Die Task Force Takuba ist ein am 27. März 2020 beschlossener militärischer Einsatzverband europäischer Staaten zur Unterstützung der durch Frankreich geführten Operation Barkhane im Einsatz gegen terroristische Gruppen in der Sahelzone auf Ersuchen der nigrischen und malischen Regierungen.
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Task Force Takuba | |
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| Aktiv | 27. März 2020 bis 30. Juni 2022 |
| Streitkräfte | multinational |
| Truppengattung | Spezialkräfte |
| Standort | Menaka und Gao (Mali) |
Initiative und Verlauf
Am 27. März 2020 gaben die Regierungen Belgiens, Tschechiens, Dänemarks, Estlands, Frankreichs, Deutschlands, Malis, Nigers, der Niederlande, Norwegens, Portugals, Schwedens und des Vereinigten Königreichs eine politische Erklärung ab, in der sie ihre Unterstützung für die Schaffung einer in das Kommando der Operation Barkhane integrierten Task Force zum Ausdruck brachten, die gegen die terroristischen Gruppen in der Region Liptako vorgehen soll, einer historischen Region im Osten Burkina Fasos, im Südwesten Nigers und in einem kleinen Teil des südöstlichen Zentralmalis. Sie sollte die malischen Streitkräfte in Abstimmung mit den G5-Sahel-Partnern und anderen internationalen Akteuren beraten, unterstützen und begleiten, darunter die UN-Mission MINUSMA sowie die EU-Missionen EUTM Mali, EUCAP Sahel Mali und EUCAP Sahel Niger. Erste Truppen dieser Task Force waren unter französischer Führung seit Sommer 2020 im Einsatz. Anfangs wurden Beiträge von Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich, den Niederlanden, Portugal, Schweden und Estland zugesagt. Am 2. April 2021 wurde die TAKUBA Task Force (TF) für voll einsatzfähig erklärt.
Im Juni 2021 kündigte der französische Präsident das voraussichtliche Ende der Operation Barkhane an, weil die neue Regierung von Mali keinen Willen zeige, gegen die Islamisten im Norden ihres Landes vorzugehen. Das Hauptquartier der Taskforce Takuba sollte von Bamako in Mali nach Niamey in Niger verlegt werden.
Seit dem 4. November 2021 wurde die Task Force, die bisher immer von Frankreich geleitet worden war, von einem schwedischen Oberst geführt.
Am 17. Februar 2022 kündigten alle europäischen Teilnehmerstaaten einen geordneten Rückzug aus Mali an. Der Grund für diese Entscheidung war laut den französischen Behörden der Unwillen von malischer Seite, die vereinbarten Bedingungen zu erfüllen, so Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bis zum 27. Februar abzuhalten sowie die Partnerschaft mit der Söldnergruppe Wagner zu beenden. Die Regierung Malis hatte einige Monate vorher bestätigt, mit der Firma Wagner in Gesprächen über den Einsatz von Paramilitärs im Land zu sein. Diese Kooperation bezeichnete der französische Minister des Auswärtigen, Le Drian, als „unvereinbar“ mit der Aufrechterhaltung der Mission, da die Anwesenheit der Wagner-Kämpfer „mit den strategischen und wirtschaftlichen Interessen Russlands“ zusammenfiele. Auch die Verteidigungsministerin Frankreichs, Florence Parly, nannte einen möglichen Vertrag „äußerst besorgniserregend und widersprüchlich“.
Die Task Force blieb nach dem Abzug aus Mali weiterhin eingeschränkt aktiv, so wurden Teile des französischen Kontingents in die Nachbarländer, unter anderem nach Niger in die Provinz Tillabéri, verlegt, um dort den Islamischen Staat zu bekämpfen. Am 1. Juli 2022 gab Frankreich offiziell die Auflösung der Task Force Takuba bekannt, die bereits im Februar zusammen mit dem Ende der Operation Barkhane verkündet worden war, nachdem bis zum 30. Juni sämtliche europäischen Soldaten in ihre Heimatländer zurückgekehrt waren.
Name
Benannt wurde die Task Force nach dem Takouba-Schwert, einer in der westlichen Sahelzone traditionellen Waffe.
Einsatzhistorie
| Land | Rang | Name | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Frankreich | Brigadegeneral | Philippe Landicheff | unk – 04.11.2021 |
| Schweden | Oberst | unk* | 04.11.2021 – |
*unk = unbekannt
| Flagge | Nation | Beitrag |
|---|---|---|
| Deutschland | unk | |
| Belgien | mehrere Verbindungsoffiziere | |
| Dänemark | 70 Soldaten und 2 Hubschrauber | |
| Estland | 95 Soldaten | |
| Frankreich | unk | |
| Griechenland | unk | |
| Italien | 3 Hubschrauber und eine medizinische Unterstützungseinheit | |
| Norwegen | unk | |
| Niederlande | mehrere Verbindungsoffiziere | |
| Portugal | mehrere Verbindungsoffiziere | |
| Rumänien | 45 Soldaten | |
| Großbritannien | unk | |
| Schweden | 150 Mann und 3 Hubschrauber | |
| Tschechien | 60 Soldaten |
Das dänische Kontingent, dessen Entsendung im Mai 2021 vom dänischen Parlament genehmigt worden war, traf Mitte Januar 2022 in Mali ein. Wenige Tage später wurde es vom (kommissarischen) malischen Premierminister Choguel Kokalla Maïga des Landes verwiesen.