


Thavnonat von Thavon (alternative Schreibweise: Tavon, bzw. Tavonati oder Thavonate) ist der Name eines ursprünglich aus Welschtirol stammenden Uradelsgeschlecht, das in den erblichen Ritter- und Freiherrenstand erhoben wurde. Im Laufe der Jahrhunderte teilte sich die Familie in viele Zweige, davon sollen Angehörige sechsmal in den Freiherrenstand erhoben worden sein.
Der Herkunftsort ist Tavon im mittleren Nonstal, das früher Terrtorial zum Hochstift Trient gehörte. Laut Ausserer ist die hier beschriebene Notarfamilie Tavon von anderen Geschlechtern dieses Namens zu unterscheiden, wie den Waldeggern, ebenfalls Notare, die bis Ende des 15. Jahrhunderts im Besitz von Tavon waren und sich danach auch nannten. Die spärlichen Mauerreste des alten Schlosses Tavon der Herren von Pergine dienten als Steinbruch. Angaben nach dem 13. Jahrhundert bezogen sich deshalb nur auf den Burgberg und Zubehör von Tavon und auf kein Schloss im eigentlichen Sinne.
Im 13. Jahrhundert besaß Mutius de Villa de Thavono ein Zehnt im Dorf Smarano auf dem Nonsberg. 1344 erlangte Michael de Tavon von Ludwig dem Brandenburger die Adelsfreiheit. 1351 wurde letzterer mit dem Zehnten im Dorf Tavon belehnt, welches noch Anfang des 19. Jahrhunderts im Familienbesitz war. 1401 gewährte Herzog Leopold IV. der gesamten Familie die Adelsfreiheit. Berthold und Johann sowie deren 1443 erwähnten Enkel Martin oder Marino und Bartholomäus stehen nicht im Lehensverband, erhielten jedoch die Bestätigung der Freiheiten ihres vermuteten Vorfahren Mutius. Am 13. Februar 1443 verlieh der spätere Kaiser Friedrich III. in Wiener Neustadt seinem „lieben getreuen Notar“ Michael und dessen Bruder Anton Thavon einen Wappenbrief. Alle späteren Sprossen des Geschlechts stammen von dem von 1430 bis 1447 urkundlich erwähnten Anton Thavon ab. Von seinen Söhnen war 1512 Vigil oder Vigil Michael in Kaltern ansässig, Albert 1512 bis 1552 in Fondo, verheiratet mit Benevenuta de Siceriis aus Fondo, Bartholomäus 1512 bis zu seinem Tod 1555 in Tavon, sowie Andre von 1512 bis 1552 in Diensten des Fürstbischofs von Trient. Richardin Tavon 1512 Senior des gesamten Hauses, wurde Assessor vallium, daher oberster Richter des Nons- und Sulztales und heiratete die Erbentochter des Gervasius de Gentili, Eigentümer von Schloss Denno, welcher 1498 der Fürstbischof von Trient eine Wappenvereinigung mit denen der Denno, in deutsch Enn genehmigte. Am 20. Mai 1560 erhob Kaiser Ferdinand I. in Wien die Brüder Valentin, Johann und Heinrich Tavon in den rittermäßigen Adelsstand für das Reich und die Erblande. 1580 lebte nobilius et magnificus Julius von Thavonat, dessen Erbe 1644 im Testament seines Verwandten, dem Richter von Castelfondo Albert Thavonat de Thavon gedacht wird. Franz Werner von Thavon erscheint 1685 als Hof- und Lehenrichter zu Sonnenburg sowie 1587 als Pfleger zu Rodeneck.
Jakob Thavonat († 1665) zog von Tirol nach Wien. Dort diente der promovierte Jurist, Erzherzog Leopold Wilhelm als Geheimrat. 1659 betrug der Wert seines Güterbesitzes 80.000 Gulden. Folglich wurde er unter die Landstände Österreichs unter der Enns aufgenommen und starb als niederösterreichscher Regimentskanzler. Am 12. März 1686 erlangten seine Söhne, der Hofzahlmeister Ludwig Albert, Ignaz Ferdinand sowie der Hauptmann Jakob Leopold Thavonat den alten Ritterstand, das "privilegium denominandi" und eine Wappenbesserung. Darauf wurde den Brüdern, den k. k. Hofkammerrat Ludwig Albert, Ignaz Ferdinand und dem kaiserlichen Oberstleutnant Jakob Leopold am 27. April 1691 der Freiherrenstand und eine weitere Wappenbesserung erteilt. Ferdinand Thavonat von Thavon († 1726) agierte als k. k. Hofkammer- und Deputationsrat, der am 15. Februar 1720 in Wien ein Armen- und Invalidenhaus mit einem Kapital von 600.000 Gulden stiftete, des Weiteren laut seinem Testament vom 8. Dezember 1725 ein Familienfideikommiss, bestehend aus der Herrschaft Sachsengang bei Wien. 1726 wurde in Wien der Thavonathof errichtet, heute ein Hof auf dem Campus der Universität Wien. Oberhaupt der reichsritterlichen Linie war Johann Thomas (* 28. September 1764), verheiratet mit Elisabeth von Bergamo (* 19. November 1774). Michael Thavonat († 1874 in Wien) agierte als Ehrenkaplan des Johanniterordens, der an der Seite Andreas Hofer an der Landesverteidigung Tirols mitwirkte.