Telluride

Telluride sind chemische Verbindungen, in der anorganischen Chemie Salze des Tellurwasserstoffs. Sie sind Verbindungen des Tellurs und homolog zu den Seleniden und Sulfiden, die sich von den leichteren Elementen Selen und Schwefel ableiten lassen.

Anorganische Chemie

Alkalimetalltelluride sind durch direkte Synthese aus den Elementen zugänglich, wobei sich flüssiger Ammoniak als Reaktionsmedium empfiehlt. Diese Verbindungen sind löslich in Wasser. Sie sind ferner an Luft instabil und werden zu elementarem Tellur oxidiert.

Telluride der Übergangsmetalle kann man unter Inertgas ebenfalls aus den Elementen herstellen.

Das Element Tellur bildet besonders mit edlen Metallen Telluride und Doppeltelluride. Allgemein bekannt sind die des Goldes, Silbers und Quecksilbers. Die Telluride der Alkalimetalle sind farblos. Bei der Zuführung von Sauerstoff (bereits Luftsauerstoff) in deren wässrigen Lösungen kommt es zu einem Oxidationsvorgang, der unter Bildung von roten Polytelluriden verläuft. Unlöslich dagegen sind die Telluride von Schwermetallen, die zudem dunkel gefärbt sind. Das Tellurid-Ion in wässriger Lösung ist zweiwertig.

Telluride kommen in der Natur in Gestalt unterschiedlicher Minerale vor, beispielsweise der nach József Sándor Krenner benannte Krennerit, ein Gold-Silber-Tellurid (Au3AgTe8).

Organische Chemie

In der organischen Chemie werden Verbindungen der allgemeinen Strukturformel R1–Te–R2 (R1, R2 = Alkyl- oder Arylreste) ebenfalls als Telluride bezeichnet. Die Telluride können auch als Telluro-Analoga von Ethern R1–O–R2, Sulfiden R1–S–R2 und Seleniden R1–Se–R2 betrachtet werden. In symmetrischen Telluriden sind die organischen Reste R1 und R2 gleich (R1 = R2), in unsymmetrischen Telluriden sind R1 und R2 verschieden (R1 ≠ R2).

Einzelnachweise

  1. 1 2 N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente. VCH, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9, S. 994–995.
  2. ↑ Remigius Heinrich Fresenius, Gerhart Jander (Hrsg.): Handbuch der Analytischen Chemie. Elemente der Sechsten Hauptgruppe. II. Teil, Qualitative Nachweisverfahren, Bd. VI. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1948, S. 124, 128.
  3. ↑ Krennerite. In: mindat.org (englisch).