Tepuinachtschwalbe

Tepuinachtschwalbe

Tepuinachtschwalbe, Männchen
(Lithografie von J. G. Keulemans, 1892)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schwalmartige (Caprimulgiformes)
Familie: Nachtschwalben (Caprimulgidae)
Gattung: Setopagis
Art: Tepuinachtschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Setopagis whitelyi
(Salvin, 1885)

Die Tepuinachtschwalbe (Setopagis whitelyi, Syn.: Tepuiornis whitelyi, Caprimulgus whitelyi, Antrostomus whitelyi, Hydropsalis whitelyi) oder Roraimanachtschwalbe, Roraima-Nachtschwalbe  ist eine Vogelart aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae). Sie kommt im Norden Brasiliens, im Süden Venezuelas und in Guyana vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst bewaldete, feuchte Abhänge und Höhen auf Tepuis (Tafelbergen). Mehrheitlich wird die Bezeichnung Tepuiornis whitelyi verwendet.

Der lateinische Name bezieht sich auf Henry Whitely.

Verbreitungsgebiet der Tepuinachtschwalbe (grün)

Beschreibung

Die Tepuinachtschwalbe ist 21–22 cm groß, das Männchen wiegt zwischen 30 und 40 g, das Weibchen zwischen 45 und 48 g. Die Art sieht der häufigeren Trauernachtschwalbe (Nyctipolus nigrescens) sehr ähnlich. Hauptunterscheidung sind die gleichmäßig gelbbraunen Unterschwanzdecken. Ihr Rufen wird als „[eiliges] hreer“ mit einem anschließenden Abfallen der Tonhöhe beschrieben. Dieses soll sich alles ein bis zwei Sekunden wiederholen.

Lebensweise

Die Nahrung besteht vermutlich aus Insekten. Die Brutzeit liegt – in Venezuela – zwischen März und April. Das Nest wird auf dem Boden angelegt.

Gefährdungssituation

Die Tepuinachtschwalbe gilt als „nicht gefährdet“ (least concern).

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung der Tepuinachtschwalbe erfolgte 1885 durch Osbert Salvin unter dem wissenschaftlichen Namen Antrostomus whitelyi. Das Typusexemplar wurde von Henry Whitely am Roraima-Tepui gesammelt. Es war Robert Ridgway, der 1912 die neue Gattung Setopagis einführte. Das Wort Setopagis leitet sich aus den griechischen Wörtern σής, σητός ses, setós für „Nachtfalter, Motte“ und πάγη, παγίς, πήγνυμι pāge, pagīs, pégnymi für „Falle, kleben bleiben“ ab. Der Artname ehrt seinen Sammler.

Literatur

Wikispecies: Tepuinachtschwalbe – Artenverzeichnis
Commons: Tepuinachtschwalbe (Setopagis whitelyi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Avibase
  2. 1 2 3 4 M. West und T. S. Schulenberg: Roraiman Nightjar (Tepuiornis whitelyi), version 1.1. In: T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Tepuiornis whitelyi
  3. ↑ IOC World Bird List 15.2 Nightjars, Oilbird, potoos, frogmouths
  4. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  5. ↑ J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026
  6. ↑ O’Shea, B. J. et al.: New records for Guyana, with descriptions of the voice of Roraiman Nightjar (Caprimulgus whitelyi). In: Bulletin of the British Ornithologists’ Club. 2007, S. 118–128.
  7. ↑ Setopagis whitelyi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 5. Mai 2026.
  8. 1 2 Osbert Salvin, S. 438.
  9. 1 2 Robert Ridgway, S. 98.

Anmerkungen

  1. ↑ Ridgway ordnete der Gattung die Zwergnachtschwalbe (Setopagis parvula (Gould, 1837)) zu.