Teimei

Offizielles Porträt von Kaiserin Teimei

Kaiserin Teimei (jap. 貞明皇后 Teimei-kōgō, wirklicher Name: Kujō Sadako (九条 節子); * 25. Juni 1884; † 17. Mai 1951), auch als Kaiserwitwe Teimei bekannt (貞明皇太后, Teimei-kōtaigō), war die Gemahlin des Taishō Tennō von Japan. Sie war die Mutter des Shōwa Tennō. Ihr Name Teimei bedeutet „erleuchtete Konstanz“.

Hintergrund

Die Amtszeit von Kaiser Meji endete mit dem Tod im Jahre 1912 mit 44 Jahren Regierungszeit. Kaiser Meiji verbrachte viele Jahre damit, die politische, gesellschaftliche und kulturelle Weiterentwicklung des Landes zu fördern. Sein Nachfolger, Kaiser Taishō (1879–1926), war gesundheitlich schwach und konnte dementsprechend nur eingeschränkt seinen Pflichten nachgehen. Schon seit dem Beginn seiner Herrschaft wusste man bereits, dass das Kaiserhaus vor vielen Herausforderungen stand.

Am 31. Juli 1912 veröffentlichte die Zeitung Asahi Shimbun Fotos für die neuen Kaiserpaares. Durch diese Veröffentlichung hatte das Kaiserhaus eine Verbindung zur Bevölkerung hergestellt.

Herkunft und frühes Leben

Kujō Sadako stammte aus der einflussreichen Kujō-Familie, einem Zweig der Fujiwara-Familie. Mit 13 Jahren wurde sie als Braut für Kronprinz Yoshihito ausgewählt und erhielt zwei Jahre Unterricht in höfischer Etikette. Ihre Verlobung wurde 1899 bekannt gegeben. Die Hochzeit fand am 10. Mai 1900 in einer Shintoistischen Zeremonie statt. Es war die erste Shintoistische Kaiserhochzeit Japans, die öffentlich gefeiert wurde.

Rolle als Kaiserin

Als Teimei-kōgō Kaiserin wurde, trug sie zur Neugestaltung der höfischen Ordnung bei. Die monogame Ehe beeinflusste die Gesellschaft positiv und trug zur Akzeptanz dieses Ehemodells bei.

Kaiserin Teimei bei ihrer Thronbesteigung 1912

Wie ihre Vorgängerinnen engagierte sich Kaiserin Teimei intensiv mit wohltätigen Tätigkeiten, unter anderem als Leiterin des Japanischen Roten Kreuzes. Sie unterstützte viele soziale Projekte, indem sie zur Hilfe für Leprakranke und zu technischen Ausstattung von Leuchtturmwärtern beitrug.

Medien und Öffentlichkeit in der Taishō-Zeit

Die Taishō-Periode führte zu einem immensen Anstieg der Medienlandschaft, darunter technologische Neuerungen im Druckwesen. Dadurch hatte man verschiedene Möglichkeiten, Fotografien in Zeitungen oder Zeitschriften einzufügen. Die damals auflagenstärkste Tageszeitung Japans, Asahi Shinbun, spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der kaiserlichen Bilder.

Kaiserin von Japan

Der Staat begann jedoch, die Medien streng zu kontrollieren, die Berichte über das Kaiserhaus sollten immer Respekt zeigen und die Macht des Kaisers mehren und stabilisieren, Fotos hatten hierbei eine sehr wichtige Rolle.

Hochzeitsempfang von Kronprinz Yoshihito und Prinzessin Kujō Sadako

Zeitungsfotos

Hochzeit von Kronprinz Yoshihito und Prinzessin Kujō Sadako

Zwischen 1899 und 1926 erschienen 41 Fotos von Kaiserin Teimei in der Asahi Shinbun.

Die Darstellungen in Fahrzeugen

Die Kaiserin Teimei wurde in Kutschen oder Automobilen gezeigt, dabei blieb ihr Gesicht jedoch oft verdeckt.

Wohltätigkeiten und das Rote Kreuz

Es erschienen viele Fotografien, die Kaiserin Teimei in verschiedenen Veranstaltungen des Roten Kreuzes zeigten. Sie war nichtsdestotrotz indirekt anwesend, entweder durch die Kutsche oder Publikum.

Nach 1920

In den 1920er Jahren zog sich Kaiser Taishō wegen seiner Gesundheit immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Dementsprechend zeigte sich die Kaiserin ab dem Zeitpunkt allein, aktiv und in Bewegung mit Blick in die Kamera. Die Fotografen zeigten sie bei Auftritten, militärischen Besichtigungen oder kulturellen Veranstaltungen; Rollen, die für das Kaiserhaus jedoch nicht üblich waren.

Politische Bedeutung

Nachdem Der Kronprinz Hirohito im Jahr 1921 eingesetzt worden war, verstärkte sich die Präsenz der Kaiserin Teimei in der Öffentlichkeit. Da der Kronprinz noch jung und verheiratet war, übernahm sie die Rolle als Führende Repräsentantin des Kaiserhauses.

Besonders aufgefallen wurde die Kaiserin bei einer Fotografie aus dem Jahre 1922 bei dem sie auf dem Deck eines Kriegsschiffes Tenryū zeigt. Das war damals ein sehr ungewöhnlicher Ort für eine Kaiserin, dadurch jedoch konnte sie Vertrauen und Stabilität in einer Phase aufbauen, die Politisch eine sehr intensive Spannung beinhaltete.

Sichtbarkeit und Unsicherheit

Durch Kaiserin Teimeis öffentliche Präsenz, verschwand der Kaiser Taishō fast vollständig aus der Öffentlichkeit. Historiker sagen darüber „Politik der Verhüllung“. Der Staat jedoch begründete dies mit offiziellen Gesundheitsmeldungen.

Bedeutung

Die öffentliche Präsenz der Kaiserin trug immens dazu bei, die Monarchie in politisch schwierigen Zeiten zu sichern. Obwohl sie keine Macht ausübte, schaffte sie es, die bisherigen Grenzen einer Kaiserin zu verschieben und das, was angemessen galt, zu erweitern.

Beerdigung der Kaiserin Teimei Higashi-asakawa

In der heutigen Zeit gilt sie als ein Beispiel dafür, dass Frauen im Japanischen Kaiserhaus auch in schweren Zeiten Verantwortung übernehmen konnten.

Beerdigung von Kaiserin Teimei, Friedhof Toshimagaoka, Kaiserliche Familie
Commons: Kaiserin Teimei – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Alison Miller: Mother of the Nation: Femininity, Modernity, and Class in the Image of Empress Teimei. University of Kansas, Lawrence, Kansas 15. April 2016.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Alison Miller: Imperial Images: The Japanese Empress Teimei in Early Twentieth-Century Newspaper Photography. In: Trans-Asia Photography Review. Band 7, Nr. 1. University of Michigan Library, Ann Arbor 2016.
Personendaten
NAME Teimei
ALTERNATIVNAMEN 貞明皇后 (japanisch); Teimei-kōgō; 九条節子 (japanisch, wirklicher Name); Kujō Sadako (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG Gemahlin des japanischen Taishō Tennō
GEBURTSDATUM 25. Juni 1884
STERBEDATUM 17. Mai 1951