Techelsberg am Wörther See

Techelsberg am Wörther See
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Techelsberg am Wörther See
Techelsberg am Wörther See (Österreich)
Techelsberg am Wörther See (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Hauptort: St. Martin am Techelsberg
Fläche: 28,32 km²
Koordinaten: 46° 40′ N, 14° 6′ OKoordinaten: 46° 39′ 31″ N, 14° 6′ 7″ O
Höhe: 685 m ü. A.
Einwohner: 2.195 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 77 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9212
Vorwahl: 04272
Gemeindekennziffer: 2 04 35
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
St. Martin 4
9212 Techelsberg am Wörther See
Website: www.techelsberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Koban (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)
10
6
2
1
10 6 2 1 
Insgesamt 19 Sitze
  • ÖVP: 10
  • SPÖ: 6
  • Bürgerliste Techelsberg: 2
  • FPÖ: 1
Lage von Techelsberg am Wörther See im Bezirk Klagenfurt-Land
Lage der Gemeinde Techelsberg am Wörther See im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)Ebenthal in KärntenFeistritz im RosentalFerlachGrafensteinKeutschach am SeeKöttmannsdorfKrumpendorf am WörtherseeLudmannsdorfMagdalensbergMaria RainMaria SaalMaria WörthMoosburgPoggersdorfPörtschach am Wörther SeeSankt Margareten im RosentalSchiefling am WörtherseeTechelsberg am Wörther SeeZellKlagenfurtKärnten
Lage der Gemeinde Techelsberg am Wörther See im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Techelsberg am Wörther See (slow.: Teholica ob Vrbskem jezeru) ist eine Gemeinde mit 2195 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Klagenfurt-Land in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Geographie

Das Gemeindegebiet von Techelsberg reicht über den Südhang der Ossiacher Tauern bis zum Nordufer des Wörthersees. Mit dem Forstsee zählt ein weiterer See zum Gemeindegebiet.

Töschling am Wörthersee mit Autobahn und Marmorsteinbruch
Hauptplatz in Töschling
Pfarrkirche St. Martin am Techelsberg
Filialkirche Heiliger Vitus in Ebenfeld
Kriegerdenkmal aus Pörtschacher Marmor in Sankt Martin
Altar der Sankt Josefi Waldkapelle
„Die Fabrik“ in Saag
Kaplanei in Sankt Martin
Kraftwerk Forstsee
Marmorsteinbruch in Töschling
Südbahn Klagenfurt–Villach im Bereich Saag

Gemeindegliederung

Techelsberg ist in die vier Katastralgemeinden St. Bartlmä (Šentjernej na Gori), St. Martin am Techelsberg (Šmartin), Tibitsch (Tibiče) und Trabenig-Ebenfeld (Trabenče) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst 17 Ortschaften (mit den jeweiligen autochthonen slowenischen Entsprechungen nach Zdovc und in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026):

  • Arndorf / Varpovče (170)
  • Ebenfeld / Ravne (33)
  • Greilitz / Skrilje (55)
  • Hadanig / Hodanjče (67)
  • Karl / Karov (42)
  • Pavor / Pafor (44)
  • Pernach / Podobje (72)
  • Saag / Žaga (64)
  • Sankt Bartlmä / Gora oder Šentjernej na Gori (235)
  • Sankt Martin am Techelsberg / Šmartin na Teholici (206)
  • Schwarzendorf / Črnčiče (88)
  • Sekull / Sekulče (410)
  • Tibitsch / Tibiče (208)
  • Töpriach / Toporje (101)
  • Töschling / Došenče (238)
  • Trabenig / Trabenče (43)
  • Trieblach / Treblje (119)

Weitere Ortsteile sind die Rotten Hasendorf, Haslitz und Poredia.

Nachbargemeinden

Feldkirchen
Velden Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Moosburg
Schiefling am Wörthersee Pörtschach
Maria Wörth

Geschichte

Im Bereich der Ortsteile Ebenfeld, Trabenig, Hadanig, Arndorf und Sankt Bartlmä verlief eine Römerstraße.

Die seit Mitte des 12. Jahrhunderts überlieferte Siedlung Tohelach nahm im Spätmittelalter den Namen des Patrons der Pfarrkirche St. Martin am Techelsberg an; deren erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1319. Die heutige Filialkirche Hl. Bartholomäus in der Ortschaft St. Bartlmä wurde 1363 erstmals genannt. Die slowenischen Inschriften aus dem Barock sind bedeutende Denkmäler der slowenischen lokalen und überregionalen Kulturgeschichte.

