry (deutsch: Tarnowitz, tschechisch Tarnovice) ist eine oberschlesische Stadt in der polnischen Woiwodschaft Schlesien.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in Oberschlesien, etwa 25 Kilometer nördlich von Kattowitz und rund 170 Kilometer südöstlich von Breslau.

Stadtgliederung

Geschichte

Die Stadt geht auf die Entdeckung von Silbervorkommen in der Gegend und deren Ausbeutung zurück. 1526 erhielt Tarnowitz vom Oppelner Herzog Johann II. und Georg von Brandenburg-Ansbach Bergfreiheit. Aus demselben Jahr stammt das Bergrecht (eine besondere Form des Stadtrechts). Am 25. Juli 1562 verlieh Georg Friedrich I. von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach der Stadt das bis heute gebräuchliche Wappen.

1873 wurde aus dem Kreis Beuthen der Kreis Tarnowitz ausgegliedert, dessen Kreisstadt Tarnowitz wurde. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Tarnowitz eine evangelische Kirche, zwei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Realgymnasium, eine Bergschule, eine landwirtschaftliche Winterschule, eine Präparandenanstalt und ein Amtsgericht.

Auch wenn nach dem Ersten Weltkrieg bei der Volksabstimmung in Oberschlesien im März 1921 in Tarnowitz 7.451 (85,2 Prozent) der gültigen Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben wurden, musste die Stadt 1922 an Polen abgetreten werden und wurde Kreisstadt des Powiat Tarnogórski (Tarnowitzer Kreis) in der Woiwodschaft Schlesien (1920–1939).

Wappen

Bevölkerungsentwicklung bis 1945

Jahr Einwohner Anmerkungen
1803 1.431
1810 1.937
1816 2.152davon 479 Evangelische, 1.648 Katholiken und 25 Juden
1821 2.266
1825 2.370davon 487 Evangelische und 103 Juden
18403.591davon 2.755 Katholiken, 609 Evangelische und 227 Juden
18433.802davon 2.938 Katholiken, 632 Evangelische und 232 Juden
18524.509
1890 9.982davon 1.641 Evangelische, 7.776 Katholiken und 565 Juden
190512.721davon 1.973 Evangelische und 375 Juden
191013.582

Weltkulturerbe in Tarnowskie Góry

Das historische Silberbergwerk (Zabytkowa Kopalnia Srebra) mit seiner Wasserhaltung (Bergbau) wurde am 9. Juli 2017 von der UNESCO anlässlich der 41. Konferenz des Welterbekomitees in Krakau in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden. Das Bergwerk ist eines der wichtigsten Kulturdenkmäler Oberschlesiens.

In Tarnowitz wurde am 19. Januar 1788 die erste Dampfmaschine im Königreich Preußen (die dritte auf dem europäischen Festland) in Betrieb genommen. Sie trieb die Entwässerungsanlage der Tarnowitzer Erzbergwerke an. Zum Bergwerk gehören der Tiefe Friedrichstollen mit dem „Schwarze-Forelle-Stollen“ (Sztolnia Czarnego Pstrąga).

Verkehr

Historisches Empfangsgebäude des Bahnhofs Tarnowskie Góry

Südlich des großen Rangierbahnhofs liegt der Bahnhof Tarnowskie Góry, in dem die Bahnstrecke Tarnowskie Góry–Opole von der Bahnstrecke Chorzów–Tczew abzweigt. Am nördlichen Ende des Rangierbahnhofs zweigt die Bahnstrecke Tarnowskie Góry–Zawiercie ab.

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Verwaltung steht der Bürgermeister (poln. burmistrz). Seit 2006 ist dies Arkadiusz Czech, der für das Wahlkomitee „Bürgerinitiative für den Powiat Tarnogórski“ antritt. Die turnusmäßige Wahl im April 2024 brachte folgendes Ergebnis:

In der damit notwendigen Stichwahl wurde Amtsinhaber Czech mit 54,7 % der Stimmen gegen die KO-Kandidatin Lesiewicz für eine weitere Amtszeit wiedergewählt.

Die turnusmäßige Wahl im Oktober 2018 brachte folgendes Ergebnis:

Damit wurde Czech bereits im ersten Wahlgang für eine weitere Amtszeit gewählt.

Stadtrat

Der Stadtrat von Tarnowskie Góry besteht aus 23 Mitgliedern. Die Wahl 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Die Wahl 2018 führte zu folgendem Ergebnis:

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Vor Ort haben gewirkt

Literatur

Commons: Tarnowskie Góry – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
  2. ↑ Website der Stadt, Burmistrz Miasta Arkadiusz Czech, abgerufen am 17. März 2015.
  3. ↑ Online-Reiseführer Oberschlesien
  4. 1 2 3 Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Breslau 1845, S. 937–939 (books.google.de).
  5. ↑ arcor.de (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive); abgerufen am 6. Juni 2009.
  6. 1 2 3 4 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 394–395, Ziffer 727 (books.google.de).
  7. ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 1028–1030 (books.google.de).
  8. ↑ Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 619 (books.google.de).
  9. 1 2 Michael Rademacher: Sch_tarnowitz. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  10. ↑ Tarnowitz. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 19: Sternberg–Vector. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 327 (Digitalisat. zeno.org).
  11. ↑ Deutsche UNESCO-Kommission: Welterbeliste, abgerufen am 9. Juli 2017.
  12. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Juni 2024.
  13. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. September 2020.
  14. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 30. Juni 2024.
  15. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 4. September 2020.