Tatian

Tatian (lat. Tatianus) war ein christlicher Apologet des 2. Jahrhunderts († ca. 180 n. Chr.) ostsyrischer Herkunft, daher auch Tatian der Assyrer genannt.

Leben und Wirken

Tatian war in Rom Schüler Justins, der ihn zum Christentum bekehrte, überwarf sich aber mit diesem und ging in seine syrische Heimat zurück. Er verwarf dort jeden hellenistischen Einfluss, gründete eine enkratitische Gemeinschaft und erwarb sich eine streng asketische Anhängerschaft, die Ehe sowie Fleisch- und Weingenuss verwarf. Dies trug ihm den Vorwurf ein, Gnostiker gewesen zu sein.

Das bekannteste Werk unter seinen zahlreichen Schriften ist das Diatessaron (τὸ διὰ τεσσάρων), worin unter Verwendung des Textes aller vier kanonischen Evangelien eine einheitliche Lebens- und Wirkungsgeschichte Jesu erzählt wird.

Erhalten ist von Tatian weiterhin eine 176 n. Chr. geschriebene Ἐπιστολὴ πρὸς Ἕλληνας (Epistolē pròs Héllenas) (lateinisch: Oratio ad Graecos / Rede an die Griechen), eine leidenschaftliche, maßlose Streitschrift gegen die griechische Kultur.

Unter dem Titel Tatian ist eine althochdeutsche Übersetzung des Diatessaron bekannt, siehe hierzu Althochdeutscher Tatian.

Dagegen sind mehrere andere Schriften, darunter ein Buch der Probleme über schwierige Stellen des Alten Testaments, nicht überliefert.

Ausgaben und Übersetzungen

Adolf von Harnack (1884)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Friedhelm Winkelmann: Geschichte des frühen Christentums, München 2007 (4. Auflage), S. 74.
  2. ↑ Nach eigenem Bekunden, vgl. seine Oratio ad Graecos 42.
  3. ↑ Friedhelm Winkelmann: Geschichte des frühen Christentums, München 2007 (4. Auflage), S. 74.
  4. ↑ Eusebius, Kirchengeschichte 4,29.
  5. ↑ Ältere Ausgaben von Otto im Corpus Apologetarum. 6. Abteil., 3. Ausg.; Jena 1882, und von Schwartz, Leipzig 1888. Für die inzwischen maßgebliche Ausgabe s. das Literaturverzeichnis.
Personendaten
NAME Tatian
ALTERNATIVNAMEN Tatianus
KURZBESCHREIBUNG christlicher Apologet
GEBURTSDATUM vor 176
STERBEDATUM nach 176