Der Pfarrsprengel von St. Martin deckte sich bis 1848 mit dem Westteil des Landgerichtes Leonstein, aus ihm konstituierte sich im Jahr 1850 die Ortsgemeinde St. Martin am Techelsberg. Abgesehen von einer Umgemeindung von 53 ha nach Velden 1973 blieb das Gemeindegebiet bis heute konstant. Der Gemeindename wurde 1939 in „Techelsberg“ geändert und 1968 durch den Zusatz „am Wörther See“ ergänzt.

Staatsbürgerschaft, Religion

Laut Volkszählung 2001 hat Techelsberg am Wörther See 2059 Einwohner, davon besitzen 96,2 % die österreichische und 2,0 % die deutsche Staatsbürgerschaft. 83,1 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 5,0 % zur evangelischen Kirche, als konfessionslos bezeichnen sich 8,3 %.

Bevölkerungsentwicklung

Techelsberg am Wörther See: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
  
1.441
1880
  
1.397
1890
  
1.536
1900
  
1.495
1910
  
1.420
1923
  
1.310
1934
  
1.564
1939
  
1.524
1951
  
1.796
1961
  
1.794
1971
  
1.860
1981
  
1.902
1991
  
1.976
2001
  
2.059
2011
  
2.229
2021
  
2.227
2026
  
2.195
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1. Jänner 2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Techelsberg am Wörther See

Bauwerke

Marmorsteinbruch

In der Vergangenheit wurde der sogenannte Pörtschacher Marmor abgebaut, der inzwischen erschöpft ist. Der Steinbruch ist dennoch nach wie vor im Betrieb und von der Südautobahn deutlich zu sehen. Pörtschacher Marmor ist weiß mit rosa Schlieren. Dieser Stein wurde in Klagenfurt an vielen Stellen verbaut, am deutlichsten im Lendhafen. Da sich auf der ganzen Welt kein identisch gemusterter Marmor gefunden hat, erzielen Gegenstände aus Pörtschacher Marmor in Klagenfurt Liebhaberpreise.

Am westlichen Ende des ehemaligen Steinbruchs befindet sich heute der Klettergarten Töschling, welcher auch im Kletterführer Klettern in Kärnten und Osttirol beschrieben ist.

Saager Fabrik und Strandbad

Die ehemalige Miniumfabrik, die seit dem 19. Jahrhundert einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde bildete, wurde in den 1990er Jahren stillgelegt und fungiert derzeit während der Sommermonate als Event-Diskothek, genannt „Die Fabrik“. Bekanntestes Fest im Juli ist die Fete Blanche, zu der alle Besucher in Weiß gekleidet erscheinen müssen.

Gegenüber der Fabrik gibt es das „Bad Sag“ im Eigentum der SIG (Seeimmobiliengesellschaft). Am Forstsee, der von Saag aus über eine Straße, die nach Trabenig hinauf führt, erreichbar ist, ist das Baden ebenfalls möglich.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die am Wörthersee gelegenen Ortschaften Töschling bzw. Sekull haben mittlerweile – wenn auch im Vergleich zu den Nachbargemeinden Velden und Pörtschach erst recht spät – Anschluss an den Sommerfremdenverkehr gefunden, in den stark bewaldeten Ortschaften des Hinterlandes der Gemeinde dominiert immer noch die Land- und Forstwirtschaft.

Wirtschaftssektoren

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren:

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021 20112001 202120112001
Land- und Forstwirtschaft 1) 41 105117 464818
Produktion 34 3011 706033
Dienstleistung 128 9749 311301159

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet führt die Süd Autobahn (A 2); die 2004 gebaute Autobahn-Raststätte „Wörthersee“ liegt im Gemeindegebiet. Parallel dazu verlaufen die Kärntner Straße (B 83) sowie die Bahnstrecke Klagenfurt – Villach (Bahnhof Töschling) entlang des Wörthersee-Nordufers.

Vereine

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Techelsberg hat 19 Mitglieder (seit 2003, davor 15).

