The Cost of Knowledge ist eine 2012 von dem Mathematiker William Timothy Gowers initiierte Boykott-Initiative gegen den Wissenschaftsverlag Elsevier. Gowers rief alle Wissenschaftler dazu auf, die Zeitschriften der Elsevier-Gruppe zu boykottieren. Daraufhin startete der Mathematik-Doktorand Tyler Neylon Anfang 2012 eine Website unter dem Titel The Cost of Knowledge, angeregt von einem Blog-Beitrag von Gowers. Auf dieser Plattform können Wissenschaftler unterzeichnen, dass sie den Boykott unterstützen.
Kritisiert wurden vor allem die sehr hohen Subskriptionspreise sowie Elseviers Praxis, wissenschaftliche Zeitschriften nur im Paket (Bundle) zu verkaufen. Die Hauptabnehmer der Journale, Bibliotheken, werden durch diese Bündelung gezwungen, neben den gewünschten Journalen auch solche zu beziehen, die für sie nicht von Interesse sind. Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt war, dass Elsevier ein massives Lobbying gegen den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen (Open Access) betrieb. Der Verlag unterstützte beispielsweise die geplante US-Gesetzgebung SOPA. Der Research Works Act (RWA) hätte öffentlichen US-Forschungseinrichtungen verboten, Open Access für ihre Publikationen obligatorisch zu machen. Elsevier sei nicht der einzige Verlag, der sich „schuldig“ mache, so Gowers. Das Verlagshaus sei aber der worst offender, also derjenige Verlag, der die schädlichen Praktiken am aggressivsten anwende.
Kritik an Elsevier und seinen Geschäftspraktiken gab es schon vorher, so trat 2006 das Editorial Board der Fachzeitschrift Topology wegen zu hoher Subskriptionspreise zurück.
Aufgrund der Initiative haben sich mehr als 21.000 (Stand Dezember 2025) Wissenschaftler verschiedener Disziplinen selbstverpflichtet, nicht in Fachzeitschriften von Elsevier zu publizieren, oder als Herausgeber bzw. Gutachter zu arbeiten. Der Boykott löste ein breites Medienecho aus, auch in der deutschsprachigen Presse.
Neben Tim Gowers unterzeichneten die Mathematiker Ingrid Daubechies, Marie Farge, Juan J. Manfredi, Terence Tao, Wendelin Werner, Scott Aaronson, László Lovász und John Baez den Aufruf. Auch Mathematik-Professoren aus Deutschland (Martin Grötschel, Folkmar Bornemann, Günter Ziegler) gehörten zu den frühen Unterstützern des Boykotts.
Der Österreichische FWF – Österreichischer Wissenschaftsfonds hält das Anliegen der Initiative grundsätzlich für berechtigt, ergänzte aber vier Punkte:
Im Mai 2012 verkündete die mathematische Fakultät der TU München, ab 2013 keine Zeitschriften des Verlages Elsevier mehr zu beziehen.