Terry Bisson

Terry Bisson, 2009

Terry Ballantine Bisson (* 12. Februar 1942 in Madisonville, Kentucky; † 10. Januar 2024) war ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Schriftsteller. Am bekanntesten sind seine Kurzgeschichten, wie Die Bären entdecken das Feuer, die den Hugo Award und den Nebula Award gewann.

Biografie

Geboren in Madisonville, Kentucky wuchs er in Owensboro, Kentucky auf.

Während er am Grinnell College in Iowa studierte, war er 1961 einer der zwölf Studenten, die während der Kubakrise nach Washington, D.C. reisten, um Kennedys peace race zu unterstützen. Kennedy lud sie ins Weiße Haus ein. Ein Novum, denn das erste Mal wurden in den USA Protestbewegungen medienwirksam so wahrgenommen. Im Zuge der Einladung sprachen sie mehrere Stunden mit McGeorge Bundy, dem damaligen nationalen Sicherheitsberater des Präsidenten. Die Gruppe erzielte eine hohe Medienaufmerksamkeit. Die Aktion wird als Startschuss der amerikanischen studentischen Friedensbewegung gewertet.

Nachdem er 1964 an der University of Louisville graduierte, lebte Bisson die nächsten 40 Jahre immer wieder in New York, bis er 2002 nach Oakland, Kalifornien umzog. Ab 1981 arbeitete er als hauptberuflicher Schriftsteller. Als Mitglied der New Left betrieb er von 1985 bis 1990 in Zusammenarbeit mit Judy Jensen Jacobin Books, einen „revolutionären“ Versandbuchdienst.

Am Anfang seiner Karriere in den 1960ern arbeitete er an einigen Comic-Publikationen mit. Er verlegte das Schwarz-Weiß Horror Magazin Web of Horror des Verlags Major Publications, verließ das Projekt aber noch vor Erscheinen der vierten Ausgabe.

Bissons erster Roman war der Science-Fiction-Roman Wyrldmaker, der von James Blishs The Seedling Stars beeinflusst war. Sein nächster Roman Talking Man war im Genre Fantasy angesiedelt, in dem der Protagonist, ein Titularzauberer, im damaligen amerikanischen Süden lebte.

Im Jahr 1996 schrieb er zwei dreiteilige Comic-Adaptionen von Corwin von Amber und Die Gewehre von Avalon, die ersten beiden Bücher von Roger Zelaznys Die Chroniken von Amber-Zyklus. 1997 vervollständigte Bisson den Entwurf Saint Leibowitz and the Wild Horse Woman des 1996 gestorbenen Walter M. Miller, Jr. Es handelt sich um ein Sequel zu dem 1960 erschienenen Roman A Canticle for Leibowitz.

Bisson nahm häufig an den monatlichen „SF in SF“-Programmen in San Francisco teil.

Bisson war drei Mal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Deidre Holst hat er drei Kinder. Seine zweite Ehe schloss er mit Mary Corey. Am 24. Dezember 2004 heiratete er seine „Langzeit-Arbeitspartnerin“ Judy Jensen. Die beiden haben gemeinsam eine Tochter.

Er starb am 10. Januar 2024 im Alter von 81 Jahren.

Auszeichnungen

Werke

Romane

Billy

Gemini Jack (mit Stephanie Spinner)

Star Wars

The Real Adventures of Jonny Quest (als Brad Quentin)

Filmbücher

Vernetzt – Johnny Mnemonic, Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach, 1995 (übersetzt von Axel Merz), ISBN 3-404-13755-8
Das fünfte Element, Heyne, München, 1997 (übersetzt von Jürgen Langowski), ISBN 3-453-12891-5

Storysammlungen

Die Bären entdecken das Feuer, Heyne, München, 1998, ISBN 3-453-14869-X

Fortsetzungsromane

Kurzgeschichten

Über den Tafelberg, 1998 (übersetzt von Michael Siefener)
Die Bären entdecken das Feuer, 1993 (übersetzt von Irene Bonhorst)
Die beiden Janets, 1998 (übersetzt von Michael Koseler)
Sie sind aus Fleisch, 1998 (übersetzt von Michael Koseler)
Drück auf Ann, 1998 (übersetzt von Michael Koseler)
Der Anzug aus Waschbärenfell, 1998 (übersetzt von Michael Koseler)
Der nächste, 1998 (übersetzt von Michael Koseler)
Carls Gärtnerei, 1998 (übersetzt von Michael Windgassen)
Zwei Jungs aus der Zukunft, 1998 (übersetzt von Manfred Weinland)
Noch Fragen?, 1998 (übersetzt von Manfred Weinland)
Cancíon Auténtica de Alterde, 1994 (übersetzt von Thomas Ziegler)
Nekronauten, 1998 (übersetzt von Michael Windgassen)
England unterwegs, 1998 (übersetzt von Manfred Weinland)
Nur mit Genehmigung, 1998 (übersetzt von Michael Siefener)
Der toxische Donut, 1998 (übersetzt von Manfred Weinland)
Der Schatten weiß es, 1998 (übersetzt von Michael Siefener)
Die Botschaft, 1997 (übersetzt von Michael Windgassen)
George, 1998 (übersetzt von Michael Windgassen)
Teilmenschen, 1998 (übersetzt von Manfred Weinland)

Sachbücher

On a move: die Lebensgeschichte von Mumia Abu-Jamal, Atlantik-Verlag, Bremen, 2001 (übersetzt von Michael Schiffmann), ISBN 3-926529-64-4
Commons: Terry Bisson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Terry Bisson: Terry Bisson of the universe: Life & Works. Abgerufen am 27. August 2019 (englisch).
  2. 1 2 3 Paul Kincaid, “Bisson, Terry (Ballentine)”, in David Pringle, St. James Guide to Fantasy Writers. New York, St. James Press. (p. 61-2)
  3. ↑ Terry Bisson: A Canticle for Miller; or, How I Met Saint Leibowitz and the Wild Horse Woman but not Walter M. Miller, Jr. 1997, abgerufen am 27. August 2019 (englisch).
  4. ↑ "Obituaries: Walter M. Miller, Jr.", Locus, Februar 1996, (p. 78)
  5. ↑ Terry Bisson: Bisson bei SF in SF. Abgerufen am 27. August 2019 (englisch).
  6. ↑ "People and Publishing," Locus, April 2005, (p.8)
  7. ↑ Terry Bisson (1942–2024). In: locusmag.com. 10. Januar 2024, abgerufen am 10. Januar 2024 (englisch).
Personendaten
NAME Bisson, Terry
ALTERNATIVNAMEN Bisson, Terry Ballantine
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor
GEBURTSDATUM 12. Februar 1942
GEBURTSORT Madisonville
STERBEDATUM 10. Januar 2024