Jahr SPÖ ÖVP FPÖ BZÖ BLT Link
Gemeinderatswahl 1985771--
Gemeinderatswahl 1991762--
Gemeinderatswahl 1997492--
Gemeinderatswahl 2003681-4
Gemeinderatswahl 200959-32
Gemeinderatswahl 20155111-2
Gemeinderatswahl 20216101-2

 Mandate 
0369121518211985199119972003200920152021BLTBZÖFPÖÖVPSPÖ

Direkt gewählter Bürgermeister ist Johann Koban (ÖVP).

Wappen

Das Blau als Schildgrund des Wappens von Techelsberg bringt die Lage am Wörthersee zum Ausdruck, die drei Gegenstände beziehen sich auf den berühmtesten Bewohner der Gemeinde, den Chronisten Jakob Unrest, der 1466 in St. Stefan als Pfarrer eingesetzt wurde und um 1500 hier starb. Das aufgeschlagene Buch und die Gänsefeder sind Sinnbilder für den Chronisten, wobei die Gänsefeder gleichzeitig das Attribut des Pfarrpatrons, des heiligen Martin, ist. Der Türkensäbel erinnert an die verheerenden Einfälle der Türken zwischen 1473 und 1483 in Kärnten, die Unrest als Zeitzeuge detailreich geschildert hat.

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein silberner Türkensäbel schräg gekreuzt mit einer silbernen Gänsefeder, darüber ein silbernes aufgeschlagenes Buch.“

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 29. Mai 1989 verliehen. Die Fahne ist Blau-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Techelsberg am Wörther See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Pavel Zdovc: Slovenska krajevna imena na Avstrijskem Koroškem = Die slowenischen Ortsnamen in Kärnten. Erweiterte Auflage. Ljubljana 2010. ISSN 0560-2920.
  2. ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2026 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2026), (ODS, 500 KB)
  3. ↑ Theodor Domej: Stenske slike s slovenskimi napisi v župnijski cerkvi v Šmartinu na Teholici. In: Koledar Mohorjeve družbe 1998. Celovec 1997, Seite 108–110.
  4. ↑ Dehio Kärnten, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 778, 952
  5. ↑ Dehio Kärnten, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 778.
  6. ↑ Theodor Domej: Stenske slike s slovenskimi napisi v župnijski cerkvi v Šmartinu na Teholici. In: Koledar Mohorjeve družbe 1998. Celovec 1997, Seite 108–110.
  7. ↑ Dehio Kärnten, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 952.
  8. ↑ Theodor Domej: Stenske slike s slovenskimi napisi v župnijski cerkvi v Šmartinu na Teholici. In: Koledar Mohorjeve družbe 1998. Celovec 1997, Seite 108–110.
  9. ↑ http://www.kleindenkmaeler.at/detail/tschachonig_kreuz
  10. ↑ Ingo Neumann: Klettern in Kärnten und Osttirol. Hrsg.: Ingo Neumann. Edition Neumann, Schiefling 2016, ISBN 978-3-901533-19-8.
  11. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Techelsberg am Wörther See, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. Oktober 2023.
  12. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Techelsberg am Wörther See, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. Oktober 2023.
  13. ↑ Ein Blick auf die Gemeinde Techelsberg am Wörther See, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 29. Oktober 2023.
  14. 1 2 STATcube. Statistik Austria, abgerufen am 29. Oktober 2023.
  15. 1 2 Gemeinderatswahl, Verfügbare Publikationen (PDF) 1992 und 1991, S. 90. Land Kärnten, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Februar 2023. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  16. ↑ Gemeinderatswahl, Verfügbare Publikationen (PDF) 1997, S. 94. Land Kärnten, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Februar 2023. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  17. ↑ Gemeinderatswahl 2003. Land Kärnten, abgerufen am 18. Februar 2023.
  18. ↑ Gemeinderatswahl 2009. Land Kärnten, abgerufen am 18. Februar 2023.
  19. ↑ Gemeinderatswahl 2015. Land Kärnten, abgerufen am 18. Februar 2023.
  20. ↑ Gemeinderatswahl 2021. Land Kärnten, abgerufen am 18. Februar 2023.
  21. ↑ Bürgermeisterwahl 2021 | Klagenfurt Land | Techelsberg. Land Kärnten, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2021; abgerufen am 17. Dezember 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  22. ↑ zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 280.
  23. ↑ In memoriam Anton Uran auf der Web-Seite von Memorial.at: https://www.memorial.at/memorial/assets/files/GD%20Techelsberg%20Uran.pdf