Die denkmalgeschützteVilla Speyer ist heute Eingangsbereich und Teil der Hotelanlage, 90% der Anlage wurden jedoch in den Jahren vor 2006 ergänzt.
Die Villa wurde 1901 nach Entwurf des Frankfurter Architekten Alfred Günther in historisierenden Formen der Gotik und der Renaissance und mit einer hochwertigen Werksteinfassade errichtet. Sie hat eine Risalitgliederung und auf der östlichen Seite einen Eckturm. Der Bauherr des Gebäudes an der Forsthausstraße 62 (heute Kennedyallee 70) war der jüdische Bankier Eduard Beit von Speyer (1860–1933).
1949 schloss der Erbe und Sohn des Bauherren Herbert Beit von Speyer einen Vergleich mit der Stadt Frankfurt am Main. Für eine Abfindung von 150.000 DM verblieb die Immobilie im Besitz der Stadt.
Villa Kennedy (2006–2022)
Anfang der 2000er Jahre erwarb der Frankfurter Projektentwickler FAY das Anwesen, ließ die Villa Speyer durch das Londoner Architekturbüro Demetri Porphyrios umplanen und durch architektonisch an die Villa Speyer angelehnte Neubauten erheblich erweitern, die 90 Prozent des Hotelkomplexes ausmachen.
Anbau für die Nutzung als Hotel
Das 5-Sterne-Hotel Villa Kennedy öffnete im März 2006, der Name wurde von der Kennedyallee abgeleitet. Es hatte 163Zimmer, ein Restaurant und Tagungsräume. In der Villa Speyer befand sich die Hotellobby und, unter anderen im Turm, die „Georg Speyer Suite“, die mit 326 m² als eine der größten Präsidentensuiten Europas gilt. Das gesamte Anwesen ist seit 2016 im Besitz der GEG German Estate Group, die ab 2019 der DIC Asset AG gehörte. Pächter waren die Rocco Forte Hotels.
2021 wurde ein anderes Investment-Unternehmen Eigentümer der Immobilie, Ende März 2022 wurde das Hotel geschlossen.
The Florentin (seit 2025)
Einfahrt zum Hotel
Am 1. Dezember 2025 wurde das Althoff-Hotel nach einer umfangreichen Renovierung und Umbau unter dem neuen Namen The Florentin eröffnet. Der neue Name The Florentin bezieht sich auf den Innenhof mit seinen blühenden Pflanzen.
Das neue Hotel hat 147 Zimmer und Suiten, wovon sich 13 in der historischen Villa Speyer befinden. Die Präsidentensuite ist 320 Quadratmetern groß.
Das kulinarische Angebot gliedert sich in drei Bereiche, zwei Restaurants, eine Bar und Cigar Lounge. Küchenchef ist Niclas Nussbaumer. Das „The Spa“ umfasst fünf Behandlungsräume, einen 14-Meter-Indoor-Pool, Saunen, Fitness und einen Spa-Garten.
Literatur
Rainer Karlsch: Boris Rajewsky und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Biophysik in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Helmut Maier (Hrsg.): Gemeinschaftsforschung, Bevollmächtigte und der Wissenstransfer: die Rolle der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im System kriegsrelevanter Forschung des Nationalsozialismus (= Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. 17). 2007, ISBN 978-3-8353-0182-5, S. 395–452.
Vinz de Rouet: Ich liebe Sachsenhausen! 33 Gründe Sachsenhausen zu lieben. Epubli, Berlin 2010, ISBN 978-3-86931-738-0.
Dieter Wesp: Villa Kennedy: Wohnhaus – Forschungslabor – Luxushotel: Ein Stück Frankfurter Geschichte: von Reichtum und Raub, von Verdrängung und Neuanfang, von Privatisierung und neuem Luxus. epubli, Berlin 2017, ISBN 978-3-7450-4112-5.
↑Adressbuch Frankfurt 1901. Dort wird Eduard Beit 1901 erstmals mit der Forsthausstraße 62 als Wohnadresse geführt, nachdem er in den Adressbüchern 1899 und 1900 als Eigentümer mit dem Zusatz "Neubau" vermerkt ist.
↑Denkmaltopografie der Stadt Frankfurt am Main. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7973-0576-1, S. 267.
↑Eduard Beit von Speyer wurde erst 1910 geadelt. Bis dahin trug er den Namen Eduard Beit
↑Dieses Datum ist in der sog. Mierschliste verzeichnet, die alle "Arisierungen" durch die Stadt Frankfurt aufführt. Die Liste ist abgedruckt in: Dieter Wesp: Villa Kennedy: Wohnhaus, Forschungslabor, Luxushotel. epubli, Frankfurt 2017, S. 202
↑Eva von Engelberg-Dockal:Rekonstruktion als Architektur der Gegenwart? Historisierendes Bauen im Kontext der Denkmalpflege. 22.August 2007, doi:10.18452/7074 (hu-berlin.de[abgerufen am 3.Oktober 2024]).
↑Diese Benennung geht auf die fehlerhafte Annahme zurück, Georg Speyer und nicht Beit von Speyer, sei der Bauherr des Hotels gewesen. Siehe dazu Dieter Wesp Villa Kennedy - Wohnhaus, Forschungslabor, Luxushotel. S. 181 f. Frankfurt 2017, ISBN 978-37450-4112-5