
Terry Swartzberg (geboren am 22. Juli 1953 in Norwalk, Connecticut) ist ein deutsch-amerikanischer Ethical Campaigner. Der Wahlmünchner schrieb rund 25 Jahre als Korrespondent für die International Herald Tribune und ist insbesondere für sein Engagement für das Stolpersteine-Projekt und seinen Selbstversuch zum öffentlichen Tragen seiner Kippa seit dem 1. Dezember 2012 bekannt.
Swartzberg wuchs zunächst in New York City auf und ging dann als Kind mit seinen Eltern nach Nordindien, wo sein Vater als Kulturanthropologe einen langjährigen Forschungsaufenthalt absolvierte. Nach dem Besuch eines katholischen Internats in Indien studierte er zunächst an der Brandeis University und wechselte nach einem Auslandssemester 1973 in Paris an die University of Wisconsin–Madison, um dort 1976 mit einem Bachelor in Stadtplanung abzuschließen. Er wurde aber dann Wirtschaftsjournalist und kam über Stationen unter anderem in Hongkong 1980 als Korrespondent der International Herald Tribune nach Berlin und schließlich 1985 nach München, wo er seitdem lebt.
Da die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern die Verlegung von Stolpersteinen an Straßen und auf Plätzen ablehnt und die Stadtverwaltung München demgemäß keine Stolpersteine im öffentlichen Raum genehmigt, gründeten Bürger, die auch in München Stolpersteine verlegen wollen, die Initiative „Stolpersteine für München“, die Swartzberg seit 2011 leitet. Bisher wurden auf Privatgrund 428 Stolpersteine verlegt. Als „Botschafter der Stolpersteine“ hält Swartzberg Vorträge über die Stolpersteine auch in Israel, den USA und anderen Ländern.
Sein Theaterstück Tzaddhik greift die talmudische Vorstellung von den 36 Gerechten im Zusammenhang mit Frieden und Krieg auf und wurde 2012 in Augsburg, Stuttgart, Nürnberg, München sowie Hamburg aufgeführt. Im gleichen Jahr veröffentlichte er mit Jim Booras den satirischen Ratgeber How to enjoy bad relationships. 2016 folgte With chutzpah and kippah.
2012 begann er sein Experiment, die Kippa auch im öffentlichen Raum außerhalb des Zuhauses bzw. der jüdischen Community zu tragen. Einerseits wollte er dadurch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen, andererseits wollte er auch die Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft testen. Seine Kippa wurde daraufhin schließlich sogar in die Sammlung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn aufgenommen.
Seit 2021 erinnert Swartzberg im öffentlichen Raum mit der Initiative „Faces for the Names“ an NS-Opfer. Dabei werden deren Fotografien mit einem Beamer großformatig an die Außenwand prominenter Gebäude projiziert, so z. B. beim Münchner Justizpalast oder beim Grünwalder Stadion. Kurz nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 organisierte Swartzberg für die Opfer dieses Pogroms auch eine derartige Veranstaltung am Münchner Kulturzentrum Gasteig. "Faces for the Names" ist ein Projekt des Vereins J.E.W.S. Jews Engaged with Society e.V., der Swartzberg leitet und der innovative Gedenk- und Toleranzformate eingeführt hat: auch "begehbaren Karten des jüdischen Lebens", "Schabbat für alle", "Schabbat in der Schule", "Shak-Off" u. v. m.
2025 wurde Swartzberg in Anerkennung seines vielfältigen ehrenamtlichen Engagements für die Aufklärung über das Judentum und die politische Bildung über den Holocaust von der Stadt München mit der Medaille „München leuchtet“ in Bronze ausgezeichnet. 2026 folgte die "Bezirksmedaille" des Regierungsbezirks Oberbayern.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Swartzberg, Terry |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Wirtschaftsjournalist und PR-Berater |
| GEBURTSDATUM | 22. Juli 1953 |
| GEBURTSORT | Norwalk, Connecticut |